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Lübeck Blitzschlag in Lübeck: Mehrfamilienhaus in Flammen
Lokales Lübeck Blitzschlag in Lübeck: Mehrfamilienhaus in Flammen
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21:23 15.06.2019
Der Dachstuhl brannte komplett aus. Quelle: E-Mail-LN-Luebeck
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Lübeck

Die Bewohnerin des Mehrfamilienhauses traute ihren Augen nicht. Sie saß in ihrer Küche, als plötzlich Teile der Decke durchbrachen. Erst da realisierte sie, dass der Dachstuhl des alten Hauses in der Scheidekoppel im Stadtteil Kücknitz bereits lichterloh in Flammen stand.

Gerade noch rechtzeitig flüchtete sie aus ihrer Wohnung. Auch die anderen Anwohner konnten das Gebäude rechtzeitig verlassen. „Wir mussten niemanden retten“, sagte Lars Walther von der Feuerwehr Lübeck.

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Heiße Blitze entzünden sich

Es war um Punkt zehn Uhr, als das Gewitter direkt über dem Norden Lübecks stand, die Blitze zuckten unaufhörlich, einer schlug direkt in den Dachstuhl des Hauses ein, in dem zehn Wohnungen untergebracht sind. Es war ein so genannter heißer Blitz. „Kalte Blitze gehen einfach so durch und unten wieder raus, heiße aber entzünden sich“, erklärt Walther.

Eingestürzte Decken im Obergeschoss

Das war das Unglück für die Bewohner. Innerhalb von Minuten stand das komplette Dach auf einer Länge von 40 Metern in Flammen. Die 45 Einsatzkräfte bekamen das Feuer jedoch nach bereits 40 Minuten unter Kontrolle. „Wahrscheinlich ist das Haus aber erstmal nicht mehr bewohnbar“, sagte Walther. Für die Bewohnerin, deren Küchendecke eingestürzt war, galt das in jedem Fall. Sie werde jetzt in einem Hotel untergebracht, berichtete sie.

Auch für die anderen Parteien gab es wenig Hoffnung, da das Löschwasser durch die Decken lief. Zudem wollte die Feuerwehr im Verlauf des Tages überprüfen, ob es noch versteckte Glutnester in dem Haus gibt.

Brände gab es am Sonnabend nicht, dafür vollgelaufene Keller. In Stockelsdorf fiel zeitweise der Strom aus.

150 Feuerwehrleute, 90 Einsätze

Das Feuer war der dramatischste Einsatz während des Unwetters in Lübeck, aber bei Weitem nicht der einzige. Das Gewitter tobte über dem gesamten Stadtgebiet. „Wir hatten weitere Blitzeinschläge, die jedoch zum Glück kein Feuer ausgelöst haben“, berichtet Feuerwehrsprecher Walther.

Außerdem wurden auch Stunden nach dem Gewitter immer noch Keller leer gepumpt. Aber auch ganze Straßenzüge standen unter Wasser. Insgesamt hatte die Feuerwehr fast 90 Einsätze. 150 Einsatzkräfte waren im Dauerstress, erst ab 13 Uhr beruhigte sich die Lage langsam.

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