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16:13 01.08.2019
Lübecks Altstadtinsel: Jetzt hat die Stadt einen Plan vorgelegt, wie die Innenstadt umgestaltet werden soll. Quelle: Timon Ruge
Lübeck

Der neue Altstadt-Plan steht. Bis spätestens 2040 soll die Altstadtinsel umgestaltet werden. Das hatte Chef-Stadtplaner Karsten Schröder bereits im Frühjahr erklärt. Die Frischzellenkur der lübschen Altstadtinsel soll in drei Stufen verabreicht werden. Es gibt vier Hauptprojekte und 16 weitere Projekte. Die Kosten der Umgestaltung sind nicht aufgelistet. Das geht aus Dokumenten hervor, die den LN vorliegen. Sie werden am 19. August im Bauausschuss diskutiert. Die Bürgerschaft muss am 29. August darüber entscheiden.

Die Frischzellenkur der Lübecker Altstadt

Hintergrund der Neugestaltung: Die Altstadt soll zeitgemäßer werden. Das Motto: weniger Autos, mehr Plätze zum Verweilen. Grundsätzlich soll Tempo 30 gelten, häufig auch Tempo 20. Für die Bewohner der Altstadt soll es mehr Parkplätze in Parkhäusern oder Sammel-Parkplätze geben. Somit sollen nur noch halb so viele Wagen in den Gassen der Altstadt stehen. Im Gegenzug gibt es mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer – und neue Plätze mit mehr Grün. Das hatten sich die Bürger gewünscht. Sie hatten in Workshops Ideen für die Umgestaltung entwickelt.

Das ist der Plan für Lübecks Altstadt. Quelle: Jochen Wenzel

Hauptprojekt eins: Umbau Beckergrube

Stufe eins: Das sind die Projekte, die kurzfristig realisiert werden – bis etwa Ende 2023. Dazu zählen zwei Hauptprojekte: die Neugestaltung der Beckergrube und die Umgestaltung des Areals rund um den Rathaushof. Hinzu kommen vier kleinere Projekte. Beim Hauptprojekt Beckergrube lautet die Devise: weniger Beton, mehr Grün. Konkret: Die Autofahrer sollen nicht mehr durch die Altstadt fahren. Daher wird die Beckergrube für Wagen gesperrt. Autofahrer können nur noch bis Fünfhausen fahren zum Parkhaus. Die Große Burgstraße wird ebenfalls gesperrt. Die Bushaltestelle wird verlegt, die Parkplätze werden weniger. Die Folge: Die Straße für die Autos wird schmaler, die Gehwege für Fußgänger werden breiter. Dafür entsteht vor dem Theater an der Beckergrube der neue Theaterplatz.

Hauptprojekt zwei: Alles neu am Rathaushof

Das Motto für den Rathaushof: Alles wird neu geordnet. Dabei geht es um die Flächen vom Markt über Rathaushof bis zu St. Marien. Zudem werden die Straßen Schüsselbuden und obere Mengstraße neu gestaltet. An der Kirche soll es mehr Bänke geben und mehr Fahrradbügel. Geplant ist eine öffentliche Toilette.

Außerdem sollen vier kleinere Projekte verwirklicht werden. Nummer eins und zwei: Es wird schöner rund ums Burgtor. So ist eine Besucher-Plattform mit Blick aufs Wasser geplant. Es ist eine bessere Querung für Fußgänger vorgesehen. Und Radfahrer sollen in die Fahrradstraße einbiegen können. Sie führt vom Burgtor bis zur Mühlenstraße. Diese Fahrradstraße wird saniert. Dazu werden Parkplätze wegfallen, Flächen werden umgestaltet. Ziel ist es, dass es mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer gibt. Geplant sind mehr Bäume, mehr Bänke, mehr Platz für Cafés wie in der Straße St. Johannis.

Nummer drei und vier: Dabei geht es um Kohlmarkt und Holstenstraße. Geplant ist, die Holstenstraße zu sanieren. Dort gilt ebenfalls die Devise: weniger Beton und mehr Grün. Am Kohlmarkt sollen die Ampeln abgeschafft werden. Geplant ist dort „Shared Space“ als Versuch einzurichten. Die einzige Verkehrsregel dabei: Alle achten gegenseitig aufeinander.

Diese wichtigen Orte in der Stadt sollen neu gestaltet werden.

Hauptprojekt: Freie Fahrt für Radfahrer in der Königstraße

Stufe zwei: Das sind Projekte, die voraussichtlich erst nach 2023 angegangen werden. Hauptprojekt ist dabei die Königstraße. Hinzukommen sieben andere Vorhaben. Die Königstraße soll neu gestaltet werden. Weniger Platz für Autos, mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer ist hier angesagt. Denn durch diese Straße sollen weniger Buslinien fahren. Dafür können Radfahrer sie in beiden Richtungen nutzen. Die Einbahnstraßen-Regeln für die Rippenstraßen werden verändert. Die Anwohner sollen in Schleifen fahren – beispielsweise durch die Hundestraße rein, durch die Glockengießerstraße wieder raus. Ergänzend dazu gibt es das Projekt Rippenstraßen. Sie sollen neu gestaltet und verkehrsberuhigt werden: Dr.-Julius-Leber-Straße, Hundestraße, Glockengießerstraße. Es fallen Stellplätze weg. Als weiteres Projekt sind der Umbau der Wahm- und Krähenstraße vorgesehen. Dort soll außerdem ein Platz entstehen – und mehr Grün.

Überraschung: Der Koberg soll größer werden

Die weiteren Projekte: Der Bau der Stadtgrabenbrücke. Sie soll zwischen Konrad-Adenauer-Straße hinter der IHK und dem Parkplatz der Musik- und Kongresshalle (MuK) den Stadtgraben überspannen. Im Pergamentmachergang entsteht ein Aufenthaltsort für Kinder und Ältere mit Spielplatz und Sportgeräten. Überraschung: Der Koberg soll größer werden und bis zu den Pastorenhäusern erweitert werden. Die Idee ist, dass sich dort mehr Gastronomie ansiedelt. Der erweiterte Platz soll zum Shared Space werden, da dort nur noch Busse entlang fahren. Weitere Überraschung: Die Untertrave soll zur Flaniermeile umgestaltet werden. Zwischen Holstenstraße und Beckergrube wird die Straße gesperrt für den Durchgangsverkehr. Die Straße wird schmaler. Es soll mehr Grün geben. Doch auch am Dom soll alles schöner werden – und mehr zum Verweilen einladen.

Hauptprojekt vier: Autofreies Holstentor

Stufe drei – das sind die langfristigen Projekte. Wahrscheinlich werden sie erst nach 2030 verwirklicht. Das Hauptprojekt ist das Holstentor ohne Autos. Es geht nur noch auf der Seite an Lübecks Wahrzeichen vorbei, die heute stadtauswärts führt. Allerdings dürfen nur Busse, Taxen und Anwohner dort entlang fahren – in beide Richtungen. Auf der anderen Seite des Holstentores wird ein Platz gestaltet – ein Fuß- und Radwege-Boulevard. Der Knotenpunkt Holstentorplatz/Possehlstraße/Puppenbrücke/Willy-Brandt-Allee wird völlig neu gestaltet. Hinzukommen fünf weitere Projekte. Die Fläche zwischen Pferdemarkt und Parade wird verschönert. Der Uferweg wird weiter geführt im Südwesten der Altstadt. Rund um St. Aegidien soll es schöner werden. In der Kanalstraße sollen Buslinien halten. Und: Es entsteht der Rosenplatz in dem Quartier an der Kreuzung Rosenstraße/ Rosenpforte/ Kleine Gröpelgrube/ Wakenitzmauer.

Josephine von Zastrow

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