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Lübeck Bei diesen Restaurants in Lübeck wurden Kontrollberichte erfragt
Lokales Lübeck Bei diesen Restaurants in Lübeck wurden Kontrollberichte erfragt
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08:25 22.01.2020
Auf einer Karte zeigt das Portal, welche Betriebe angefragt werden können (blau), wo Anfragen laufen (gelb), erfolgreich waren (grün) oder abgelehnt worden sind (rot). Quelle: Screenshot fragdenstaat.de
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Lübeck/Kiel/Hamburg

Mehr als 2200 Mal haben Verbraucher im Norden bei der im Januar 2019 gestarteten Internetplattform „Topf Secret“ Hygienekontrollberichte bei den zuständigen Behörden angefragt.

In Hamburg sind in den vergangenen zwölf Monaten rund 1700 Mal die Hygieneberichte der Hamburger Lebensmittelkontrolleure zur Einsicht angefordert worden. Das sind 95,4 Anfragen pro 100 000 Einwohner, wie die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg sagte. Nur in Berlin haben Verbraucher auf dem Internetportal „Topf Secret“ ähnlich viele Anfragen pro Kopf gestellt.

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Lübeck mit weniger Anfragen pro Einwohner

In Kiel waren es 214 Anfragen (86,9 Anfragen pro 100 000 Einwohner) und in Lübeck 139 Anfragen (64,3 Anfragen pro 100 000 Einwohner). Insgesamt wurden Hygiene-Berichte in Schleswig-Holstein gut 1500 Mal angefragt. Bundesweit wurde auf Basis von „Topf Secret“ knapp 41 000 mal der Einblick in Kontrollergebnisse von Lebensmittelbetrieben jeglicher Art bei den Behörden beantragt.

Soll-Erfüllungsquoten für Lebensmittelkontrollen in 2018. Quelle: LN-Grafik/Foodwatch

Ergebnisse werden gar nicht herausgegeben

In Schleswig-Holstein können Verbraucher allerdings nicht wirklich viel erfahren: „Leider wieselt sich Schleswig-Holstein zentral gesteuert aus allen Anträgen heraus“, heißt es auf der Plattform „Topf Secret“. „Anstatt die Hygienekontrollberichte herauszugeben, werden lediglich die letzten Termine der Kontrollen genannt – jedoch ohne deren Ergebnis.“

Foodwatch hat den Kreis Ostholstein verklagt, um die Herausgabe der Ergebnisse amtlicher Lebensmittelkontrollen zu erzwingen. Sprecherin Carina Leonhardt begründet dies damit, dass Foodwatch beabsichtigt habe, die Berichte im Internet zu veröffentlichen. Es sei verfassungswidrig dazu beizutragen, dass Verstöße gegen lebensmittel- oder futtermittelrechtliche Vorschriften zeitlich unbegrenzt online abrufbar seien.

Eine pauschale Veröffentlichung von Kontrollberichten im Internet sei nicht verhältnismäßig, sagt auch Ministerin Sabine Sütterlin-Waack. „Einen Internet-Pranger lehnen wir ab.“

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In Hamburg überprüfen laut Verbraucherschutzbehörde etwa 100 Kontrolleure die hygienischen Zustände in den etwa 16 000 Betrieben, Geschäften und Lokalen, die Lebensmittel herstellen oder verarbeiten.

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Von RND/dpa/kha

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