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Lübeck Bornkamp wächst: Anwohner fühlen sich betrogen
Lokales Lübeck Bornkamp wächst: Anwohner fühlen sich betrogen
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20:47 28.03.2018
Auf 3,8 Hektar zwischen Bahngleisen und Lärmschutzwall soll ein neues Wohngebiet entstehen. Quelle: Foto: Ulf-Kersten Neelsen
St. Jürgen

Über 100 Bewohner des Bornkamps hatten sich zu einer Bürgerbeteiligung in der Paul-Klee-Schule versammelt. Für die beiden Stadtplanerinnen Susanne Matthießen und Katharina Belchau wurde es kein leichter Abend. „Augenwischerei“ und „Betrug“ werfen Anwohner des Bornkamps der Verwaltung vor.

Zwischen 261 und 290 Wohneinheiten plant die Hansestadt auf einem 3,8 Hektar großen Gelände am Schärenweg/Ecke Bornkamp. Die Verwaltung rechnet mit 450 neuen Einwohnern – darunter 200 Studenten. Auch Gewerbe ist nicht ausgeschlossen. Die Anwohner sind sauer.

Die städtische Grundstücksgesellschaft „Trave“, die die Grundstücke an die Bürger verkaufte, habe damals mit einem Sportplatz in ihren Prospekten geworben, erklärte ein Anwohner. Sogar in den Kaufverträgen sei immer von einem Sportplatz die Rede gewesen, legte ein anderer nach und forderte eine Entschädigung für das gebrochene Versprechen. Auch die Pläne für Geschosswohnungsbau empören die Anwohner. Sie hätten keine zwei Vollgeschosse bauen dürfen, und jetzt würde die Stadt drei- bis viergeschossige Häuser dort errichten. Mit Unverständnis reagierten die Bornkamper, dass ein eigens aufgeschütteter Lärmschutzwall jetzt abgerissen werden soll, um Häuser dort hinzusetzen. „Der Wall wird nicht mehr gebraucht, weil er vor dem Lärm vom Sportplatz schützen sollte“, erklärten die Stadtplanerinnen, „aber der Sportplatz wird ja nicht gebaut.“ Überlegungen, Gewerbe wie die Multifunktionscenter im Hochschulstadtteil auch hier anzusiedeln, stoßen auf komplette Ablehnung. Die Bornkamper befürchten, dass der Verkehr noch viel mehr zunimmt.

Matthias Rasch, Chef der Grundstücksgesellschaft „Trave“, bestätigt, dass der Sportplatz in den Prospekten enthalten gewesen sei. In den Kaufverträgen habe es lediglich bei den Bewohnern direkt am Lärmschutzwall die Verpflichtung gegeben, „dass sie nicht gegen Sportplatz-Lärm klagen dürfen“, sagt Rasch. Dass der Sportplatz nicht gebaut würde und dass später eine Flüchtlingsunterkunft errichtet worden sei, „haben wir nicht vorhersehen können“. Eine Entschädigung werde es von der „Trave“ mit Sicherheit nicht geben.

Und auch weitere Kitas werde es nicht geben, erklärt die Stadtverwaltung. Eltern im Bornkamp machen sich Sorgen, ob die soziale Infrastruktur bei 450 neuen Einwohnern reicht. Die Verwaltung: „Es ist davon auszugehen, dass die zuziehenden Kinder in den bestehenden Kitas betreut werden können. Zusätzlich wird in erreichbarer Entfernung im neuen Wohngebiet Rothebek eine neue Kita entstehen.“

Das Studentenwerk Schleswig- Holstein steht bereits Gewehr bei Fuß. „Wir möchten dort gern bauen, aber die Hansestadt hat sich noch nicht entschieden“, sagt Sprecherin Kerstin Klostermann, „wir könnten morgen loslegen.“

2019 wird es ernst

Der Plan: Es gibt zwei Varianten – einmal mit 290 Wohneinheiten, in Einfamilien-, Reihen- und Mehrfamilienhäusern sowie einem mehrgeschossigen Studentenwohnheim. Variante B sieht 261 Einheiten sowie Gewerbe vor.

Der Zeitplan: Im Frühjahr 2019 startet die Suche nach Investoren, im Juni entscheidet die Bürgerschaft. Im Mai 2020 laufen die Verträge für die Flüchtlingsunterkunft aus.

Kai Dordowsky

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