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Lübeck Debatte um Wallhalbinsel
Lokales Lübeck Debatte um Wallhalbinsel
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21:10 16.01.2018
Befürworterin: Michelle Akyurt.
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Innenstadt

Es gibt weiter zwei Lager: CDU, Grüne, Linke wollen die Schuppen auf der Nördlichen Wallhalbinsel erhalten und sind für das Vorhaben der PIH. SPD und Freie Wähler hängen dem Großprojekt Kailine nach.

Das wurde im Sommer 2013 überraschend gestoppt – von CDU, Grünen und Linken.

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Jetzt existieren diese Gräben weiterhin. „Es ist immer noch nichts passiert“, kritisiert SPD- Baupolitiker Harald Quirder. Und die PIH lege nun „ein geändertes Konzept vor“. Gregor Voht (Freie Wähler) sieht es ähnlich: „Wenn wir das jetzt beschließen, dann war es das mit den Wohnungen auf der Nördlichen Wallhalbinsel.“ Denn die PIH plant ein Künstlerviertel auf der Nördlichen Wallhalbinsel. In den Hafenschuppen entstünden Veranstaltungsräume, Platz für Vereine sowie 60 Wohnungen. Zudem sind geplant: Hotel, Parkhaus und Medienhaus. „Die Wohnbebauung hat die Bürgerschaft schon im Sommer 2013 abgelehnt“, kontert Jörg Sellerbeck von der PIH. Carl Howe (GAL) fordert, dass 30 Prozent Sozialwohnungen entstehen – das wären 20 Apartments. Es gibt einen Beschluss der Bürgerschaft, der diese Regel für alle neuen Wohngebiete vorsieht. „Allerdings gilt dieser Beschluss nicht für die Projekte, die davor bereits in der Planung waren“, sagt Sellerbeck. Die PIH sei aber an Sozialwohnungen interessiert. Indes: „Das ist eine teure Tasse Tee“, gibt Sellerbeck zu. Er sei in Gesprächen mit einer Hamburger Firma, die Modul-Wohnungen für Studenten herstellt. 2000 Quadratmeter würden zwei Millionen Euro kosten. „Das würde dann den Kaufpreis für die Stadt reduzieren.“ Der beträgt unterm Strich neun Millionen Euro. Und: „Uns fehlt der Platz“, so Sellerbeck. Für Sozialwohnungen müssten soziale und kulturelle Nutzungen weichen. Sellerbeck könnte sich die Wohnmodule in einem Teil des Schuppens A vorstellen.

Die Grünen indes stehen voll hinter dem Projekt. „Die Zukunft der Nördlichen Wallhalbinsel gewinnt immer deutlichere Konturen“, sagt Fraktionschefin Michelle Akyurt. „Es war eine goldrichtige Entscheidung, 2013 den Abriss der Schuppen in letzter Minute verhindert zu haben.“ Ein möglicher Umzug der Lübecker Nachrichten auf die Wallhalbinsel wäre „ein absoluter Gewinn“, so Akyurt.

Zusammen mit dem dortigen Studio des NDR „entsteht ein Medienzentrum der Hansestadt“. Aus ihrer Sicht ist die Neugestaltung der Wallhalbinsel „ein echter Glücksgriff für die Entwicklung der Stadt“.

Die Kritik aus der Verwaltung an der Teilung des Areals kann sie nicht nachvollziehen. „Es ist wichtig, dass es jetzt losgeht.“ Der Beschluss sei schon gute vier Jahre alt. Akyurt: „Die Sorge, dass die PIH nach der Realisierung des ersten Abschnitts den zweiten nicht mehr verwirklicht, haben wir nicht.“ Denn die Wallhalbinsel erfahre eine derartige Aufwertung, dass sich der zweite Abschnitt „geradezu aufdrängen wird“.

 jvz