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Lübeck Abschiedsparty im Stil des 19. Jahrhunderts
Lokales Lübeck Abschiedsparty im Stil des 19. Jahrhunderts
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18:22 28.12.2019
Dame des 19. Jahrhunderts: Schauspielerin Annette Gleixner (46) ist bei der Abschiedsfeier als Live-Act mit dabei, sie spielt die Figur der Gerda Buddenbrook. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Lübeck

Auf der Etagere türmen sich Kuchen mit weißem Puderzucker und Baiser-Konfekte, Tony Buddenbrook schenkt im festlichen Gewand heiße Schokolade an die Gäste aus: Wer an diesem Wochenende das Buddenbrookhaus in der Lübecker Mengstraße besucht, kann noch einmal ganz tief eintauchen in die Welt von Thomas Mann, dem Leben seiner berühmten Romanfiguren und Ambiente des 19. Jahrhunderts.

Abschied vor dem Umbau

Noch bis Sonntag Abend laufen die Feierlichkeiten, mit denen sich Besucher bei freiem Eintritt von den bisherigen Räumen des Literaturmuseums verabschieden können. In den kommenden drei Jahren wird das Altstadthaus, das einst den Großeltern von Thomas Mann gehörte, umgebaut – zusammen mit dem Nachbarhaus in der Mengstraße 6, das die Stadt bereits 2011 für diesen Zweck erworben hat (die LN berichteten). Die beiden Gebäude werden bis auf die historischen Fassaden abgerissen und zu einem Museum umgebaut. Rund 18 Millionen Euro soll die dreijährige Neugestaltung kosten, finanziert von Bund, Land und der Lübecker Possehl-Stiftung, der Stadt und weiteren privaten Spendern.

Kaffeetrinken mit den Buddenbrooks

Zur Abschiedsfeier drängten sich bereits am Sonnabend hunderte Interessierte über die engen Holztreppen des Altstadthauses. Das Programm umfasste unter anderem Musikeinlagen, Vorträge und künstlerische Videoprojektionen, die am Abend auf die Front des Gebäudes gespielt wurden. Kenner des Romans konnten außerdem ihr Buddenbrook-Wissen in einem Quiz unter Beweis stellen. „Ein grandioses Highlight ist auch das Kaffeetrinken mit der Familie Buddenbrook auf der Béletage“, sagt Museumsleiterin Birte Lipinski. Dabei werden die Gäste unter anderem von Schauspielern in historischen Kostümen bewirtet.

Das Literaturmuseum feiert Abschied vor dem Umbau. Hier sind ein paar Eindrücke.

„Etwas Wehmut ist mit dabei“

Während der Neugestaltung wird die Sammlung des Buddenbrookhauses im Lübecker Behnhaus zu sehen sein. Birte Lipinski trug am Sonnabend schon einmal symbolische Umzugskartons aus der Mengstraße. „Der richtige Umzug kommt dann ganz in Ruhe im Januar, das Archiv mit den Handschriften wird im Lübecker Zeughaus zwischengelagert.“ Für die Museumsleiterin ist es ein Abschied mit gemischten Gefühlen. „Etwas Wehmut ist schon mit dabei, aber ich freue mich auch sehr auf den Neubau.“

Am Sonntag beginnt das Abschiedsfest um 10 Uhr mit Trommelmärschen von Studenten der Lübecker Musikhochschule. Weitere Termine sind unter anderem das Kaffeetrinken mit den Buddenbrooks um 14 und 16 Uhr, Kinder können von 13 bis 16 Uhr eine 3D-Postkarte mit der Fassade des Museums gestalten. Um 19 Uhr schließt die Veranstaltung mit einer weiteren Fassaden-Illumination, bei der verschiedene Video-Projektionen auf die Hausfront gespielt werden.

Was kommt jetzt?

Das Buddenbrookhauswird runderneuert und vergrößert. Die Ausstellung wächst von 1000 auf dann gute 2000 Quadratmeter. Dazu wird das jetzige Buddenbrookhaus in der Mengstraße 4 zum großen Teil umgebaut. Das Nachbarhaus mit der Nummer sechs hat die Stadt 2011 mit Bundesgeld gekauft. Dort soll das Museum erweitert werden. Die Idee: Das Haus wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Doch mit der Entscheidung der Denkmalpflege ist dieser Plan jetzt gestorben. Zwar wird das Gebäude an der Mengstraße 6 abgerissen – aber die Fassade bleibt bestehen – ab dem ersten Stock.

Die denkmalgeschützte Fassade des Buddenbrookhauses in der Mengstraße 4 ist eine kulturelle Ikone und als solche weltberühmt. Auch die Fassade der Mengstraße 6, um dessen Grundstück sich das Buddenbrookhaus erweitern wird, steht unter Denkmalschutz. Darüber hinaus vermitteln die mittelalterlichen Keller einen Eindruck der historischen Bausubstanz. Die architektonische Herausforderung besteht darin, abseits der Fassaden und oberhalb der Keller einen geeinten, barrierefreien Museumsraum zu errichten, der Architektur und Ausstellung in optimalen Einklang bringt. Es gilt, die bürgerliche Tradition architektonisch zu reflektieren und baulich um die Weltgeltung der Familie Mann und ihres Werks zu erweitern. Das NEUE Buddenbrookhaus will eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart schlagen und es ermöglichen, das überlieferte Baumaterialien und traditionsreiche Architektur nicht nur als Zeugen der Vergangenheit aufgesucht werden, sondern sich an einem gleichermaßen vitalen wie öffentlichen Ort der zukünftigen Nutzung stellen.

In einem europaweiten Planungswettbewerbwurde die Gestaltung einer neuen Dauerausstellung ausgeschrieben. Das Preisgericht hat Anfang März 2018 über die Entwürfe entscheiden. Vergeben hat die Jury folgende Preise:

1. Preis: TMH Architekten - Többen und Mueller-Haagen, Lübeck in Zusammenarbeit mit Jörn Simonsen

2. Preis: DFZ Architekten, Hamburg

3. Preis: DBCO GmbH mit BOK+Gärtner, Münster

4. Preis: Raumwerk Gesellschaft für Architektur und Stadtplanung GmbH mit Seehof, Frankfurt am Main

Einblicke in die eingereichten prämierten Entwürfe sehen Sie hier

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Von Katrin Diederichs

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