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Lübeck 1500 feiern mit bunter Parade in der City
Lokales Lübeck 1500 feiern mit bunter Parade in der City
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17:21 18.08.2018
Die Parade zieht durch die Holstenstraße. Quelle: Agentur 54°
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Innenstadt

So viel Regenbogen war noch nie in Lübeck. Und so jung war die Parade auch noch nie. Regenbogenfahnen werden über den Rücken getragen, um die Hüften geschlungen oder als Kopftuch drapiert. Gut 1500 Leute laufen mit bei der Parade zum Christopher Street Day (CSD). Die Teenager sind 14 bis 20 Jahre alt, teilweise aus Hamburg angereist. Oft sind sie weder schwul noch lesbisch, aber unterstützen die Bewegung – für eine liberale Gesellschaft.

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Die einst sehr politisch-kämpferische Veranstaltung wandelt sich zu einem fröhlichen Happening. „Das ist ein neuer Trend“, freut Christian Till, Vorsitzender des CSD Lübeck. Was ihn begeistert: „Die jungen Leute nehmen den Geist von Vielfalt und Akzeptanz mit zu ihren Freunden und Familien.“

Am Sonnabend fand in der Lübecker Innenstadt die CSD-Parade statt.

Was ist die Ursache für den neuen Zulauf? Da rätselt Till auch. Möglicherweise habe es etwas mit der Öffnung der Ehe zu tun. Seit Herbst 2017 dürfen in Deutschland auch Schwule und Lesben heiraten. „Jetzt geht man zum CSD und feiert mit“, sagt Till. „Das ist nichts mehr, für das man sich schämen muss.“

Das Motto dieses Jahr: „Lebt Liebe“ – und das feiern die Leute ausgiebig. „Cool! Mein Lehrer ist schwul“ steht in weißen Buchstaben auf einem blauen T-Shirt, das ein junger Mann trägt. Eine Mädchenschar plädiert auf einem selbstbemalten Pappschild für „weniger Stress, mehr küssen“. „Lieber eine schwarze Seele, als eine braune Gesinnung“ tut ein Mann mit Bart in Frauenkleid der Welt kund. Und da ist Bert - einer, der seit zehn Jahren durch die Welt reist. Von einem CSD zum anderen. Etwa 50 hat er in dieser Zeit bereits besucht und nächstes Jahr geht es nach New York – zum World Pride.

jvz

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