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Lübeck Der erste Pantomime, der sprechen kann
Lokales Lübeck Der erste Pantomime, der sprechen kann
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11:23 26.11.2013
Moderator und Wortakrobat Mick M. lädt die Besucher des Duckstein-Festivals auf eine bunte und phantasievolle Reise ein. Quelle: Foto: Heiko Pump
Lübeck

Sie kennen ihn alle und schätzen ihn: Mick M. gehört zum Duckstein-Festival wie die weißen Pagodenzelte, wie das rote Bier und das Flair des Lübecker Events. Der „Ansagemann“ ist Teil der Festival-Familie. Und Mick M. liebt die Lübecker. „Diese zehn Tage hier an der Trave sind wirklich immer etwas ganz Besonderes“, erzählt er. Und man glaubt es ihm. Die Lübecker stehen auf diesen Mann mit der Mütze und der außergewöhnlichen Performance. Er ist ein Typ, ein Wortakrobat, immer charmant, manchmal auch frech und ironisch. Er verkörpert das Savoir-vivre, bringt ein Stück französische Lebensphilosophie mit an die Trave, wenn er die Bühne betritt und die Künstler ansagt.

Mick M. heißt eigentlich Michael Segebarth, ist 53 und stammt aus Hamburg. Er steht an der Wasserbühne, auf der gerade B.B. & The Blue Shacks ihre letzte Zugabe spielen. An einer Box lehnend geht er noch einmal seine Aufzeichnungen durch, bereitet sich auf die gleich folgende Abmoderation und den Hinweis auf den nächsten Act auf der Theaterbühne vor. 50 Prozent sind akribische Vorbereitung auf die Künstler, 50 Prozent seiner Moderation sprudeln spontan. „Ich verstehe mich als Brückenbauer, der die Menschen verbindet“, erzählt er. „Ich möchte sprechen wie ein Lied und die Welt mit Bildern beschreiben. Ich möchte, dass alle Menschen hier jeden Tag genießen, egal ob Sekt oder Selters.“ Und das gelingt dem Wortakrobaten. An einem kühlen Abend wie dem Mittwoch sagt er dem Publikum, dass er jetzt die Heizung einfach etwas höher stellt. Pantomimisch dreht er einige Knöpfe, und irgendwie ist allen plötzlich nicht mehr kalt. „Ich habe gelernt, wie ein Zuschauer zu sein, mich in das Publikum hineinzuversetzen“, erzählt Mick mit einem Leuchten in den Augen.

Diese Nähe zum Publikum kommt nicht von ungefähr. Michael Segebarth ist ein erfolgreicher Pantomime und Straßenkünstler. Sein Zuhause war schon immer die Bühne. 1979 traf er den Hamburger Straßenmusiker Michael Knubbe. Eine Begegnung, die für sein Leben richtungsweisend werden sollte. Er wurde Pantomime an der Schule des großen französischen Mimen Étienne Decroux und heimste zahlreiche Preise ein. In Hamburg stand er mit fast allen Lokalgrößen wie Stefan Gwildis und Abi Wallenstein auf der Bühne und moderierte lange Jahre die legendäre Mitternachtsshow des Schmidt-Theaters auf dem Kiez. „Ich bin der erste Pantomime, der sprechen kann“, beschreibt er sich selbst.

1998 trat er mit seiner eigenen Show zum ersten Mal auf dem Duckstein-Festival in Hamburg auf. Damals gab es noch keinen Moderator, und Festivalmacher Uwe Bergmann fragte ihn, ob er den Job nicht übernehmen wolle. Seitdem ist Mick M. ein fester Bestandteil der Duckstein-Familie, ist bei allen Festivals von Hamburg bis Rügen als „Ansagemann“ dabei.

Und nach wie vor sind es die Menschen, die Mick faszinieren. Das Lübecker Duckstein-Festival ist für ihn das schönste Festival auf Meereshöhe, weil die Besucher es zu dem gemacht haben, was es ist — dem schönsten Event des Jahres. „Als wir vor 15 Jahren das erste Mal hier waren, waren die Bäume auf dem Gelände noch kleiner als unsere Lichttraversen“, erinnert er sich. Heute überragen die Bäume die Bühnenaufbauten deutlich. Kinder, die damals mit ihren Eltern zugeschaut haben, sind inzwischen erwachsen und genießen das Fest vor der malerischen Altstadtkulisse mit der ganzen Familie.

Und was macht Michael Segebarth, wenn er nicht auf der Bühne steht? Dann verbringt er die Zeit auf seinem Segelboot, versucht abzuschalten und schöpft Kraft für neue Ideen — zum Beispiel für sein Buch, an dem er gerade arbeitet.

Das Restprogramm
Heute steht um 16 Uhr Sängerin Jansen mit Band auf der Travebühne. Sie hat eine Mischung aus Pop, Rock und Soul im Gepäck. Um 20 Uhr präsentieren Dictionary of Funk Grooves von Stevie Wonder bis James Brown. Auf dem Theaterplatz treten Herr Fröhlich (16.15 Uhr) und die Trapezkünstlerin Caroline Schroeck (19.45 Uhr) auf.

Morgen, am letzten Tag, stehen auf der Travebühne Cattle Call (16 Uhr) mit Country und die Blueslegende Abi Wallenstein (19.30 Uhr). Auf dem Theaterplatz tritt um 16.15 Uhr US-Zirkusstar Barry Lubin auf, dann kommen noch einmal Herr Fröhlich (17 Uhr) und Caroline Schroeck (19.15 Uhr).

Heiko Pump

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