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Lübeck Bürgerinitiative Krähenteich sendet Hilferuf
Lokales Lübeck Bürgerinitiative Krähenteich sendet Hilferuf
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10:57 18.05.2019
Bewohner aus dem Aegidienviertel haben den Drogentreffpunkt aufgeräumt: Benutzte Spritzen und vieles mehr liegen nur wenige Meter neben einem Kinderspielplatz – und das jeden Tag. Quelle: LN-Archiv
Innenstadt

Die Bürgerinitiative Krähenteich, die gegen den Drogentreff vor ihrer Haustür kämpft, hat allen 49 Politikern in der Bürgerschaft eine Dokumentation der aktuellen Lage und einen Hilferuf geschickt. „Seit Beginn des Frühlings sind täglich regelmäßig mehr als 20 Personen auf dem Drogenplatz“, schreibt die Initiative, „größere Polizeieinsätze finden seltener statt, Bürger im Viertel resignieren.“

Drogendepots werden nachts aufgefüllt

Die Dealer seien bestens organisiert, in der Umgebung des Platzes gebe es diverse Drogenverstecke und Depots, die nachts aufgefüllt würden. „Bürger aus verschiedenen gesellschaftlichen Schichten beschaffen sich auf dem Platz oder in Hauseingängen, Durchfahrten und Hinterhöfen Drogen.“ Die Anwohner würden sich ohnmächtig fühlen, weil von Verwaltung und Politik zu wenig unternommen und Kriminalität geduldet würde.

In einem Grobkonzept, das allen Politikern zugesendet wurde, fordert die Initiative die Schließung und Verlagerung des Platzes auf die andere Seite der Rehderbrücke sowie die Diskussion über einen Drogenkonsumraum.

Innensenator Ludger Hinsen (CDU): „Im Extremfall ist bei Vorliegen der rechtlichen Voraussetzungen auch eine völlige Auflösung der Szene nicht ausgeschlossen.“ Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Die LN wollten von der Polizei und Innensenator Ludger Hinsen (CDU) wissen, was sie von einer Verlagerung des Platzes halten. „Die Verlagerung des Platzes ist derzeit nicht vorgesehen“, sagt die Polizei. „Wir werden beim Ansteigen der Temperaturen noch sorgfältiger beobachten, was sich vor Ort tut“, erklärt der Innensenator, „bei Vorliegen der rechtlichen Voraussetzungen ist im Extremfall auch eine völlige Auflösung der Szene nicht ausgeschlossen.“

Hinsen: Ein anderer Platz drängt sich nicht auf

Hinsen weist aber auf das „Risiko einer Verlagerung an Orte, die noch ungeeigneter sind als der Krähenteich“ hin: „Eine gezielte Verlagerung scheitert derzeit auch daran, dass sich ein solcher Platz bisher nicht aufdrängt.“ Der CDU-Politiker bleibt dabei, dass sich die Situation auf dem Platz deutlich verbessert habe – durch die Anstrengungen von Polizei, Ordnungsdienst, Stadtgrün und Streetworkern.

Das bestreitet die Bürgerinitiative. Bürgerengagement werde von der Stadtverwaltung ignoriert. Selbst einfache Maßnahmen wie das Stutzen von Hecken und Büschen würden nicht umgesetzt. Die Initiative: „Damit trägt die Stadtverwaltung eine erhebliche Mitverantwortung an den kriminellen Handlungen vor Ort und der problematischen Sicherheitslage für die Bürger.“

Frank Zahn (SPD) hält nichts von Schnellschüssen: „Es wurde doch schon einiges gemacht.“ Quelle: LN-Archiv

Hartes Durchgreifen fordert der BfL-Vorsitzende Lothar Möller. „Der Rechtsstaat muss ein Zeichen setzen und energisch durchgreifen“, sagt Möller, „ein paar Streetworker zusätzlich werden die mehr als bedenkliche Entwicklung nicht regeln.“ Für die Dealer fordert der BfL-Politiker eine konsequente Strafverfolgung, aber auch Maßnahmen wie den Führerscheinentzug, Verfolgung durch Steuerbehörden und Angebote zum Ausstieg aus der Szene.

Awo-Drogenhilfe geht davon aus, dass sich die Szene verlagert

Es sei doch schon einiges geschehen, lehnt Frank Zahn (SPD) Schnellschüsse ab. Der sicherheitspolitische Sprecher der SPD: „Es wurden Streetworker eingestellt, die Polizei hat ihre Kontrollen verstärkt und der Platz wird regelmäßig gesäubert.“

Die Awo-Drogenhilfe geht davon aus, dass sich die Drogenszene künftig mehr in Richtung Hauptbahnhof und Zob verlagert. Am Hauptbahnhof kann seit einiger Zeit bis tief in die Nacht eingekauft werden. Außerdem stehe der Umzug einer Arztpraxis bevor, die Süchtige mit Ersatzstoffen versorgt.

dor

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