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Lübeck Anti-AfD-Plakate: Stadtverband bleibt gelassen
Lokales Lübeck Anti-AfD-Plakate: Stadtverband bleibt gelassen
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21:10 26.05.2016
Rapperin „Pilz“ tritt nur mit Tiermaske auf.
Rapperin „Pilz“ tritt nur mit Tiermaske auf. Quelle: hfr
Innenstadt

Mit Gelassenheit reagieren die Lübecker AfD- Politiker auf die über 50 Plakate, die am vergangenen Wochenende in der Innenstadt an Hauswände, Litfaßsäulen, Stromkästen und Mülleimer geklebt wurden. Sie zeigen die Politikerin Beatrix von Storch mit einem Hitlerbart, darüber steht der Schriftzug „Mut zur Wahrheit. Hitler kommt aus Lübeck“. Verantwortlich für die Plakate ist die Rapperin „Pilz“, die rechte Straftaten verurteilt und mit der Aktion Aufmerksamkeit erregen will. „Wir nehmen so etwas nicht ernst. Das ist inhaltlich völlig idiotisch“, sagt Thomas Thomsen, Vorsitzender des Lübecker AfD-Stadtverbands. „Pilz“ will ihre Bekanntheit als Rapperin dazu nutzen, andere Menschen zu inspirieren. Ein Video auf ihrer Facebook-Seite zeigt die junge Frau dabei, wie sie die Plakate anklebt. „Meines Erachtens hat das nichts mit Kunst zu tun. Das ist nur Polemik“, urteilt Thomsen.

Von den Plakaten hat er selbst erst aus der Zeitung erfahren, mittlerweile ist der Großteil von der Polizei entfernt worden. Das Kommissariat für Staatsschutz ermittelt nun in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft gegen die Musikerin. „Dass sie für ihr Handeln die Quittung bekommt, daran ist sie selbst schuld“, sagt Thomsen. „Ich habe mich direkt gewundert, dass so etwas mitten in der Stadt erlaubt sein soll.“

Tatsächlich erlaubt die Stadt Lübeck das Plakatieren nur mit Genehmigung und nur, wenn es sich um eine karitative, informative oder gemeinnützige Veranstaltung oder Wahlwerbung handelt. Soweit private Gegenstände wie Mülleimer oder Stromkästen beklebt werden, liegt in den meisten Fällen eine Sachbeschädigung vor.

mwe