Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Der Künstler als Dichter
Lokales Lübeck Der Künstler als Dichter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:39 23.05.2018
Steven Reiss vom Zentrum für Kulturwissenschaftliche Forschung sitzt im letzten Raum der Galerie Klassische Moderne im Behnhaus, der Munch gewidmet ist. Links an der Wand: „Die Söhne des Dr. Max Linde“. Quelle: Foto: Lutz Roessler
Innenstadt

Hermann, Lothar, Helmuth und Theodor stehen vor der weißen Flügeltür zum Garten. Die Kinder wurden vom Spielen im Garten zur Begrüßung des Gastes Edvard Munch hereingerufen und von diesem in dieser Szene gemalt. „Die Söhne des Dr. Max Linde“ ist wohl das berühmteste Kunstwerk des norwegischen Malers im Museum Behnhaus Drägerhaus, „und es ist gleichzeitig Ausdruck der besonderen Verbundenheit von Munch mit Lübeck“, erklärt Museumsleiter Alexander Bastek, wohnte doch in der Hansestadt sein größter Förderer, der Sammler und Augenarzt Dr. Max Linde.

„Besonders eng war diese Verbindung in den Jahren zwischen 1902 und 1907, als er hier lebte und zahlreiche Werke für Linde schuf“, ergänzt Bastek. Dabei war Munch zuvor schon rund 20 Jahre als Künstler tätig, aber besonders viel Beachtung wurde ihm selbst in der Heimat nicht geschenkt. Der Mäzen von der Trave allerdings sorgt dann für den Umschwung; er bereitet ihm den Weg, er sammelt, protegiert, organisiert und vermittelt Ausstellungen.

„Ein Multimillionär aus Lübeck hat mir ein Bild abgekauft und mir dafür 1000 Kronen gegeben“, habe Munch begeistert an seine Tante geschrieben, weiß Bastek. Dass gerade diese lübsche Episode im Leben des Malers für einen Munch- Forscher wie Kunsthistoriker Steven Reiss von der Uni Göttingen besonders spannend ist, verwundert daher überhaupt nicht. Allerdings interessiert sich der 27-jährige Doktorand, der mit einem Stipendium des Zentrums für Kulturwissenschaftliche Forschung (ZKFL) der Uni Lübeck ausgestattet worden ist, nicht für die Bilder, sondern für die Briefe, die sich im Archiv der Stadtbibliothek befinden.

„Ich werde den Briefwechsel von Munch mit der Familie Linde analysieren und unter anderem ergründen wollen, aus welcher Motivation der Mäzen den Künstler unterstützt und er die Werke gesammelt hat“, erläutert Reiss, „denn dies ist bisher nur in groben Ansätzen bekannt.“ Überhaupt habe der Norweger Zeit seines Lebens nicht nur ein großes bildkünstlerisches Werk, sondern vor allem auch ein nahezu unbekanntes, jedoch „umfassendes Konvolut an Texten“ angefertigt.

„Meine These ist, dass Munch zuerst die Texte geschrieben und erst danach angefangen hat, die dort verarbeiteten Themen in Bildmotive umzusetzen“, sagt Steven Reiss. Liebe und Tod, Einsamkeit, Melancholie und Angst, das Verhältnis zwischen Mann und Frau und zwischen den Generationen – das sind seine Leitthemen, die er in zahlreichen Werken zwischen den 1880er Jahren bis zu seinem Tod 1944 immer wieder in zahlreichen Variationen darstellte. „In meiner Masterarbeit in der Kunstgeschichte habe ich mich mit seinem Text-Frühwerk befasst; jetzt werde ich meine Analyse für die Doktorarbeit auf die komplette Lebenszeit ausweiten“, so der Jung-Forscher.

Museumsleiter Bastek betont: „Munch ist eine Person, bei der man sich über die Werke hinaus sehr für die Biografie interessiert hat; deshalb ist jegliche schriftliche Äußerung zu seinem Werk immer spannend.“ Zudem sei noch ein weiterer Bezug sehr spannend für Lübeck – „es geht um die Verbindung von Literatur und bildender Kunst in unserer Museenlandschaft. Das ist ein typisches Lübecker Forschungsfeld.“ Das Werk von Günter Grass zum Beispiel umfasse seine Arbeiten als Schriftsteller, Bildhauer, Maler und Grafiker. „Intermedialität“ ist dabei das Stichwort.

Drei Jahre hat Norwegen-Kenner Steven Reiss nun Zeit, den Künstler Munch auch als Dichter zu erforschen. Dabei möchte er mindestens einmal im Monat am ZKFL, auf das ihn eine frühere Stipendiatin aufmerksam gemacht hat, sein.

Uni und Stadt als Partner

Das Zentrum für Kulturwissenschaftliche Forschung (ZKFL) ist eine strategische Partnerschaft der Universität mit der Hansestadt. Die Mitglieder des ZKFL sind seitens der Universität das Institut für Medizingeschichte und Wissenschaftsforschung, das Institut für Multimediale und Interaktive Systeme, das Institut für Sozialmedizin sowie das Institut für Psychologie. Seitens der Stadt gehören zum ZKFL die Kulturstiftung Lübecker Museen, das Stadtarchiv, die Stadtbibliothek, der Bereich Archäologie und Denkmalpflege sowie das Europäische Hansemuseum. Die Förderung kulturwissenschaftlicher Promotionsvorhaben erfolgt über zwei Programmschienen: über Stipendien und über das „Lübecker Modell“.

Michael Hollinde

Vor nunmehr fünf Jahren rief Ernst Albers die Initiative ehrenamtlicher Mathehelfer an der Grundschule Eichholz ins Leben. Mit Erfolg: Seit 2013 stehen Kindern mit Matheproblemen Helfer im Unterricht zur Seite. Ihre Leistungen haben sich seitdem stetig verbessert.

23.05.2018

Es war die erste Teilnahme an den Special Olympics, und sie endete für das gemeinsame Team der Schule Wilhelmshöhe und der Montessori-Schule gleich mit einer ganzen Reihe von Medaillen. Auch die Sportler der Vorwerker Diakonie, die seit Jahren teilnimmt, waren wieder überaus erfolgreich.

23.05.2018

Seit 1958 sind sie verheiratet. Als in Lübeck noch Straßenbahnen fuhren und in den USA die Nasa gegründet wurde, gaben sich Harri und Anita Frank in der Stockelsdorfer Kirche das Jawort. Anlässlich ihrer Diamantenen Hochzeit blicken sie auf viele schöne Erinnerungen zurück.

23.05.2018