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19:50 29.11.2018
Der König empfängt den gestiefelten Kater: Geflüchtete Kinder und Jugendliche aus der Daz-Klasse der GGS St. Jürgen proben für das Theaterprojekt. Quelle: Felix König
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St. Jürgen

Theater bedeutet: sprechen, sprechen, sprechen. Aussprache, Ausdruck, Wortschatz: All das sind wichtige Eigenschaften, um ein Theaterstück für den Zuschauer erlebbar zu machen. Schülerinnen und Schüler der Daz-Klasse der Grund- und Gemeinschaftsschule St. Jürgen studierten das Märchen „Der gestiefelte Kater“ als Theaterstück ein und lernten auf spielerischem Weg die deutsche Sprache. In einer Daz-klasse sind meist geflüchtete Kinder, die Deutsch als Zweitsprache lernen.

Zwei Wochen im November probten die 16 Kinder und Jugendlichen im Alter von elf bis 16 Jahren das Theaterstück. Im Rahmen des Unterrichts haben sie mit ihrer Deutschlehrerin Tatjana Burmeyster das Märchen Satz für Satz gelesen, Grammatik besprochen und Zeiten wie das Präteritum gelernt. Unter der Leitung von Cornelia Koch vom Theater Tribühne haben sie sich anschließend eigene Szenen ausgedacht. Das Ergebnis: Eine überaus amüsante Interpretation, in der die Mädchen und Jungen den Klassiker durch lustige Situationen aus dem Alltag mit Leben füllen. Unterstützt wird das Theaterprojekt von der Haukohl-Stiftung.

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Ein Beispiel: Der König empfängt den Müllersjungen und seinen gestiefelten Kater. „Ich bin der Kater des Grafen von Karabas“, stellt sich der gestiefelte Kater vor, gespielt von Malak (16) aus Syrien. „Wer, der Graf von Ananas“, erwidert der König, gespielt von Mohammed (14), der ebenfalls aus Syrien kommt. „Nein Karabas“, sagt der Kater empört. „Ich bin erfreut, dass sie hier sind, Graf von Ananas“, sagt der König.

Aufgrund der sehr unterschiedlichen Erfahrungen und Deutschkenntnisse ist ein Stück entstanden, in dem alle Schüler immerzu auf der Bühne sind und mitspielen – ob als Schauspieler, Requisite oder als Teil des Bühnenbildes. „Wenn es mal Missverständnisse gab, haben wir uns eben mir Hand und Fuß verständigt“, sagt Cornelia Koch. Es sei ein großer Spaß gewesen, und jedes Kind konnte sich gemäß seiner eigenen Fähigkeiten einbringen, sagt Koch. Viele der Spielideen stammen von den Kindern und Jugendlichen selbst.

Am Donnerstag feierten die Daz-Schüler Premiere. Freitagmorgen um 10 Uhr findet die nächste Vorstellung in der Aula der GGS St. Jürgen statt. „Wegen des Erfolges finden zwei weitere Aufführungen im Dezember statt“, sagt Cornelia Koch. Jedermann ist herzlich eingeladen – „gerne auch andere Daz-Klassen.“ 

Fabian Boerger

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