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Lübeck Stadt begründet teure Auflagen für Altenheim
Lokales Lübeck Stadt begründet teure Auflagen für Altenheim
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16:12 17.05.2019
Im Schrankhaus – hier ein Blick in ein Zimmer – und im Koberghaus des städtischen Alten- und Pflegeheims im Heiligen-Geist-Hospital hat die Feuerwehr den Brandschutz bemängelt. Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck

Der Seniorenbeirat der Hansestadt fordert Konsequenzen aus den Vorgängen beim städtischen Altenheim im Heiligen-Geist-Hospital. Die Feuerwehr hatte nach einer Brandverhütungsschau erhebliche Auflagen gemacht. Die Stiftungsverwaltung des Heiligen-Geist-Hospitals, in dem das Altenheim untergebracht ist, muss 700 000 Euro in einen besseren Brandschutz stecken, hat aber kein Geld dafür. Jetzt soll die Stadt einspringen.

Gerhard Tartemann vom Seniorenbeirat der Hansestadt: „Die angedachten Neubauten müssen viel schneller kommen.“ Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

„Aus unserer Sicht ist das nur die Spitze des Eisberges“, sagt Jürgen Cladow vom Seniorenbeirat, „weitere Hiobsbotschaften aus anderen Einrichtungen werden folgen.“ Der Arbeitskreis Wirtschaft und Soziales des Seniorenbeirates habe sich schon immer für Neubauten anstelle kostenträchtiger Sanierungen von städtischen Altenheimen ausgesprochen. „Das Beispiel des Heiligen-Geist-Hospitals zeigt, dass die angedachten Neubauten viel schneller kommen müssen als bisher vorgesehen“, erklärt Arbeitskreissprecher Gerhard Tartemann.

Im Sinnesgarten hinter dem Altenheim soll ein zweiter Fluchtweg entstehen. Quelle: Lutz Roeßler

Sozialsenator Sven Schindler (SPD) und der scheidende Bereichsleiter der städtischen Senioreneinrichtungen, Thomas Müller, haben Anfang März die „Vision 2030“ für die städtischen Häuser vorgestellt. Danach könnte in Moisling könnte ein städtisches Alten- und Pflegeheim entstehen. Die beiden Senioreneinrichtungen Prassekstraße und Dreifelderweg könnten zu einem neuen Standort zusammengefasst werden. Und in der Elswigstraße in St. Jürgen könnten in ein neues Seniorenheim Studentenwohnungen integriert werden.

Um den Zugang zum zweiten Fluchtweg herzustellen, müssen Zimmer aufgegeben und Fluchttüren eingebaut werden. Quelle: Lutz Roeßler

2030 – das dauert dem Seniorenbeirat zu lange. „Das Konzept muss wesentlich früher, am besten sofort, in Angriff genommen werden“, fordern Tartemann und Gladow. Das beantragt der Seniorenbeirat auch in der Bürgerschaft. „Es hat keinen Sinn, bis 2030 in unüberschaubare Sanierungen zu investieren.“ Das sei ein Fass ohne Boden.

Sozialsenator Schindler lehnt das Vorziehen der Visionen ab. „Wir lassen und von unserem Zeitplan nicht abbringen“, erklärt der SPD-Politiker. „Wir können nicht sieben Standorte einige Jahre früher neu machen.“ Jetzt würde erst einmal der Bedarf an Heimplätzen für die nächsten zehn bis 15 Jahre analysiert. Schindler: „Vielleicht schaffen wir es bis 2027 oder 2028.“

Seit 1999 ist das Altenheim im Heiligen-Geist-Hospital auch ein Pflegeheim. Dadurch wurden höhere Sicherheitsauflagen nötig. Quelle: Lutz Roeßler

Die Stadtverwaltung begründet die hohen und teuren Auflagen damit, dass „sich die Anforderungen an Alten- und Pflegeheime in der Bundesrepublik gerade auch nach größeren Brandereignissen weiter erhöht haben.“ Die letzte Brandschau habe 2013 stattgefunden. Die Sicherheitstechnik sei sehr alt und das Gebäude groß.

700000 Euro seien nötig, weil die Brandmeldeanlage neu installiert und Brandschutztüren eingebaut werden müssten. Die Lüftungsanlagen, die Sicherheitsbeleuchtung und die Stromversorgung müssten überprüft, womöglich eine Überdruckbelüftungsanlage eingebaut werden.

Kai Dordowsky

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