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Lübeck Das Beinahe-Flugzeugunglück: Airbus raste fast in Segelflieger
Lokales Lübeck Das Beinahe-Flugzeugunglück: Airbus raste fast in Segelflieger
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20:30 11.01.2014
Die Karte zeigt, wo sich die gefährliche Situation abspielte. Quelle: Wenzel
Lübeck

Demnach kam es vor rund drei Jahren zwischen einem mit 162 Passagieren und sechs Crewmitgliedern besetzten Airbus A320 und einem Schleppverband, bestehend aus einem Motorsegler und einem Segelflugzeug, beinahe zur Kollision.

Weiterlesen: 32 Meter — so nah kam der Airbus dem Segelflugzeug

Laut Bericht befand sich der A 320 der Billigfluggesellschaft Wizz-Air aus dem polnischen Danzig kommend gerade auf dem Landeanflug auf den Flughafen in Lübeck-Blankensee, während der Schleppverband vom Segelfluggelände am Airport gerade gestartet war. Zwischen Einhaus und Buchholz (Herzogtum Lauenburg) kam es in der Nähe des Ratzeburger Sees in rund 900 Meter Höhe dann fast zum Zusammenstoß. Laut Radaraufzeichnungen habe der geringste Abstand zwischen den Flugzeugen zum Zeitpunkt der Beinahe-Kollision lediglich 32 Meter (horizontal) und 121 Meter (vertikal) betragen.

Die BFU stuft den Vorfall als eine „schwere Störung“ ein. „Ein Ereignis, dessen Umstände darauf hindeuten, dass sich beinahe ein Unfall ereignet hätte“, erklärt BFU- Sprecher Jens Friedemann. Es ist hinter einem Unfall das wichtigste meldepflichtige Ereignis im Luftverkehr. Pro Jahr ereignen sich rund 20 solcher Fälle in der Zivilluftfahrt in Deutschland. Die BFU hat die Aufgabe, Unfälle und schwere Störungen beim Betrieb von Luftfahrzeugen in Deutschland zu untersuchen und deren Ursachen zu ermitteln. Weil der Fast-Zusammenstoß über dem Ratzeburger See aber als äußerst komplex gilt, dauerte es über drei Jahre, bis die Ermittlungen komplett abgeschlossen waren.

Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass eine 40-jährige Radarlotsin die Hauptschuld an dem Vorfall trägt. Sie soll keine Ausweichempfehlung gegeben haben und hätte auch die Freigabe für den Sinkflug des A320 widerrufen müssen. An der Wizz-Air-Crew wird kritisiert, dass sie selbstständig ihren Kurs hätte ändern können.

„Das größte Fehlverhalten lag bei einer Radarlotsin der Deutschen Flugsicherung in Bremen", bestätigt auch der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr, der in Schleswig-Holstein für Luftverkehr zuständig ist und Meldung von dem Ereignis erhielt. „Die Gefahr einer Kollision war groß“, erklärt ein Experte der Behörde.

An dem Segelflugzeug entstand ein Schaden von mehreren tausend Euro, weil der Pilot in Panik seine Maschine aus dem Schleppseil ausklinkte und das Seil dabei einen Flügel beschädigte „Dass alles gut gegangen ist, war völliger Zufall“, sagt Joachim Häusler, Pilot des Segelfliegers.

jwu

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