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Lübeck Ameos verstärkt Engagement in Lübeck
Lokales Lübeck Ameos verstärkt Engagement in Lübeck
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17:16 22.07.2019
Sie treffen sich nun regelmäßig zu gemeinsamen Besprechungen (v.l.): Kerstin Schörck, Krankenhausdirektor Andreas Tüting, Dr. Markus Weber, Prof. Jörn Conell (Ärztlicher Direktor), Michael Dieckmann sowie Dr. Rüdiger Arnold. Quelle: Michael Hollinde
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St. Jürgen

 Es ist nun rund 100 Tage her, dass am Weidenweg die Weichen für eine neue Zukunft gestellt worden sind. „Wir als Ameos-Gruppe haben hier drei ehemalige Häuser der Median-Gruppe übernommen und gehen mit viel Optimismus voran“, sagt Ameos-Vorstandsmitglied Michael Dieckmann. Das heißt: Die Fachklinik für Abhängigkeitserkrankungen mit 26 stationären Betten, das Reha-Klinikum mit 60 Betten und vier teilstationären Plätzen sowie das sogenannte Adaptationshaus mit 25 Betten wechselten für einen nicht bekannten Kaufpreis an diesem Standort den Besitzer.

Drei Einrichtungen heißt: Synergien

„Die drei Einrichtungen stehen für eine qualifizierte, integrierte Behandlung suchtmittelabhängiger Patienten – Entzug im Fachkrankenhaus, Entwöhnungsbehandlung in der Klinik und Begleitung zur Wiedereingliederung in das Berufs- und Sozialleben im Adaptionshaus“, erläutert Dieckmann. Durch die Integration der „drei sehr gut aufgestellten Häuser“ verspreche man sich eine enge Vernetzung und weitere Synergien, betont er.

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Mitarbeitervertretung sehr zufrieden

Die Schweizer Ameos Gruppe betreibt inzwischen elf Einrichtungen in Schleswig-Holstein mit einem Schwerpunkt in Ostholstein, und bereits vor zwölf Jahren wurde in Lübeck die benachbarte Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in der Kahlhorststraße übernommen, sodass man jetzt noch besser „Hand in Hand an den Schnittstellen“ kooperieren könne, sagt der dortige leitende Oberarzt Dr. Rüdiger Arnold. Schließlich seien Suchtproblematiken auch sehr häufig mit psychischen Leiden wie zum Beispiel Depressions- und Angsterkrankungen gekoppelt.

Hoffnung auf sichere Arbeitsplätze

Dieckmann wertet auch die unmittelbare Nähe zu den Sana-Kliniken an der Kronsforder Allee als sehr positiv. In Ostholstein hatte es Anfang des Jahres bereits Pläne von Ameos gegeben, die Sana-Kliniken in Eutin, Middelburg, Oldenburg und Fehmarn zu übernehmen; diese Überlegungen wurden jedoch vorerst auf Eis gelegt. Physiotherapeutin Kerstin Schörck von der Mitarbeitervertretung der drei Einrichtungen im Weidenweg freut sich jedenfalls über den neuen Eigentümer: „Wir haben nun das Gefühl, dass unsere Arbeitsplätze sicher sind. Ameos ist schließlich ein großes Unternehmen.“

Mögliche Suche nach neuem Standort

Dr. Markus Weber, Ärztlicher Leiter der Fachklinik für Abhängigkeitserkrankungen, hebt hervor: „Wir sind seit rund 30 Jahren an diesem Standort präsent, und unser Hilfskonzept ,Suchtberatung aus einer Hand’, also vom ersten Beratungskontakt über Entzug und Entgiftung bis zur Reha und Eingliederung in Beruf und Alltag sowie Nachsorge, gibt es in Deutschland nur sehr, sehr wenig.“ Gut 600 Patienten pro Jahr mit einer Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenabhängigkeit habe man im Entzug sowie circa 250 Patienten im Jahr in der Reha, nennt er konkrete Zahlen.

Räumliche Beschränkung auf Areal

Für Ameos-Vorstand Dieckmann gibt es allerdings einen Wermutstropfen. „Wir würden den Personalbestand gerne ausbauen sowie möglicherweise die Kapazitäten erweitern, falls es die Kostenträger mittragen, aber leider sind wir hier auf dem Areal ein bisschen räumlich beschränkt“, resümiert er. Das sei bedauerlich. Entsprechend könne man sich bei anhaltend positiver Entwicklung durchaus langfristig vorstellen, in der Hansestadt einen weiteren, alternativen Standort aufzubauen.

Michael Hollinde

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