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Lübeck Dana von Suffrin bekommt Debütpreis des Buddenbrookhauses
Lokales Lübeck Dana von Suffrin bekommt Debütpreis des Buddenbrookhauses
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16:36 18.01.2020
Karsten Zülow, Präsident des Lions Clubs, überreichte Dana von Suffrin den Debütpreis des Buddenbrookhauses. Quelle: Foto: Ulf-Kersten Neelsen
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Lübeck

„Was ist Literatur?“, fragte Jürgen Feldhoff, Feuilletonist und Laudator bei der Verleihung des Buddenbrook-Debütpreises, am Freitagabend im Audienzsaal des Lübecker Rathauses. Und gab die Antwort mit einem Zitat von Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki: „Es gilt mit guter Literatur zu unterhalten, freilich auf intelligente Weise. Durch Literatur lernen wir uns selber besser verstehen.“ Das sei ein sehr lesernaher Begriff von Literatur – und lesernah im besten Sinne sei auch der Roman „Otto“ der an diesem Abend ausgezeichneten Preisträgerin Dana von Suffrin.

„Otto“ – die Geschichte einer jüdischen Familie

Die 34-jährige Autorin erzählt darin die Geschichte einer jüdischen Familie anhand der Erinnerung des Familienpatriarchen Otto. Es ist eine Geschichte von großen Verlusten und tiefen Verstörungen, geschrieben in einem ganz eigenen Ton von großer Heiterkeit und tiefer Traurigkeit, lakonisch, poetisch, gepfeffert mit tiefschwarzem Humor.

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Familienroman in der Tradition der „Buddenbrooks“

Dana von Suffrins titelgebende Figur „Otto“ ist ein klassischer Patriarch. Obwohl inzwischen dement und pflegebedürftig, dirigiert er seine beiden Töchter mit Befehlen und „schönen Bitten“ noch immer nach seinem Belieben. Als Familienroman stehe „Otto“ in der Tradition der „Buddenbrooks“, sagte Gastgeberin Birte Lipinski, die Leiterin des Buddenbrookhauses, und trug der Preisträgerin als erste Gratulantin ebenfalls eine „schöne Bitte“ an: „Schreiben Sie bitte unbedingt weiter!“

Höchst erheiternd und schmerzlich traurig

Karsten Zülow, Präsident des preisstiftenden Lions Clubs, überreichte den mit 2000 Euro dotierten Debütpreis des Buddenbrookhauses an Dana von Suffrin. Musikalisch begleitet wurde die Zeremonie von den „Lubeca Klezzmers“, die musikalisch den Erzählklang des hier ausgezeichneten Romans widerspiegelten: höchst erheiternd und schmerzlich traurig.

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