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Lübeck Bibliotheksnacht feiert Premiere in Lübeck
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13:47 16.03.2019
Bibliotheksleiter Bernd Hatscher zeigt Mika (7) und Paul (7) einen 600 Jahre alten Folianten. Quelle: Friederike Grabitz
Innenstadt

„Es ist so still hier, man könnte meinen, wir wären in einer Bibliothek“, sagt der Singer/Songwriter Daniel Protz. Damit meint er: Gleich ist es vorbei mit der Stille, und seine Band, die Margins of April, lassen ihre Melodien durch die Eingangshalle der Bücherei und über die Galerien des Lichthofs schallen.

Die Premiere der Langen Nacht der Bibliotheken war ein großer Erfolg.

Lange Nacht mit 25 Veranstaltungen

Der Auftritt der Hamburger in der Hundestraße ist eine von rund 25 Veranstaltungen in Lübeck zur Langen Nacht der Bibliotheken. Es gibt ein BookSpeedDating, eine Rallye, ein Café, ein Kino und einen Weinkurs, Bastelstationen und Blitz-Sprachkursen. Besucher haben die Wahl zwischen einem Vortrag über die Arbeit der Bibliothekare, Schreibworkshops, Einführungen in das Saxofon- und Banjospielen und Improtheater, und es dürfen Bücher ausgeliehen werden.

Kinder programmieren Roboter-Parcours

„Es ist schön, dass man heute nicht still sein muss in der Bibliothek“, findet Adriane Rathgens. Ihre sechsjährige Tochter Henrike erzählt, wie sie mit ihrem Freund zwischen den Regalen Verstecken gespielt hat – zum Leidwesen der Eltern, die sie lange gesucht haben. Oben in der Kinder- und Jugendbibliothek hat Henrike an diesem Abend etwas gelernt, was ihre Eltern und viele Altersgenossen noch nie gemacht haben: Sie hat einen Roboter-Parcours programmiert. Er besteht aus schwarzen Linien auf einem Papier, dazwischen zeichnen die Kinder auf frei gelassenen Feldern Farben ein. Blau-Rot-Grün bedeutet: Nach rechts abbiegen, andere Kombinationen stehen für „langsamer“, „schneller“ oder „wenden“. Die Roboter sind kaum größer als eine Walnuss, blinken und fahren gehorsam die Wege auf dem Papier ab. Auch der achtjährige Linus ist begeistert. „Sie sind wie ein fahrendes Gehirn“, findet er. Er macht schon Pläne, selbst einen Roboter zu bauen.

Premieren-Veranstaltung wird zum Erfolg

Ihm ging an diesem Abend ein Licht auf – passend zum Logo der Veranstaltung, einer Glühbirne. Die Nacht der Bibliotheken findet seit 2005 zeitgleich in 200 Bibliotheken in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein statt. Lübeck beteiligt sich zum ersten Mal. „Bisher haben wir die Nacht der Bibliothek alle zwei Jahre zur Theaternacht organisiert“, sagt Bibliotheksleiter Bernd Hatscher. „Ich hatte Zweifel, ob sie auch in diesem Format funktioniert. Jetzt bin ich überwältigt, wie viele Gäste gekommen sind.“ Eine Besucherzahl gibt es noch nicht, aber die Lesesäle sind voller Menschen. Hatscher hat zu einer Führung durch die alten Säle 30 bis 50 Gäste erwartet, gekommen sind 150. Viele Besucher sind offenbar dem Motto der Bibliotheksnacht „Mach es!“ gefolgt und haben sich trotz Regen und Sturm auf den Weg gemacht.

Die Nacht der Bibliotheken in neuem Format. Quelle: Friederike Grabitz

Büchersaal wird zum Tanzsaal

Darunter sind zahlreiche Tango-Begeisterte, die an einem Workshop der Tanzlehrerin Jutta Ottenbreit teilnehmen. Unter den Rundbögen des stilvollen Scharbausaals im zweiten Stock schickt sie die Paare zuerst auf einen Spaziergang. „Tango ist nichts Anderes, als im Gleichtakt harmonisch zu gehen“, erklärt sie. Später sind die Tänzer eingeladen zur Milonga, dem offenen Tango-Tanzen, in besonderem Ambiente des alten Büchersaals. „Als ich diesen Saal gesehen habe, wollte ich unbedingt eine Milonga hier machen“, schwärmt Ottenbreit. „Wir sind sehr glücklich, dass die Bibliothek ihn für uns geöffnet hat.“

Es ist ein geschichtsträchtiger Ort: Einst schliefen hier die Mönche des Katharinenklosters, und später war der Scharbausaal die erste öffentlich zugängliche Bibliothek Deutschlands.

Friederike Grabitz

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