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Lübeck Datenschützer warnt vor Missbrauch durch Gesichtserkennung
Lokales Lübeck Datenschützer warnt vor Missbrauch durch Gesichtserkennung
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12:05 10.06.2011
Hamburg

Wenn ein Unternehmen biometrische

Merkmale von Millionen Menschen ansammelt, sei dies „hochbrisant“,

betonte Caspar im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Zugleich

ist unklar, auf welche Weise - und ob überhaupt - Datenschutzbehörden

gegen die neue automatische Gesichtserkennung bei Facebook vorgehen

können.

Facebook hatte die automatische Gesichtserkennung bereits im

Dezember gestartet, diese Woche hat sie Deutschland erreicht. Wenn

Nutzer Bilder beim Online-Netzwerk hochladen, prüft jetzt eine

Software, wer darin abgebildet ist, und schlägt den Nutzern vor, ihre

Facebook-Freunde in den Fotos zu markieren. Voraussetzung ist, dass

ein Bild der Person bereits einmal von einem Facebook-Bekannten mit

dem Namen verknüpft wurde.

Facebook betont, dass nur die Namen von

Bekannten vorgeschlagen werden und man die Funktion jederzeit

abschalten sowie bereits vorhandene Namens-Tags löschen könne.

Caspar stört sich jedoch grundsätzlich daran, dass Facebook dafür

über eine biometrische Datenbank mit der Verknüpfung von Namen und

Gesichtern verfügt. „Das Ganze bezieht sich auf alle Nutzer, die sich

in Facebook-Bildern taggen lassen.“ Zudem kritisiert Caspar scharf,

dass die Gesichtserkennung und Vorschlagsfunktion standardmäßig

aktiviert sind: „Facebook hat es versäumt, die Nutzer davon

ausdrücklich in Kenntnis zu setzen. Wer nicht mitmachen will, ist

gezwungen, die Funktion zu deaktivieren, dies gilt auch für

Minderjährige.“ Die Datenschützer fordern seit langem, solche Dienste

dürften nur mit ausdrücklicher Zustimmung eines Nutzers für ihn

freigeschaltet werden.

Unklar ist unterdessen, welche Datenschutz-Regeln für die

deutschen Facebook-Nutzer überhaupt gelten. „Facebook ist der

Ansicht, dass die Nutzungsverhältnisse aller europäischen Nutzer nach

Irland umgestellt wurden“, sagt Caspar. Auch in diesem Fall wären

zwar deutsche Datenschutz-Behörden zuständig, allerdings nach

irischen Bestimmungen, die von den deutschen abweichen. „Man muss

sehen, dass unser Einfluss da begrenzt ist.“ Daher setzt sich der in

Deutschland für Google zuständige Datenschützer dafür ein, das Thema

auf europäischer Ebene zu regeln. Die Hamburger Datenschützer prüfen

Unterdessen die rechtlichen Lage um die Facebook-Gesichtserkennung.

LN

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