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Lübeck Christopher Street Day in Lübeck: Großes Fest für die Liebe
Lokales Lübeck Christopher Street Day in Lübeck: Großes Fest für die Liebe
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13:04 18.08.2019
Ein bunter Auftritt: Der Christopher Street Day (CSD) Umzug in Lübeck. Quelle: Wolfgang Maxwitat
Lübeck

So viel Regenbogen war noch nie. Die Fahne wird um die Hüften geschlungen, über die Schultern drapiert oder als Kopftuch genutzt. Mehr als 2000 Lübecker sind auf dem Markt – beim Christopher Street Day (CSD). Darunter Teenager, Jugendliche und Erwachsene. Es sind so viele Lübecker dabei wie schon lange nicht mehr. Früher war der CSD ein familiäres Fest. Heute ist es ein Happening.

Worum geht es beim Christopher Street Day?

Der Christopher Street Day erinnert jedes Jahr an Ereignisse vom 28. Juni 1969: Polizisten stürmten vor 50 Jahren die New Yorker Schwulen- und Lesbenbar „Stonewall Inn“ in der Christopher Street und lösten dadurch einen mehrtägigen Aufstand von Schwulen, Lesben und Transsexuellen aus.

Christopher Street Day mit vielen Sympathisanten

Bemerkenswert: Nicht jede ist lesbisch, die sich die Regenbogen-Farben ins Gesicht gemalt hat. Nicht jeder ist schwul, der ein T-Shirt mit buntem Herz trägt. „Es gibt viele Sympathisanten bei dem Thema“, freut sich Christian Till, Vorsitzender des Lübecker CSD. Einst war der Regenbogen das Symbol der schwulen Bewegung der 1970er Jahre. Heute ist der Regenbogen das Symbol für eine tolerante Gesellschaft geworden.

Bunter Bilderbogen zum CSD in Lübeck.

CSD: Eintreten für eine tolerante Gesellschaft

„Es ist wichtig, dass viele Leute dabei sind“, sagt Louise Hecke. „Damit die Akzeptanz des Themas in der Masse ankommt“, sagt die 27-Jährige. Julia Horn ist ebenfalls gekommen, um den Christopher Street Day zu unterstützten. Die 28-Jährige: „Der CSD ist ja nicht nur für die Szene, sondern für alle da.“ Ebenso sieht es Nils Bösche. „Ich finde, es ist ein Privileg in westlichen Ländern, dass man seine Sexualität ausleben kann“, sagt der 24-Jährige. „Das sollte man feiern – und gegen Intoleranz eintreten.“

Schwule und Lesben in der Familie

Manche kommen auch, weil es in ihrer Familie einen schwulen Bruder oder eine lesbische Tante gibt. Wie Dana Schreiber (24). Ihre Schwester ist lesbisch: „Ich unterstützte das.“ Dieselbe Intention hat Jacqueline Seedorf-Quast. Die 28-Jährige sitzt entspannt mit ihrem Mann Julian Seedorf (30) auf einer Bierbank auf dem Markt. „Meine Schwester ist mit einer Frau verheiratet.“ Sie findet das gut. Weiß aber auch, dass der Weg zum Coming out oft schwer ist. „Sie hat lange gebraucht dafür.“

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Klicken Sie hier, um die schönsten Fotos von Christopher Street Days in Lübeck der letzten Jahre zu sehen.

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