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Lübeck Büssau: Freude über die neue Kanalbrücke
Lokales Lübeck Büssau: Freude über die neue Kanalbrücke
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17:56 30.04.2019
Die neue Kanalbrücke zwischen Nieder- und Oberbüssau ist wieder befahrbar. Viele sind begeistert von der Optik der neuen Brücke. Quelle: Holger Kröger
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St. Jürgen

Die Verkehrsteilnehmer in Lübecks Süden können aufatmen. Nach gut eineinhalb Jahren wurde die Sperrung der Kanalbrücke zwischen Nieder- und Oberbüssau am Donnerstag vor Ostern aufgehoben. „Zum größten Teil sind die Arbeiten an der Brücke fertiggestellt“, sagt Burkhard Knuth, Leiter des zuständigen Wasserstraßen-Neubauamtes in Magdeburg. Zwar würden noch ein paar einzelne Restarbeiten am Geländer der Brücke anstehen, „aber wir hoffen, dass es für die Autofahrer zu keinen größeren Zeitverzögerungen kommt. Wir waren erst einmal bemüht, den Verkehr überhaupt wieder zum Laufen zu bringen.“ In spätestens sechs Wochen sollen aber auch die letzten Restarbeiten vollendet sein.

Die Kosten für den Brückenbau betragen 7,7 Millionen Euro

Das neue Bauwerk wurde auf 4,80 Meter verbreitert. Gleichzeitig wurde die Durchfahrtshöhe für Schiffe auf dem Elbe-Lübeck-Kanal auf mindestens 5,25 Meter angehoben. Auch die bisher geltende Gewichtsbeschränkung wurde aufgehoben, so dass künftig Lkw von über neun Tonnen Gewicht über die Brücke fahren dürfen. Die Kosten des Bauwerks liegen bei 7,7 Millionen Euro, die zu gleichen Teilen von der Stadt Lübeck und der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes getragen werden.

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Der Neubau der Brücke über den Elbe-Lübeck-Kanal in Büssau ist so gut wie fertig. Nur am Rand finden noch ergänzende Arbeiten statt. Autos können die Brücke wieder passieren.

„Teilweise sind das richtige Künstler, diese Handwerker“

Die Erleichterung vieler Anwohner über die Fertigstellung der Brücke ist groß: „ „Die Brücke ist richtig schön geworden und ist ganz klar eine Bereicherung für Lübeck – teilweise sind das richtige Künstler, diese Handwerker“, schwärmt Rosi Libuda, die nur ein paar Hundert Meter entfernt von der Brücke wohnt. Sie ist froh, nicht mehr die Umleitung über den Landwirtschaftsweg nehmen zu müssen. Wie alles im Leben habe aber natürlich auch die Inbetriebnahme der Brücke zwei Seiten. „Vorher war es schön ruhig, und ich konnte ganz entspannt mit den Hunden gehen, jetzt ist hier wieder mehr los“, so Libuda.

Es hat sich scheinbar noch nicht überall herumgesprochen, dass die Brücke wieder geöffnet ist

Doch einige Autofahrer sind noch unsicher, welchen Weg sie nehmen sollen. Das spüren auch die Arbeiter, die die letzten Baumaßnahmen am Brückengeländer vornehmen. „Der Verkehr ist schon mehr geworden, aber man hat so ein bisschen das Gefühl, dass noch nicht alle wissen, dass die Brücke wieder befahrbar ist“, sagt Metallbauer Andreas Gerchel. Zusammen mit seinen Kollegen richtet er das Brückengeländer und betoniert den Boden: „Damit das alles wunderbar aussieht und hier vor allem nichts passieren kann, wenn mal jemand dagegen fährt“, ergänzt Metallbauschlosser Hartmut Ohrdorf von der Firma Bratik aus Bösdorf in Sachsen-Anhalt.

Als Fahrradfahrer nimmt eine Umleitung viel Zeit in Anspruch

Heike Koch aus Lübeck hat ihr Auto vor der Büssauer Brücke abgestellt und läuft zu Fuß darüber. „Das ist richtig toll geworden und passt zu meinem heutigen Hochgefühl“, sagt Koch und hält ihr Gesicht in die Sonne. Als sie das letzte Mal hier war, war die Brücke noch abgesperrt. „Das war schon ganz schön nervig, gerade als Radfahrer ist eine Umleitung doch immer gleich ganz schön weit, mit dem Auto geht das ja noch.“

Fehlendes Geländer in der Kurve beunruhigt Anwohner

Die Freundinnen Regina Flaegel und Birte Markow wollen sich einen Überblick über die neue Brücke direkt vor ihrer Haustür verschaffen. „Schön ist sie ja geworden“, sagt Flaegel und nickt anerkennend. „Die Kurve ist für Autofahrer auch viel besser einzusehen, obwohl ich ja gedacht hätte, dass sie die wegnehmen würden. Wenn hier mal jemand zu schnell fährt, landet der ja gleich im Wasser!“ Flaegels Freundin Birte Markow teilt die Bedenken: „Vielleicht bauen sie erst dann ein Geländer in die Kurve, wenn etwas passiert ist.“

Auch Familie Koch, die nicht weit entfernt von der Brücke wohnt, hat sich schon Gedanken über das fehlende Geländer in der Kurve gemacht. „Das ist ja auch für ältere Leute nicht ganz ungefährlich“, sagt Birgitta Koch. „Durch den neu asphaltierten Boden wird ja auch viel schneller gefahren.“ Allzu besorgt sei sie deswegen aber trotzdem nicht.

Josephine Andreoli