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Lübeck Belastungsprobe für das kleine Lübecker Volkstheater Geisler
Lokales Lübeck Belastungsprobe für das kleine Lübecker Volkstheater Geisler
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20:30 25.09.2019
Theaterchef Tommy Geisler blickt nachdenklich auf den Theatersaal, der zugunsten des Foyers ein wenig verkleinert und wie alle Räume mit einer Brandmeldeanlage ausgestattet wurde. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Innenstadt

Überall im Volkstheater Geisler hängen Kabel aus Decken und Wänden, der Boden ist mit Filz ausgelegt, Gerüste sorgen an diversen Stellen dafür, dass die Trockenbauer ihre Arbeit machen können, die Sessel im Theatersaal sind mit Planen abgedeckt. Hausherr Tommy Geisler sitzt in der Theaterbar – „das ist der einzige Rückzugsort momentan“, sagt der 58-Jährige.

Die Handwerker arbeiten auf Hochtouren, denn im Oktober soll das Theater wieder glänzen

Umbau und erweiterter Brandschutz

Doch auch in der Bar hängen „Strippen“ aus der Wand. Grund ist der Einbau einer Brandmeldeanlage, die gleich mit der Feuerwehr verbunden ist. „Wir hatten bisher nur normale Rauchmelder“, sagt Geisler, zudem spezielle Türen, „doch das reicht heute nicht mehr.“ Und weil er nach 17 Jahren in seinem plüschigen Theater ohnehin einiges verändern wollte, nahm er den Brandschutz gleich mit in Angriff.

Kleine Theater nehmen Thema sehr ernst

Auch andere kleine Theater kennen das Problem mit den Brandschutz-Auflagen. „Wir haben vor elf Jahren alles von der Feuerwehr abnehmen lassen“, sagt Uli Sandau vom Theater Partout in der Königstraße. „Aber wenn es neue Auflagen gibt, müssen die natürlich erfüllt werden.“ Dass das teuer werden kann, weiß Sandau ebenso gut wie Sigrid Dettlof vom Theater Combinale. „2004, als wir das Foyer angebaut haben, mussten wir viel in Sachen Brandschutz machen“, sagt sie. Zum Glück sei der Techniker des Combinale bei der Freiwilligen Feuerwehr und könne gut beraten. „Wir alle nehmen das Thema sehr ernst.“

Das Volkstheater und sein Chef

Thomas Geisler, Jahrgang 1960, ist gebürtiger Lübecker. 1979, direkt nach dem Abitur, übernahm er die „Hansa-Lichtspiele“ in Lübeck, parallel besuchte er eine Schauspielschule in Hamburg. Volkstheater hat er bei Willy Millowitsch in Köln gelernt. Ende der 1990er Jahre übernahm er die Eutiner Schlossterrassen und spielte dort Theater.

2002 eröffnete Geisler, überredet von Heidi Kabel und Ilse Werner, sein eigenes, privates Volkstheater in der Dr.-Julius-Leber-Straße. Häufig gastieren Stars bei ihm – wie Hardy Krüger oder Katja Ebstein.

Volkstheater ohne Unterstützung von außen

Doch während zumindest die Schauspielschule des Theater Partout eine Tochter der Gemeinnützigen ist, das Combinale von einem Trägerverein verwaltet, von Stadt und Land unterstützt wird, ist Tommy Geislers Volkstheater ganz auf sich gestellt. Er sei wirklich froh und dankbar, dass sein Vermieter ihn massiv unterstütze. „Alles was außen und Brandschutz ist, übernimmt er.“ Teuer genug wird’s ohnehin für den Schauspieler und Regisseur, denn er hat das Foyer vergrößert – zu Lasten des Theatersaals.

September ganz ohne Einnahmen

„Das Problem war: Wie kriegt man die Handwerker alle zusammen“, sagt Geisler. Doch dann habe sich alles ergeben, kurzfristig schloss er sein Theater den ganzen September über. Was aber heißt: Einen Monat keine Einnahmen. „Das ist für das einzige nicht-subventionierte Theater in Lübeck schon schwierig“, sagt Geisler. Zumal in den Sommermonaten ohnehin kaum etwas los war, die Kosten aber weiterliefen. „Die Einnahmen aus den Wintermonaten werden im Sommer aufgebraucht.“ Es sei wirklich schwierig geworden, klagt der Theaterchef, „manchmal kratzt das Haus am Rande der Existenz.“ Das treue Stammpublikum wird immer älter. Die Jugend müsse langsam an das Volkstheater herangeführt werden.

Bis zur Premiere muss alles fertig sein

Doch erst einmal muss der Umbau erfolgreich über die Bühne gebracht werden. Denn am 26. Oktober ist Premiere der Wiederaufnahme von „Tratsch im Treppenhaus“. Während Brandschutztechniker René Konietzny von der Scharbeutzer Firma Branduno optimistisch ist, „dass wir mit der Brandmeldeanlage bald fertig sind“, ist Volkstheater-Techniker Martin Göpfert skeptisch: „Das wird sportlich.“

Von Sabine Risch

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