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Lübeck Nach Rohrbruch: Lübecker Tagesmutter findet Zuflucht in Ferienhaus
Lokales Lübeck Nach Rohrbruch: Lübecker Tagesmutter findet Zuflucht in Ferienhaus
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15:05 27.12.2018
Tagesmutter Tatjana Rasche hat nach einem Wasserrohrbruch eine neue Bleibe in der Ferienwohnung von Karl-Heinz Brenner in der Straße Engelswisch gefunden. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Innenstadt

Was für ein Weihnachtsgeschenk! Weil ein Ferienhausbesitzer spontan hilft, wird Tagesmutter Tatjana Rasche der Gang zum Jobcenter erspart. Durch einen Wasserrohrbruch in den Betreuungsräumen konnten die Kinder nicht mehr betreut werden. Jetzt ist ein vorübergehendes Domizil da.

Seit einigen Tagen lebt Rasche nur provisorisch in ihrer Wohnung in der Dr. Julius-Leber-Straße. Zu groß sind die Schäden nach zwei Wasserrohrbrüchen im Haus und unter dem Gehweg. Die beiden unteren Etagen, in denen die Tagesmutter fünf kleine Kinder betreut, sind sogar so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass die Räume derzeit nicht nutzbar sind. Eine Katastrophe für die selbstständige Tagesmutter. „Wer am Ende für die Schäden aufkommt, ist derzeit unklar“, sagt Rasche.

Dank der spontanen Hilfe des Verbundes der Kindertagespflege – einer Einrichtung von Stadt und Diakonie – werden die Kinder derzeit durch eine andere Tagesmutter betreut. Und Dank der spontanen Hilfsbereitschaft von Hausbesitzer Karl-Heinz Brenner kann Tatjana Rasche ihre Arbeit schon bald fortsetzen. „Ich bin so froh“, sagt Rasche, deren Hilferuf bei dem Hauseigner Gehör fand. „Wenn Herr Brenner nicht gewesen wäre, hätte ich meine Selbstständigkeit an den Nagel hängen und zum Jobcenter gehen können“, so Rasche. „Der Druck war enorm“, so die Tagesmutter. Schon bald kann nun der große Krippenwagen gepackt werden. Denn Brenner hat der Tagesmutter kurzfristig sein Ferienhaus im Engelswisch vermietet. Die 48-jährige, gebürtige Essenerin lebt seit 2004 in Lübeck. Selbständig ist sie als Tagesmutter. Fünf Kinder im Alter zwischen einem und zweieinhalb Jahren sind in ihrer Obhut. Und die werden schon bald ein neues Zuhause haben – zumindest vorübergehend. Schon am 2. Januar will Rasche die letzten Vorbereitungen treffen. Dann ist der letzte Ferienhausmieter raus, und die Tagesmutter kann ihre Arbeit wieder planmäßig ab dem 3. Januar aufnehmen. Vorgesehen ist die Unterbringung der Kinder in dem Ferienhaus für den gesamten Monat Januar. Momentan ist ein Teil des Hauses in der Dr. Julius-Leber-Straße noch aufgestemmt. „Danach müssen weitere Arbeiten erfolgen, Rohre verlegt und Böden eingebracht werden. Es folgen Fliesen- und Malerarbeiten“, so Rasche, die hofft, dass die Sanierung des Wasserschadens in der bisherigen Unterkunft bald abgeschlossen ist. „Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn ich keine Ersatzunterkunft gefunden hätte“, so Rasche.

Etwa 70 Quadratmeter Wohnfläche misst das Altstadthaus im Engelswisch. Brenner (54), gebürtiger Flensburger, hatte auf den Hilferuf der Tagesmutter reagiert. Jetzt ist der Vertrag, noch dazu mit vergünstigten Konditionen, gemacht. Das Haus im Engelswisch bietet der Tagesmutter über drei Ebenen beste Möglichkeiten für die Kinderbetreuung. Ausgestattet ist das Ferienhaus mit einer Einbauküche, „und eigentlich allem, was wir so brauchen“, sagt Rasche. Nur die Sperrvorrichtungen an den Treppen müssten noch angebracht werden. Selbst der Heizboiler sei so eingestellt, dass keine Gefahr für die Kleinen beim Händewaschen bestehe. „Es ist sauber, es ist warm, und ich habe die Möglichkeit, den Kinderwagen auf den eigenen Hof zu stellen“, sagt Rasche. „Für meine Bedürfnisse absolut perfekt.“ Das freut natürlich den Hausherrn. Für ihn sei die spontane Hilfe „völlig selbstverständlich.“

„Es gibt immer mal Fälle, die an uns Ferienhausbesitzer herangetragen werden, sei es nach Wohnungsbränden oder Rohrbrüchen.“ Dann gelte es, Gäste „hin- und herzuschieben“, so Brenner. „Und das gelingt dann in den meisten Fällen, so wie jetzt im Falle der Tagesmutter.“ Normalerweise sei das Haus gut ausgelastet. „So einen Notfall hatte ich noch nicht“, sagt Brenner, der sich aber immer wieder zu einer spontanen Hilfeleistung entscheiden würde. Kritisch geht er mit der Planung jener Kommunalpolitiker um, die die Vermietung von Ferienhäusern ab Februar kommenden Jahres untersagen wollen. „Eine völlig falsche Haltung“, findet der 54-Jährige. „Die Ferienunterkünfte werden dringend gebraucht“, sagt der Sprecher der Ferienhausbesitzer.

Rüdiger Jacob

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