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Lübeck Wie geht es den Lübecker Infizierten und wann spielt der VfB Lübeck wieder?
Lokales Lübeck Wie geht es den Lübecker Infizierten und wann spielt der VfB Lübeck wieder?
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09:46 15.04.2020
Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau (rechts) beantwortete bereits zum fünften Mal im Livestream Fragen von LN-Reporter Lars Fetkoeter und der LN-Facebook-Community.
Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau (rechts) beantwortete bereits zum fünften Mal im Livestream Fragen von LN-Reporter Lars Fetkoeter und der LN-Facebook-Community. Quelle: LN
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Lübeck

Bereits zum fünften Mal hat sich Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau am Dienstagabend den Fragen der LN-Leser zum Thema Corona gestellt. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten auf einen Blick:

Wie viele Covid-19-Fälle gibt es aktuell in Lübeck?

Der positive Trend verstetigt sich. Insgesamt gibt es in Lübeck seit Beginn der Aufzeichnungen 151 Infizierte. Die Zahl der aktuell Erkrankten liegt bei 44 – 106 Personen sind genesen. Diese Zahl wächst deutlich stärker als die Zahl der neu Infizierten. Das ist ein gutes Signal, auch wenn die genauen Zahlen der Osterfeiertage noch ausstehen. Sehr wenige Patienten aus Lübeck sind aktuell in der Intensivbetreuung. Aus Frankreich wurden zudem acht Patienten in Lübeck aufgenommen, vier davon sind noch in der Intensivbetreuung.

In Lübeck wurde eine Infizierte in einem Pflegeheim gemeldet – warum nennt die Stadt den Namen des Heims nicht?

Wir wollen eine Stigmatisierung des Pflegeheims verhindern. Alle Maßnahmen, die eingeleitet wurden, sind von höchster Sicherheitsstufe. Wir haben eine pflegebedürftige, mit Covid-19-infizierte Person in einem Lübecker Pflegeheim. Alle Pflegekräfte in der Senioreneinrichtung und auch alle anderen Bewohner zeigen derzeit keine Symptome. Wir werden das Ganze genau beobachten und die Pflegekräfte weiterhin testen.

Welche Maßnahmen helfen in diesen Einrichtungen?

Die geltenden Maßnahmen müssen wir weiter aufrechterhalten. Seit April gilt ein absolutes Besuchsverbot für Pflegeheime, Kliniken und derartige Einrichtungen. Die oft geschwächten Personen gehören zur Risikogruppe und müssen intensiver geschützt werden. Es ist nicht damit zu rechnen, dass sich diese Besuchsregeln deutlich verändern.

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Gibt es denn ausreichend Schutzausrüstung?

Wenn es zu Engpässen kommt, können wir über die Bestände der Feuerwehr mit Lieferungen unterstützen. Wir haben allerdings im Moment keine Meldungen über Engpässe. Auch das Land hat Kapazitäten auf die Städte und Gemeinden verteilt und wir beschafften als Hansestadt Lübeck weiterhin zentral Masken und Schutzausrüstungen.

Wie wird nach dem 20. April weiter verfahren?

Wir müssen die einzelnen Bereiche genau anschauen. Zum einen gibt es da Abwägungen in Hygienefragen – also etwa, wann Frisöre wieder öffnen dürfen, da werden wir in den nächsten Wochen drüber sprechen müssen. Auch Nähgeschäfte bieten an, Stoffe zum Nähen für einen Mundschutz anzubieten, dürfen aber derzeit nicht öffnen. Viele Bürger fragen auch, ob und wann Elektrofachgeschäfte wieder öffnen dürfen. Aber es ist natürlich wichtig, dass wir nur wenige Menschen auf kleinem Raum versammeln. Eine weitere Frage ist die der Kinderbetreuung. Wie können wir hier dafür sorgen, dass Familien sich organisieren können? Ein erster Test werden jetzt die Schulprüfungen sein – dafür haben wir in den letzten Tagen bestimmte Schutzmaßnahmen festgelegt. An 26 Orten werden ab Montag in Lübeck Schulprüfungen abgehalten, das ist für die Hansestadt eine Herausforderung. Die Reinigung von Tischen muss gewährleistet sein, wir brauchen ausreichend Desinfektionsmittel und vieles mehr.

Wann werden die Geschäfte, Kneipen etc. wieder geöffnet?

Es gibt gegenwärtig keine Vorabinformationen zum Treffen zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten am morgigen Mittwoch. Aber: Wir müssen uns darauf einstellen, dass es keine pauschalen Lockerungen geben wird. Auch Ministerpräsident Daniel Günther geht von einem Stufenplan aus, dass also nach und nach Lockerungen in bestimmten Bereichen eintreten. Alles andere wäre von der Organisation her schwierig. Ich bin für eine moderate Entwicklung, das hilft uns mehr, als dass wir am Ende Rückschritte verkünden müssen.

Wann sind Besuche bei Ämtern und Behörden wieder möglich?

Der Bürgerservice der Hansestadt Lübeck ist zentral über die Hotline 0451 115 für alle Fragen erreichbar. Auch per Mail unter ordnungsamt@luebeck.de ist eine Kontaktaufnahme möglich. Wir versuchen dann, den Auftrag zu erledigen und Termine zu vergeben. Für einige Anträge sind die Fristen aber auch außer Kraft gesetzt. Wer also etwa gerade nicht rechtzeitig einen neuen Personalausweis beantragt, muss nicht sofort mit einem Bußgeld rechnen.

In einer LN-Umfrage hat die Mehrheit der Befragten angegeben, dass sie für eine Verlängerung der Ausgangsbeschränkungen ist. Überrascht Sie das?

Der Trend hat sich durchaus abgezeichnet –ich werde sogar per Mail oft aufgefordert, die Regeln noch strenger zu formulieren als die Landesvorgaben es zulassen. Doch eines ist ganz entscheidend: Auch wenn wir jetzt eine Akteptanz für die Regeln und die Kontrolle der Einhaltung haben, dann dürfen diese Regeln nach dem Ende der Pandemie nicht dazu genutzt werden, grundsätzlich grundgesetzliche Regelungen außer Kraft zu setzen oder sie zu verändern. Davor warne ich dringend. Aber ich bin positiv angetan davon, dass so viele Bürger bereit sind, die Einschränkungen zu akzeptieren, wenn es denn einem Ziel nutzt.

Viele Befragte geben außerdem an, Maßnahmen wie Handytracking zu unterstützen. Wie stehen Sie dazu?

Handytracking findet real schon statt. Auch das Robert-Koch-Institut erhebt bereits Handydaten. Wenn wir Onlinenutzer fragen, ist die Akzeptanz dafür sehr hoch – schon seit längerer Zeit. Schwierig wird es bei Bürgern, die nicht so sehr digital-affin sind und bei der Diskussion, welche Daten konkret erhoben werden dürfen. Ich kann verstehen, wenn einige hier sagen: Wo ist die Grenze? Beispiele aus Südkorea werden dann oft zitiert, aber hier gibt es eine andere Situation, dort werden diese Maßnahmen staatlich verordnet.

Wie nehmen Sie das Thema Digitalisierung wahr – etwa bei den Schulen oder der Lübecker Verwaltung?

Für einige Bereiche hat die Krise auch etwas Gutes. Manchmal stellt sich eine Veränderung ein, die vorher extrem langwierig war. Das merke ich auch in der Verwaltung, etwa bei der Akzeptanz von Telefonkonferenzen. Der ein oder andere Geldtopf ist zudem in diesen Zeiten schneller geöffnet. Aber auch hier gilt: Am Ende werden wir nicht dazu kommen, dass alles komplett digitalisiert wird. Aber etwa an einigen Schulen haben wir das Thema schon länger erprobt und von den Erfahrungen der drei Musterschulen profitieren wir in Lübeck gerade. Und ich bin froh, dass wir in den Bürgerbüros das bargeldlose Zahlen schon vorher eingeführt hatten – vor einem dreiviertel Jahr war das noch nicht möglich.

Gibt es derzeit am UKSH einen kinderärztlichen Bereitschaftsdienst?

Grundsätzlich sollten die Bürger vor einem Besuch beim Arzt derzeit beim Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116 117 anrufen und abklären, ob ein persönlicher Arztbesuch notwendig ist. Die Corona-Behandlung hat Priorität, aber die fachärztliche Versorgung ist weiterhin sichergestellt. Aber auch die „normalen“ Patienten werden weiterhin in den Krankenhäusern versorgt, der Betrieb wird aufrechterhalten.

Wann wird es wieder möglich sein, Spiele des VfB Lübeck anzuschauen?

Wir sehnen diese Spiele, Fußball wie Handball, natürlich alle herbei – aber das ist die Art von Veranstaltung, die erst ganz am Ende wieder zugelassen werden darf. Aber es gibt natürlich auch spannende Video-Übertragungen, wo die Bürger beim Training zuschauen können.

Wann dürfen Spiel-und Sportplätze wieder genutzt werden?

Das wird zusammen mit der Frage diskutiert werden, wann Schulen und Kitas wieder öffnen, alles andere wäre schwer zu vermitteln. Möglich sind abgestufte Lockerungen, etwa dass Spielplätze erstmal nur am Wochenende geöffnet werden. Aber das regelt die Hansestadt nicht selbst, sondern sie ist auf die landesweiten Regelungen angewiesen. Joggen oder Fahrradfahren ist alleine oder zu zweit derzeit möglich. Die Nutzung von Sportstätten ist dagegen bis auf Weiteres, mindestens bis zum 19. April, noch untersagt.

Und wie steht es um die Travemünder Woche?

In der nächsten Woche werden wir eine finale Entscheidung treffen. Wir wissen um die Probleme um den Tourismus und wir werden abwägen, wie wir weiter verfahren.

Hier finden Sie den ganzen Stream zum Nachschauen:

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Von LN