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Lübeck Defekte Starkstromleitung sprengt Gehweg am Meesenring
Lokales Lübeck Defekte Starkstromleitung sprengt Gehweg am Meesenring
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14:54 01.11.2014
Steine des Gehwegs haben sich durch die Verpuffung gelöst. Die Einsatzkräfte mussten die Stelle absichern.
Steine des Gehwegs haben sich durch die Verpuffung gelöst. Die Einsatzkräfte mussten die Stelle absichern. Quelle: Fotos: Holger Kröger
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St. Gertrud

Philipp Brügmann steht mit dem Wismarer Kennzeichen seines Autos am Meesenring: Er ist nach Lübeck gezogen und wollte eigentlich seinen alten Wagen abmelden. Doch zur Zulassungsstelle kommt er nicht. Der Meesenring ist auf etwa 30 Metern rund um die Behörde von der Polizei abgesperrt worden. Es geht nicht weiter. „Mir ist schon auf dem Weg das ganze Blaulicht entgegengekommen“, sagt Brügmann. „Und jetzt ist ausgerechnet hier, wo ich hin möchte, alles dicht.“

Um 11.50 Uhr kommt es zu dem Kurzschluss in einer Starkstromleitung unmittelbar vor der Zulassungsstelle. Sascha Lau, der unten im Gebäude mit Sanierungsarbeiten zu tun hat, hört den lauten Knall.

„Wir dachten erst, dass eine Gasleitung getroffen wurde“, berichtet der Bauarbeiter.

Auch weiter oben im Haus ist man in heller Aufregung: Die Führerschein- und Zulassungsstelle wird umgehend geschlossen, das Gebäude wird evakuiert. Denn der Unfallort sieht gefährlich aus, der Gehweg ist im wahrsten Sinnes des Wortes in die Luft geflogen. Die Klinkersteine sind aufgrund der Verpuffung nach oben geschleudert worden und haben ein etwa zwei mal zweieinhalb Meter großes Loch hinterlassen. „Verletzt wurde jedoch zum Glück niemand“, so die Feuerwehr. Die Helfer sind mit 24 Einsatzkräften angerückt, um die Gefahrenlage einzuschätzen. Auch die Stadtwerke sind schnell vor Ort, um die Ursache der Verpuffung zu finden und zu beseitigen. Zunächst geht man wie viele der Ohrenzeugen davon aus, dass eine defekte Gasleitung der Grund für die Explosion sein könnte.

„Verursacht wurde der Kurzschluss aber vermutlich durch eine defekte Muffe an einer Zehn-Kilovolt-Stromleitung“, so Stadtsprecher Marc Langentepe später. Es sei kein Gas aus einer in der Nähe verlaufenden Leitung geströmt. Gegen einen Gasunfall spricht auch, dass kurz vor dem Vorfall im anliegenden 3. Polizeirevier der Strom für einige Sekunden ausfällt. Auch die Ampeln an den Kreuzungen Ecke Walderseestraße/Schlutuper Straße sowie Kantstraße schalten sich kurzzeitig aus, was möglicherweise mit dem Vorfall in Zusammenhang stehen könnte. Zu Unfällen kommt es jedoch nicht.

Die Stadtwerke beheben derzeit den Schaden, so dass die Zulassungsstelle voraussichtlich am Montag wieder regulär öffnen kann. Laut Langentepe müssten die Kunden dann jedoch mit längeren Wartezeiten rechnen: „Die zum Dienstschluss laufenden Abrechnungen und weitere Büroarbeiten konnten nicht mehr vorgenommen werden“, so der Stadtsprecher. „Im Laufe des Tages dürfte aber wieder normaler Dienstbetrieb sein.“

„Gas ist nicht ausgetreten.“
Marc Langentepe, Stadtsprecher

Lena Schüch