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Lokales Lübeck Lübeck: Zwei städtische Kitas übergeben
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19:38 20.11.2019
Kathrin Weiher (r.), Bildungssenatorin der Hansestadt, freut sich zusammen mit Architektin Wiebke ter Balk über die gelungene Sanierung des Dielenhauses. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Lübeck

Dies ist ein Tag, den Bildungssenatorin Kathrin Weiher so schnell nicht vergessen wird. Innerhalb von zwei Stunden darf sie zwei Kindertageseinrichtungen „offiziell übergeben“, wie es heißt – auch wenn dort schon seit Wochen das Leben tobt.

Entsprechend froh gestimmt tritt sie den rund 30 Kindern entgegen, die sie mit einem freudigen „Guten Morgen“-Liedchen begrüßen. Dazu wird ein wenig getanzt, geklatscht und gelacht. „Insbesondere hier ist es schön, dass wir nach zwei Jahren Bauzeit endlich Eröffnung feiern können“, sagt sie.

In dem Dielenhaus Dr.-Julius-Leber-Straße 64 ist die Kita zu Hause. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Mit „hier“ meint sie die Adresse Dr. Julius-Leber-Straße 64, mitten in der Altstadt. „Eigentlich ist dieses Haus aber gar nicht für eine Kita geeignet“, führt sie in ihrer Begrüßungsrede aus, „es ist ein typisches Dielenhaus, das nicht barrierefrei zu gestalten ist. Und ein Kind, das diese Kita besucht, kann gar nicht anders, als lübsch zu fühlen.“

Ein erster amtlicher Eintrag über den Kauf des Hauses datiert aus dem Jahr 1588, damals noch das ehemalige Johannis-Quartier; entsprechend war an dieser Stelle die Johannisstraße. Und das Dachwerk ist dendro-chronologisch datiert auf 1489/1490, so das Ergebnis bauwissenschaftlicher Untersuchungen.

Dass sich Sanierungsarbeiten folglich schwierig gestalteten, erschließt sich daher selbst Laien. „Aufgeben als städtische Kita wollten wir das Gebäude aber nicht, da die Einrichtung sehr beliebt ist und in diesen Wänden bereits vor über 50 Jahren ein Kinderhort angesiedelt wurde“, erklärt Weiher. Die Bauphase begann im September 2017 und dauerte bis September 2019.

Rund 1,7 Millionen Euro wurden investiert

Es gab unter anderem eine neue Raumaufteilung sowie eine neue technische Ausstattung; so wurden die Dacheindeckung mit Dämmung im Vorderhaus, die Entwässerungs- und Mischleitungen sowie die Elektroinstallation und das Lüftungssystem erneuert. Gleichzeitig wurden die Sanitärräume komplett saniert. Natürlich sei der Denkmalschutz in alle Maßnahmen mit einbezogen worden, berichtet die Bildungssenatorin. Auch die Archäologen hätten sich beteiligt.

„Hier in diesem schönen Raum hat der Kaufmann wohl früher seine Gäste empfangen“, sagt Kita-Leiterin Sandra Klein zu dem vierjährigen Bjarne. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Zur längeren Bauphase habe dann noch im vergangenen Jahr ein Wasserrohrbruch seinen ganz eigenen Beitrag geleistet. „Insgesamt haben wir fast 1,7 Millionen Euro aufgewendet; der Bund hat sich mit 250 000 Euro beteiligt“, so Weiher. Sie betont, dass sich die Hansestadt die Kitas summa summarum über 80 Millionen Euro im Jahr kosten lasse.

Kita in der Klipperstraße ist neu gebaut

Kita-Leiterin Sandra Klein freut sich, dass sie den rund 45 Kindern in den drei Gruppen sowie ihrem neunköpfigen Team diese schönen Räumlichkeiten bieten kann. „Ich war vor 20 Jahren hier als Erzieherin; das war meine erste Stelle“, erzählt sie, „ich kenne also das Haus und die Herausforderungen.“

Die neu gebaute Kita in der Klipperstraße verfügt über einen großzügigen Außenspielbereich. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Weihers zweite Station an diesem Tag liegt in Buntekuh, in der Klipperstraße 30. „Hier war die Ausgangssituation jedoch eine ganz andere“, sagt die Senatorin, „wir haben den damaligen Altbau analysiert und kamen zu dem Fazit, dass an dieser Stelle ein kompletter Neubau notwendig ist.“ Eine Sanierung im Bestand hätte keinen Sinn ergeben.

Rund 3,2 Millionen Euro verbaut

Gesagt, getan. Die Bauarbeiten begannen im September 2017; Richtfest war im Sommer 2018. Die neue Kindertagesstätte hat nun Platz für 105 Kinder. Es gibt rollstuhlgerechte Eingänge und Sanitäranlagen; alle Gruppenräume verfügen über einen direkten Zugang zum Außengelände.

Und die Form des Neubaus wurde so gestaltet, dass der Spielbereich der Kinder von der Straße abgeschirmt ist. „Wir haben hier als Stadt 3,2 Millionen Euro investiert; der Bund hat eine Million Euro beigesteuert“, sagt Weiher an die Festgäste gerichtet, unter denen selbstverständlich auch Kita-Leiter Christian Marquardt ist.

Von Michael Hollinde

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