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Lübeck Blankensee: Segelflieger müssen vorerst am Boden bleiben
Lokales Lübeck Blankensee: Segelflieger müssen vorerst am Boden bleiben
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17:47 02.07.2014
Schock für die Segelflieger: Sie dürfen nicht mehr mit ihren Maschinen vom Flughafen Blankensee abheben. Quelle: Lutz Roeßler
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Lübeck

Schock für die Segelflieger: Sie dürfen nicht mehr mit ihren Maschinen vom Flughafen Blankensee abheben. Der Not-Geschäftsführer des insolventen Airports, Siegmar Weegen, hat es ihnen untersagt. „Die Infrastruktur des Flughafens ist öffentlich“, empört sich Aero- Club-Geschäftsführer Joachim Häusler. „Da kann man doch nicht bestimmte Personen von fernhalten.“ Häusler setzt sich für die 150 Mitglieder des Clubs ein – und plädiert für einen „diskriminierungsfreien Zugang zum Flughafen“.

Die Sicht des Airports ist eine andere. Der Segelflug in Blankensee sei „weiterhin möglich“, sagt Weegen. Aber: „Voraussetzung ist eine gültige Vereinbarung zwischen Betreiber und Nutzer.“ Die aber gibt es nicht. Denn der Pachtvertrag zwischen dem Flughafen und dem Aero Club ist bereits vor einem Jahr gekündigt worden – und zum 30. Juni ausgelaufen.

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Da es noch unklar ist, wie es ab 1. August in Blankensee weitergeht, gibt es auch keinen neuen Pachtvertrag für 1300 Quadratmeter Gelände, auf dem Halle und Vereinsheim des Aero Clubs stehen. Aber der Airport-Not-Geschäftsführer hat dem Aero Club eine auf einen Monat befristete Nutzungsvereinbarung unterbreitet. „Darin sollen wir auf all unsere Rechte verzichten, damit wir weiter fliegen können“, empört sich Häusler. Deshalb habe der Club nicht unterschrieben.

Flughafen-Sprecherin Jana Bahrenhop: „Der Pachtvertrag mit dem Aero Club stammte noch aus den 70er Jahren.“ Seither habe sich einiges verändert, und deshalb sind die Nutzungsbedingungen auch andere. So dürfen die Segelflieger nicht mehr durch ein extra Tor auf ihr Gelände gehen, sondern müssen sich ab sofort bei einem kontrollierten Zugang anmelden.

„Das schreibt die Luftfahrtbehörde so vor“, sagt Bahrenhop. Denn der Airport habe jetzt keine direkten Geschäftsbeziehungen mehr zum Aero Club, „und wir müssen wissen, wer auf dem Gelände ist“. Ob die Luftfahrtbehörde aber auch billigt, dass die Segelflieger nicht mehr fliegen dürfen, ist unklar. Die Behörde prüft die Sache.

Derweil fürchten die Segelflieger um ihre Zukunft. „Wir sehen den Fortbestand des traditionsreichen Flugsports mehr denn je in Gefahr“, schreibt der Vorstand des Clubs an die Kommunalpolitiker und die Stadtverwaltung. Die Segelflieger hatten der Stadt sogar angeboten, den insolventen Flughafen zu übernehmen und auf ganz kleiner Flamme weiterzubetreiben, falls sich kein Investor findet. Sie wollten einen Sonderlandeplatz aufrechterhalten. Doch jetzt gibt es einen Investor.

Insolvenzverwalter Klaus Pannen will ihn Ende der Woche vorstellen. Bis dahin soll der Kaufvertrag unterzeichnet sein, die Bürgerschaft muss zustimmen – voraussichtlich in einer Sondersitzung am 10. Juli. Pirat Oliver Dedow ist verärgert, dass der Name des Investors erst Ende der Woche bekanntgegeben wird. „Ich verstehe die Geheimniskrämerei nicht.“

jvz