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Lübeck Neubau der Bahnhofsbrücke kommt später
Lokales Lübeck Neubau der Bahnhofsbrücke kommt später
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08:54 02.06.2018
Ulrike Schölkopf (l.) und Steffi Wulke-Eichberg von der Bauverwaltung und Jan Lindenau erklären den neuen Plan.
Ulrike Schölkopf (l.) und Steffi Wulke-Eichberg von der Bauverwaltung und Jan Lindenau erklären den neuen Plan.  Quelle: LUTZ ROESSLER
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Lübeck

Auf der Bahnhofsbrücke, die täglich von rund 40 000 Fahrzeugen genutzt wird, werden Mitte September die Übergänge von der Brücke auf die Straßen erneuert. Das kostet 100 000 Euro und sorgt dafür, dass der eigentliche Neubau der 111 Jahre alten Brücke verschoben werden kann. „Wir gewinnen Zeit“, sagte Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) gestern bei der Besichtigung von Bahnhofs- und Possehlbrücke, „wir müssen nicht parallel die beiden Brücken erneuern.“

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Regelmäßige Untersuchungen der wichtigsten Lübecker Querung zeigen, dass die Verkehrssicherheit in Gefahr ist. „Die Übergänge machen uns Sorgen“, erklärte Steffi Wulke-Eichenberg, Bereichsleiterin Stadtgrün und Verkehr. Durch die Fahrzeuge würde die Bahnhofsbrücke permanent mechanisch belastet und geschädigt. Wulke-Eichenberg: „Wir müssen schneller reagieren als geplant.“ Eigentlich sollte die Brücke für 19 Millionen Euro von 2019 bis 2022 neu gebaut werden.

Jetzt werden erst einmal die Übergänge erneuert. Die Mehrkosten will Lindenau bei der neuen Bürgerschaft einwerben. Außerdem startet die Stadt alle Arbeiten unterhalb des Bauwerks, die bereits mit der Bahn abgestimmt sind. Alle Elektro-, Gas-, Wasser-, Strom- und Telekommunikationsleitungen werden erneuert. Mit dem Oberbau der Brücke wird dagegen erst 2021 begonnen – zwei Jahre später als bisher geplant. Wann die neue Bahnhofsbrücke fertig ist, können Lindenau und seine Fachleute nicht sagen. „Das ist seriös nicht möglich“, erklärte der Bürgermeister, „wir werden nur noch Botschaften verkünden, wenn wir halbwegs Sicherheit haben.“

Das gilt auch für die Dauerbaustelle Possehlbrücke. „Einen Endtermin kann ich derzeit nicht nennen“, sagte Lindenau. Fest steht, dass Anfang Juli der Verkehr auf den neuen Teil der Brücke verschwenkt wird. Das wird in Nachtarbeit geschehen. Auf dem neuen Teil wird es einen kombinierten Rad- und Fußweg geben. Die Baustellenampel bleibt, wird lediglich auf die Mittelinsel verschoben. Aktuell laufe eine Mediation zwischen der Baufirma Wayss und Freytag sowie der Hansestadt. Die soll unter anderem klären, wer welche Zusatzkosten trägt. Von einer Ersatzbrücke ist bei Lindenau nicht mehr die Rede.

Detlef Zielke, Vorsitzender des Vereins „Wir in Genin“, fordert die Ersatzbrücke weiterhin. „Mir fehlt der Glaube, dass die Entzerrung gelingt und dass die Possehlbrücke wirklich fertig ist, bevor der Neubau der Bahnhofsbrücke beginnt“, sagte Zielke, „aber unser Verein begrüßt, dass der neue Bürgermeister die Probleme der Verkehrsinfrastruktur sofort angeht.“ Den volkswirtschaftlichen Schaden durch die Dauerbaustelle beziffert Zielke mit acht Millionen Euro pro Jahr.

Während die Lachswehrbrücke wie geplant Ende des Sommers in Angriff genommen wird, wird die Erneuerung der Josephinenbrücke auf 2019 verschoben. Das erklärte Bereichsleiterin Wulke-Eichenberg. Die kleine Querung sollte von Juni 2018 bis April 2019 ganz geschlossen werden.

dor