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Lübeck Bettenboom in Travemünde: Bürger fordern mehr Beteiligung
Lokales Lübeck Bettenboom in Travemünde: Bürger fordern mehr Beteiligung
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13:11 21.03.2019
Immer mehr neue Hotel- und Touristenbetten im lübschen Seebad: Das gefällt nicht allen Travemünder Bürgern. Quelle: Thomas Krohn
Travemünde

„Mehr Betten, mehr Tourismus, mehr Tagesgäste“ – unter diesem Motto diskutierte der CDU-Ortsverband Travemünde bei einem Bürgerstammtisch im Restaurant „Fisch und Meer“ mit Kurdirektor Uwe Kirchhoff, Christian Martin Lukas, Chef des Lübeck und Travemünde Marketings (LTM), und etwa 40 Gästen. Dabei wurde deutlich: Nicht alle Bewohner sind glücklich mit dem Bettenboom und der Entwicklung des lübschen Seebads. Kritisiert wurde vor allem, dass es an Infrastruktur fehle und dass die Bevölkerung nicht „mitgenommen“ werde.

7500 Unterkünfte im kommenden Jahr

Zu Beginn der Diskussionen hatte Kirchhoff Zahlen genannt. Während es 2005 noch 3100 Urlauberbetten in Travemünde gab, stieg die Zahl in 2015 auf 4600. „Wir werden im nächsten Jahr 7500 Unterkünfte haben“, prognostizierte der Kurdirektor. „Durch die Mehreinnahmen können wir in die Infrastruktur investieren.“ Einiges sei geplant, wie eine Indoor-Spielanlage und ein Beachclub auf dem Waterfront-Areal, einiges sei bereits im Bau oder fertig, etwa die Ostseestation und die Naturwerkstatt auf dem Priwall. Allerdings: „Wir brauchen dringend Verkehrsinfrastruktur. Dafür bedarf es jedoch politischer Beschlüsse.“ Ohne diese würde etwa der Leuchtenfeld-Parkplatz nicht saniert oder umgestaltet.

Steigerung der Qualität statt Quantität

LTM-Chef Lukas bekannte: „Es gibt einfach immer noch Baustellen. Es geht aber dabei nicht um Quantitäts-, sondern um Qualitätssteigerung.“ Ziel sei, Bürger und Urlauber besser zusammenzubringen, ein gesundes Miteinander zu schaffen. Zudem wolle LTM stärker mit dem überregionalen Verband Ostsee-Holstein-Tourismus zusammenarbeiten. „Wir wollen in Travemünde erste einmal Ruhe reinbringen und beobachten, wie es mit den erhöhten Bettenkapazitäten läuft.“

Ortsrat fordert mehr Beteiligung

Ortsrats-Vorsitzender Gerd Schröder kritisierte, dass der Rat etwa bei den Gesprächen über die künftige Nutzung des Grünstrands nicht beteiligt worden sei und forderte eine kostenlose Fährpassage von Travemünde auf den Priwall für alle Einwohner des Seebads. „Wenn in Travemünde nichts gemacht wird und wir zur Freizeitbeschäftigung auf den Priwall fahren sollen, darf die Fahrt nicht nur für Urlauber frei sein.“ CDU-Ortschef Thomas Thalau schlug in die gleiche Kerbe: „In Travemünde muss sich nicht nur der Urlauber, sondern auch die Bevölkerung wohlfühlen.“

Kritik an Veranstaltungslärm

Kritisch betrachtet wurden aus den Besucherreihen Großveranstaltungen wie das Open-Air-Kino, das regelmäßig im Sommer auf dem Strand an der Nordermole stattfindet. „Das ist jedes Mal so laut, dass man alles bis weit nach Travemünde hinein und auf den Priwall hört. Und anschließend entwickelt sich die Strandpromenade zum Ballermann, weil die Leute weiter feiern“, empörte sich ein Besucher. Auch die Travemünder Woche kommt nicht gut weg: „Die bringt uns Bürgern überhaupt nichts.“ Es gebe viele Urlauber, die ganz bewusst wegen der Veranstaltung nicht nach Travemünde kämen. LTM-Geschäftsführer Lukas stellte die Segelregatta nicht in Frage, sagte aber: „Vielleicht täte es Travemünde gut, etwas mehr in eine gelassene Richtung zu gehen. Wir werden allerdings nicht alle Wünsche erfüllen können.“

Thomas Krohn

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