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Lübeck Cannabis-Anbau auf der Wallhalbinsel? Bei Anruf Aprilscherz!
Lokales Lübeck Cannabis-Anbau auf der Wallhalbinsel? Bei Anruf Aprilscherz!
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11:20 01.04.2017
Cannabis auf der Wallhalbinsel? Christen für Trump? Keine Tunnelmaut für Touristen? Wir haben uns echte Knaller-Nachrichten ausgedacht, um die Lübecker in den April zu schicken. Quelle: Fotolia

Mauterhöhung, damit es für Touris billiger wird

Georg Sewe, Vorsitzender des Gemeinnützigen Vereins Kücknitz. Foto: Maxwitat

Der Betreiber des Herrentunnels plant offenbar, die Gebührenordnung zu ändern: Fahrzeuge mit auswärtigen Kennzeichen sollen in den Sommermonaten einen verbilligten Sondertarif bekommen, dafür werden die Durchfahrtgebühren für die Lübecker moderat erhöht. Was halten Sie davon?

Georg Sewe: Das ist ja der absolute KNALLER, was Sie da jetzt sagen! Auf Deutsch heißt das, die Lübecker sollen den touristischen Verkehr subventionieren. Das ist ein Schlag ins Gesicht der Lübecker! Die Politik hat uns ja schon viel eingebrockt mit diesem Experiment, und vor allem wir im Norden der Stadt müssen es ausbaden. Gerade für die Fremden spielt es doch überhaupt keine Rolle, ob sie ein paar Cent mehr oder weniger zahlen müssen.

 Vielen Dank, Herr Sewe. Ich sage Ihnen noch, wann wir den Artikel veröffentlichen möchten: am Sonnabend, 1. April.

Sewe (lacht): Das ist ja’n Ding! Dass Sie mich mit der Maut reingelegt haben!

 Sie haben nichts dagegen, dass ich Ihre Reaktion verwende?

 Sewe (lacht noch immer): Nein, es ist für uns ja nur gut, das befeuert das Bewusstsein für das Thema.

Eine Professur für Homöopathie

Jürgen Westermann, Studiengangsleiter Humanmedizin an der Uni.

Die Stiftung „Similia similibus curentur“ will an der Universität zu Lübeck einen Lehrstuhl für Homöopathie einrichten. Hätten Sie etwas dagegen?

Jürgen Westermann: Fragen Sie mich jetzt als Arzt oder als Studiengangsleiter?

Ich frage Sie als Angehörigen der Universität.

Westermann: Ich kann dazu jetzt nicht Stellung beziehen. Sehen Sie, wenn der Präsident der Universität jetzt sagt, er will so einen Lehrstuhl haben... Wenn Sie mich persönlich fragen: Es gibt so viele Dinge, die wir in der Medizin in Angriff nehmen müssen. Wir wollen weg vom reinen Faktenlernen hin zu mehr Zusammenhängen. So ein Lehrstuhl käme erst dran, wenn ich schon längst pensioniert wäre...

Sie wären also nicht kategorisch dagegen?

Westermann: Wenn jemand ankommt und viel Geld hat, dann muss man sich mit ihm hinsetzen und einen Kompromiss finden.

Wir wollen das übrigens am 1. April drucken.

 Westermann: Ach so.

Darf ich das verwenden, was Sie gesagt haben?

Westermann: Ja, natürlich, am 1. April dürfen Sie alles.

Christen für Trump

Petra Kallies, Pröpstin des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg. FOTO: BERG

Mir ist ein Flugblatt in die Hände gefallen, das vor der Kreuzkirche in St. Jürgen verteilt wurde. Es hat die Überschrift „Christen für Trump“. Hat so etwas für Sie einen Platz in der christlichen Kirche?

Petra Kallies: Nee. Natürlich haben wir auch in der evangelischen Kirche Menschen, die die AfD wählen. Es ist sogar ein erschreckend hoher Anteil. Aber „Christen für Trump“, das finde ich dermaßen absurd... - das klingt extrem seltsam.

Die Verfasser schreiben: „Wir sind eine gemischtkonfessionelle Gruppe von Lübecker Christen, die ein Zeichen gegen den linken Zeitgeist setzen wollen. Trump tritt für die Vergessenen und Verachteten ein. Damit steht er in der Tradition der christlichen Botschaft.“

Kallies: Aber Trump ist doch nicht jemand, der sich um die Entrechteten, Armen und Frommen kümmert! Da ist ja wirklich null christliche Botschaft! Wie man auf die Idee kommen kann . . . Das muss eine extreme Splittergruppe sein. Oder es ist Satire. Wer ist denn auf dem Flugblatt als Verantwortlicher genannt?

 Äh... Da sind Sie schon auf der richtigen Fährte. Wir veröffentlichen das am 1. April.

Kallies: (lacht.) Na, ein Glück. Ich dachte schon: Wie blöd, jetzt musst du wieder ganz von vorn erklären, warum das nicht geht...

Cannabis-Anbau auf der Wallhalbinsel

Jörg Sellerbeck von der Projektgruppe Initiative Hafenschuppen. FOTO: DORDOWSKY

 Ein junger Unternehmer möchte in den Hafenschuppen Cannabis für medizinische Zwecke anbauen. Ich weiß nicht, ob er sich bei Ihnen schon gemeldet hat . . .

Jörg Sellerbeck: Bei mir nicht, aber wir haben hier gerade eine Sitzung der Kerngruppe des Projekts, ich frag’ mal in die Runde. (Spricht mit anderen im Hintergrund.) Nee, haben wir noch nicht gehabt. Wenn Sie meine persönliche Einschätzung wollen: Wir haben hier eine besondere Lage zwischen den Stadtteilen. Deshalb haben wir eine bestimmte Nutzungszuweisung. Cannabis-Anbau kann man ja wahrscheinlich überall machen. Dafür ist der Ort eigentlich zu schade. Wie ist es eigentlich zu erklären, dass der Mann gerade diesen Ort ausgewählt hat?

Da komme ich etwas ins Schwimmen, deswegen löse ich es lieber auf: Wir wollen das am 1. April veröffentlichen.

Sellerbeck: Ach so! (lacht.)

 Sie können sich jetzt von dem Schreck erholen.

 Sellerbeck: Ach, das ist kein Schreck. Wir kriegen ja die absurdesten Anfragen. Sie können Ihrem Cannabis-Anbauer sagen, er soll sich mal die Siemser Ölmühle ansehen.