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Lübeck Bundestag: Ungewöhnlicher Zweikampf bei den Lübecker Grünen
Lokales Lübeck Bundestag: Ungewöhnlicher Zweikampf bei den Lübecker Grünen
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19:00 06.12.2019
Große Freude am Wahltag: Bruno Hönel und Michelle Akyurt (beide Grüne) am 26. Mai 2019 im Rathaus. Die Top-Ergebnisse der Öko-Partei bei der Europawahl werden gerade verkündet. Quelle: 54° / Felix Koenig
Lübeck

Zwei Chefs, zwei Kandidaten: Ein ungewöhnliches Duell um den Bundestag bahnt sich bei den Lübecker Grünen an. Die Fraktionschefs Michelle Akyurt (45) und Bruno Hönel (23) wollen beide in den Bundestag. Derzeit führen sie als Duo die Fraktion in der Bürgerschaft. Die Grünen haben dort elf Sitze. Nun liefern sie sich einen Zweikampf und werden Konkurrenten bei der Kandidatenkür zum Bundestag.

Grüner Zweikampf: Michelle Akyurt gegen Bruno Hönel

In den Bundestag will Hönel schon länger. „Das habe ich immer offen und transparent kommuniziert“, erklärt er auf LN-Anfrage. Zu Details wolle er sich aber noch nicht äußern. In einer Email an die Mitglieder der Lübecker Grünen hat er geschrieben, er wolle sich bewerben als Bundestagskandidat. Hingegen Akyurt hat ihre Bewerbung schon ausführlich bekannt gegeben – vor bereits vor gut zwei Monaten. Ob die Kandidatur der beiden die Fraktionsarbeit behindert? „Nein“, beteuern Akyurt und Hönel unisono. Bei den Grünen sei es üblich, dass sich stets mehrere Kandidaten um einen Posten bewerben. Es kann durchaus sein, dass sich noch mehr Bewerber melden.

Grüne: Fraktionschef bleiben – oder nicht bleiben?

Ein Unterschied zwischen den beiden Bewerbern ist bereits jetzt klar: Hönel will Fraktionschef bleiben, Akyurt gibt den Fraktionsvorsitz auf. „Zur Bundestagswahl ist es noch weit hin“, so Hönel. Er wolle sich weiter auf die Fraktion konzentrieren. „Ich möchte den Fraktionsvorsitz nicht als Sprungbrett für meine Kandidatur benutzen“, erklärt hingegen Akyurt. Bei den Lübecker Grünen wird der Fraktionsvorstand am 7. Januar 2020 neu gewählt - völlig regulär. Neu: Nun soll eine Vierer-Spitze in der Fraktion gewählt werden: zwei Fraktionschefs und zwei Stellvertreter. Bisher gab es lediglich zwei Fraktionschefs.

Bundestagswahl erst am 24. Oktober 2021

Die Zeitschiene: Frühestens ab 25. Juni 2020 können die Grünen ihren Kandidaten für den Bundestag nominieren. Das gilt auch für alle anderen Parteien. Nominiert wird der Kandidat von den Mitgliedern. Meistens gibt es mehrere Bewerber. Bei der Bundestagswahl gehören zum Lübecker Wahlkreis die Stadt Lübeck und einige Gemeinden des Kreises Herzogtum Lauenburg. Die nächste Bundestagswahl ist für 24. Oktober 2021 anberaumt. Bei den Grünen beginnt die Kandidatenkür häufig früher als in den anderen Parteien.

Bei den Grünen gibt es einen bemerkenswerten Zweikampf. Bei der SPD kämpfen zwei Männer um die Kandidatur – und bei der CDU könnte alles bleiben, wie es ist.

SPD: Gabriele Hiller-Ohm tritt nicht an

Die SPD ist noch nicht ganz so weit. Für sie steht zuerst die Wahl des neuen SPD-Kreisvorstandes an. Die ist am 15. Februar 2020. Die neue Doppelspitze muss dann die Kandidaten-Kür für den Bundestag organisieren. Im Herbst werden die Genossen voraussichtlich ihren Kandidaten nominieren. Aber: Bei der SPD laufen sich die ersten Bewerber bereits warm. Denn Bundestagsabgeordnete Gabrielle Hiller-Ohm (66) tritt nicht wieder an. Sie hat das Amt 20 Jahre lang ausgeübt, wenn die Legislaturperiode endet.

SPD: Zwei Kandidaten für den Bundestag gibt es schon

Bisher sind zwei Männer mit von der Partie – und wollen für die Lübecker SPD in den Bundestag. „Ich werfe meinen Hut in den Ring“, sagt Ingo Schaffenberg (49). Er trat bereits 2016 an, lieferte sich einen Zweikampf mit Hiller-Ohm. Damals unterlag er klar: Hiller-Ohm holte 42 Stimmen der Lübecker Delegierten, Schaffenberg lediglich 22 Stimmen. Ebenfalls antreten will Tim Klüssendorf. „Ich kann mir das gut vorstellen“, sagt Klüssendorf. Der 28-Jährige ist Referent des Bürgermeisters Jan Lindenau (SPD), seit Mai 2018. Klüssendorf hat Lindenaus Wahlkampf gemanagt. Er hat einen großen Anteil daran, dass Lindenau nun im Chefsessel des Rathauses sitzt.

CDU: Tritt Claudia Schmidtke wieder an?

Bei der Lübecker CDU dauert es noch. Bisher hat sich niemand gemeldet, der in den Bundestag will. Aber: Es ist wahrscheinlich, dass die Bundestagsabgeordnete Claudia Schmidtke (53) wieder antritt. „Ich gehe davon aus“, sagt Kreischef Carsten Grohmann. „Natürlich möchte ich diese Arbeit auch fortsetzen“, erklärt Schmidtke. Denn das Mandat mache ihr viel Freude. Sie wurde im September 2017 in den Bundestag gewählt – zum ersten Mal. „Ich bin stolz auf alles, was ich bisher für den Wahlkreis und die bundesweite Gesundheitspolitik erreichen konnte“, so Schmidtke. Allerdings: „Zur Halbzeit der Legislaturperiode schon die nächste Kandidatur zur diskutieren, das finde ich viel zu früh.“

Von Josephine von Zastrow

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