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Lübeck Triathlon-Unfall: Fahrer soll Absperrung durchbrochen haben
Lokales Lübeck Triathlon-Unfall: Fahrer soll Absperrung durchbrochen haben
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16:52 11.06.2019
Mitten auf der Falkenstraße kam den Radfahrern plötzlich ein Auto entgegen. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
St. Gertrud

Eine Triathletin ist am Pfingstsonntag von einem Pkw erfasst und schwer verletzt worden. Weil ein Autofahrer auf einer Teilstrecke des 7-Türme-Triathlons Absperrungen durchbrochen haben soll, musste die Radlerin notoperiert werden. Gegen den 55 Jahre alten Autofahrer aus Lübeck ist ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung eingeleitet worden.

Verbotenes Wendemanöver

Nach Zeugenberichten sei das Fahrzeug aus dem Brückenweg kommend in die als Einbahnstraße ausgewiesene Falkenstraße rechts eingebogen, und habe dann verbotenerweise gewendet. Nach Zeugenangaben habe das Fahrzeug am Ende des durchgehenden Zaunes, der die Wegstrecke der Triathleten abgrenzte, Barken und Pylonen durchfahren, um nach einer 180-Grad-Wendung die Falkenstraße in Richtung Radbruchplatz zu befahren. Dabei ist es zu dem folgenschweren Unfall gekommen.

Triathletin notoperiert

Martin Lenz, Cheforganisator des 7-Türme-Triathlons, musste sich mit Tränen in den Augen wegdrehen, als er auf dem Gelände des Sportzentrums vom Unfall auf der Radstrecke berichtete. „Ein Auto ist am Brückenweg an den Metallgittern der Straßensperre und den Streckenposten vorbei unerlaubt auf die Radstrecke eingebogen und hat eine radelnde Triathletin erfasst, die schwer verletzt ins Uni-Krankenhaus eingeliefert wurde“, so Lenz sichtlich erschüttert. Zum Glück hatten Sanitäter berichtet, dass die Triathletin außer Lebensgefahr sei, im Rettungswagen schon wieder bei Bewusstsein und ansprechbar war, erklärte Lenz. Ein Arzt, Rettungswagen und die Polizei seien sofort vor Ort gewesen. Die Sportlerin musste eine mehrstündige, sofortige Operation über sich ergehen lassen. Zwei Finger waren gebrochen, einer davon zertrümmert, die Frau zog sich zahlreiche Schürfwunden und Prellungen an Beinen, Schulter und im Gesicht zu und musste im Gesicht genäht werden.

Staatsanwaltschaft ermittelt

„Der genaue Ablauf des Unfallgeschehens ist noch Gegenstand der Ermittlungen“, sagt Oberstaatsanwältin Dr. Ulla Hingst. Für den Straftatbestand der fahrlässigen Körperverletzung sehe das Gesetz einen Strafrahmen von Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren vor. „Im Falle einer Verurteilung würde das Gericht innerhalb dieses Strafrahmens das konkrete Strafmaß festsetzen, das nach der individuell verwirklichten Schuld festzulegen wäre“, so die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Mit welcher Strafe der Beschuldigte zu rechnen haben werde, könne derzeit nicht gesagt werden, so Hingst. „Die Ermittlungen sowohl zum Unfallgeschehen als auch zur Person des Beschuldigten stehen noch am Anfang.“

Dem schrecklichen Unfall folgte weiteres Entsetzen: Offenbar wurden die Rettungskräfte behindert. „Erschreckend ist die Resonanz der Einsatzleitung des DRK, die uns berichtete, nur unter Behinderungen zum Einsatzort gelangen zu können. So war das Aufsteigen auf das Rad für einige wenige Teilnehmer wohl wichtiger als den Einsatz eines mit Blaulicht stehenden RTW zu ermöglichen“, sagt Lenz. Es soll sogar Zurufe von Triathleten an die Sanitäter wie „Ich bin hier im Wettkampf, Mann!“ gegeben haben. „Das ist erschreckend genug“, sagt Lenz. Ebenso unglaublich sei, dass sich wohl nach dem Wettkampf Athleten beschwert hätten, das nicht ordentlich geregelt worden sei, ob man rechts oder links an dem RTW vorbeifahren soll.

Rettungskräfte behindert

„Solche Aussprüche machen uns nachdenklich. Eine klare Antwort wäre im Zweifel: Einfach mal stehen bleiben. Es könnte um ein Leben gehen“, so Lenz. Da sei eine „Safety Car Phase durch den abfahrenden RTW ein vergleichsweise geringes Übel. „Der schnellen Erst- und Folgeversorgung zum Dank traten erste schlimmste Befürchtungen nicht ein. Wir konnten bereits mit der Verunfallten sprechen und uns von dem jetzigen Stand der Verletzungen ein Bild machen“, so Lenz beruhigt. Er will die Falkenstraße beim Triathlon im kommenden Jahr komplett sperren lassen und darüber Gespräche mit der Verkehrsbehörde der Stadt führen.

Rüdiger Jacob

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