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Lokales Lübeck Bekommt Lübeck ein Kampfsportzentrum?
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15:18 25.09.2019
Aikido in Perfektion zeigt Takeshi Yamashima. Der Träger des siebten Dan begeisterte im März beim Lehrgang in der Hauptturnhalle. Quelle: Sabine Jacob
Lübeck

Das Lübecker Uni-Dojo Zanshin will einen Treffpunkt für Budoanhänger errichten. Die Dojo genannte Stätte soll in Lübeck ein Treffpunkt für Menschen werden, die sich im Aikido, Karate oder Kendo üben. Bislang nutzen die Mitglieder des im Jahre 2000 gegründeten Vereins, der traditionelle, japanische Kampfkünste lehrt, städtische Sporthallen.

Eigenes Dojo als ehrgeiziges Ziel

Matthias Bartelik ist der Chef des 110 Mitglieder zählenden Sportvereins. „Bislang trainieren wir in städtischen Sporthallen“, sagt er. „Das ist soweit ganz gut.“ Bartelik hat aber ehrgeizige Ziele. Er wünscht sich mehr als nur einen geeigneten Ort für das Training. „Ein eigenes Dojo wäre für uns eine tolle Sache. Gerade nach einem gemeinsamen Training ist es schön, noch einmal zusammenzukommen und über das vergangene Training zu sprechen.“

Der Verein der Studenten

Der Verein Uni-Dojo Zanshin Lübeck wurde 1992 von Studenten gegründet, ist aber für jeden zugänglich. Die Trainer sind hochgradige, lizensierte Dan-Träger. Im Kendo, dem japanischen Fechten, ist der Verein besonders erfolgreich. So wurden europäische und norddeutsche Erfolge von den Kendokas erreicht. Auch im Aikido, einer japanischen, defensiven Kampfkunst, werden regelmäßig Lehrgänge mit hochrangig graduierten Meistern veranstaltet. Im Frühjahr beispielsweise war einer der weltbesten Aikido-Meister, Takeshi Yamashima, in Lübeck zu Gast. Auch Großmeister Kenji Shimizu, der viele Teile der Welt bereist, hat mehrfach auf Lübecker Matten gelehrt.

Dojo für mehr Gemeinsamkeit der Sportler

Der soziale Aspekt sei besonders wichtig, sagt Bartelik. „Wir trainieren zusammen, erleben während des Trainings kleine Erfolge und kleine Niederlagen, wenn etwas mal nicht so klappt, wie es sollte.“ Das schaffe Gemeinsamkeit, und gerade auf Gemeinsamkeit, Respekt, Höflichkeit und Ehre werde großer Wert gelegt. „Das sind die Eigenschaften, die Budosportler auszeichnen“, so Bartelik, der Meister des japanischen Stockfechtens Kendo ist. „Ein richtiges Dojo könnte hier einen großen Beitrag leisten.“

Ein Ort für Sport, Teezeremonie und Ikebana

Bartelik geht es allerdings nicht nur um die rein sportliche Komponente eines Dojos. „Ein Dojo ist die Übungshalle der japanischen Kampfkünste“, sagt der Vereinschef. „Es ist aber auch die Bezeichnung für die Meditationshalle im japanischen Zen.“ So könnte ein solches Zentrum auch ein Ort für Teezeremonien oder Ikebana, der Kunst des Blumensteckens, sein.

Stadt sieht Dojo-Pläne skeptisch

Der städtische Bereich Schule und Sport hält sich bedeckt. Einer ersten Einschätzung zufolge sei es „aus Sicht des Vereins sicherlich wünschenswert, ein eigenes Ausbildungszentrum zu bauen“, heißt es in einer Erklärung. „Aber aus gesamtstädtischer Sicht erscheint es fraglich, ob so ein Vorhaben wirklich sinnvoll ist.“ Es gebe aktuell diverse Lübecker Kampfsportvereine oder Vereine, die Kampfsportabteilungen betreiben. Einige von ihnen hätten bereits eigene Übungsstätten. Der Bau eines eigenen Kampfsportzentrums scheine daher „sehr ambitioniert“. Ein Zusammenschluss mehrerer Vereine wäre aus Sicht des Bereichs Schule und Sport „die bessere Alternative“.

Gutes Angebot für mittlere und ältere Generation

Matthias Bartelik wirbt weiter für seine Pläne: „Ich kann mir gut vorstellen, mit einem eigenen Dojo das Angebot an japanischen und chinesischen Kampfkünsten zu erweitern und zu konzentrieren.“ Er sei davon überzeugt, dass die mittlere und ältere Generation auf der Suche nach Sport und Bewegung sei. Da seien Tai-Chi oder Qigong geeignete Beispiele. „Das ist kein Leistungssport, aber dennoch anspruchsvoll und altersgerecht.“

Stiftungen sollen Dojo-Pläne unterstützen

Möglichst zentral und gut zu erreichen sollte es sein, das neue Dojo. Überlegungen zum Baustil gibt es auch: „Mein Wunsch wäre natürlich ein Dojo in japanischer Architektur, vielleicht im Pagodenstil“, sagt Bartelik. „Die Außenarchitektur sollte sich aber dennoch der Umgebung anpassen.“ Doch wie sieht es mit der Finanzierung eines solchen Vorhabens aus? „Je nach Umfang des Dojos könnte eine Anfangsfinanzierung auf den Weg gebracht werden“, sagt Bartelik. „Auch kann ich mir vorstellen, Stiftungen für diese Idee eines Lübecker Budozentrums zu gewinnen.“

Von Rüdiger Jacob

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