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Lübeck DIE WOCHE IM RATHAUS
Lokales Lübeck DIE WOCHE IM RATHAUS
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22:10 28.06.2013
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Lübeck kann es sich nicht leisten. Das eine wie das andere: die Stadtwerke-Anteile selbst von Ex-Partner Dong zurückzukaufen für 42,3 Millionen Euro — oder den Stadtwerken Aachen als neuem Partner jährlich drei Millionen Euro zu zahlen. Lübeck steht da wie ein nackter Mann, der kein Geld für Kleidung hat und der deshalb seine eigene Haut verkaufen muss. Welches Risiko ist höher: 42,3 Millionen Euro selbst zu schultern oder jährliche Rendite zahlen?

Die Politiker von SPD, Grünen, Linken, Partei-Piraten und Freien Wählern haben ihre Hände für die 42 Millionen Euro gehoben — wohlwissend, dass dabei nicht sie das letzte Wort haben, sondern die Kieler Kommunalaufsicht. Wer nicht selbst die Bürde der Entscheidung tragen muss, kann leicht den „Rekommunalisierer“ geben. Wie immer die Antwort des Ministers am Donnerstag ausfällt — klar ist, dass die Hansestadt sich nur Zeit erkauft. Sie wird Geld in die Stadtwerke stecken müssen, weil auf Dauer die Einnahmen des Energieversorgers sinken und die Ausgaben beim Stadtverkehr steigen. Dieses Millionen-Delta muss der Steuerzahler zahlen — die Frage ist nur wann. Mit den Aachenern könnte das schon in dieser Wahlperiode geschehen. Mit dem Rückkauf der Anteile dauert es vielleicht etwas länger. Sicher ist: Die Stadt muss die Rechnung zahlen.

LN