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Lübeck Kultur im Stadtteil: Kein Geld, kein Platz
Lokales Lübeck Kultur im Stadtteil: Kein Geld, kein Platz
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16:35 14.01.2019
St. Lorenz Nord: Die Kulturwerft Gollan auf der Roddenkoppel ist Lübecks neuester, großer Veranstaltungsort. Die ehemalige Industriehalle wurde 2016 eröffnet. Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck

Ernüchternde Bilanz: Kein Geld, kein Platz, kein Publikum. So steht es um die Kultur in den Stadtteilen. Das beklagen Künstler wie Bürger. 130 haben mitgemacht bei der Umfrage der Stadt. Auf zwölf Seiten ist alles aufgelistet. Fünf Hemmnisse gibt es für mehr Kultur in den Stadtteilen. Der Hauptgrund: Geld. Die Einrichtungen sind chronisch unterfinanziert: Das sagen 47 Prozent. Es gibt kaum Räume: 30 Prozent. Es fehlen Künstler in den Stadtteilen: 16,5 Prozent. Es gibt keine Vernetzung über den Stadtteil hinaus: 17 Prozent. Es mangelt an Zuschauern: knapp 16 Prozent.

St. Jürgen: Wunsch nach Theater

Im größten Stadtteil St. Jürgen leben 45 000 Einwohner. Vorhanden sind: Volkshochschule, Kolosseum, Juniorcampus, Tonstudio. Das Kulturangebot lässt sich sehen: Das Naturbad Falkenwiese bietet 15 Aufführungen pro Jahr und drei Feste. Im Kolosseum gibt es 100 Aufführungen sowie 50 Konzerte. Der Juniorcampus bietet 40 Kurse an, das Tonstudio einmal im Monat einen Workshop. Auf der Wunschliste der Bürger steht ein kleines Theater – und Sprachkurse an der VHS.

St. Lorenz Nord: Skaterbahn fehlt

In St. Lorenz Nord leben 43 000 Menschen. Angesiedelt sind dort: Kulturwerft Gollan, Zentrum für Musikkultur, Treibsand, Theater am Tremser Teich, Theater Fabelhaft, Hoftheater, mobiles Theater Liebreiz sowie der VfB Lübeck. Zudem: Frauenzentrum Aranat, Verein Mixed Pickels, Interessengemeinschaft Dornbreite. Die Musikszene ist groß. Die Kulturwerft bietet zwölf Konzerte im Jahr, drei Festivals und etliche andere Events. Im Treibsand werden 54 Konzerte veranstaltet, der Verein Musikkultur bietet zwei Konzerte. Die Wünsche der Bürger: Skaterbahn, Kinofilme, Malkurse.

St. Gertrud: Zirkusprojekt gewünscht

In St. Gertrud wohnen 41 500 Lübecker. Vorhanden sind Stadtteilbibliothek, Volkshochschule, Brahms-Institut. Ansässig sind Verein Tontalente, Atelier „Start Club“, Ballettfreunde, Chöre der Kirche St. Gertrud. Im Stadtteil gibt es ein großes Angebot an Musik und kultureller Bildung. So bietet Tontalente 40 Aufführungen pro Jahr, das Brahms-Institut veranstaltet ein Konzert im Monat und ein Festival im Jahr. Gewünscht wird eine Mitmach-Theatergruppe oder ein Zirkusprojekt.

Kücknitz: Günstige Busse gefordert

Im Stadtteil Kücknitz wohnen 18 700 Lübecker. Es ist eine Stadtteilbibliothek vorhanden, die Geschichtswerkstatt Herrenwyk, der Bauspielplatz Roter Hahn. Ansässig sind: Gemeinnütziger Verein, zwei Karnevalsvereine, Verein für Industrie- und Arbeiterkultur, Naturschutzverein Dummersdorfer Ufer. Die Geschichtswerkstatt richtet zwei Konzerte im Jahr aus, der Bauspielplatz ein Fest pro Monat. Um das Thema Geschichte werde sich gekümmert, andere Kultursparten seien kaum vertreten, so die Stadt. Vermisst werden Künstler – und günstige Shuttlebusse zur Museumsnacht in die City.

St. Lorenz Süd: Es fehlt ein großer Saal

Im Stadtteil St. Lorenz Süd wohnen 15 300 Einwohner. Kulturelle Veranstaltungen bieten die Gedenkstätte Luther-Kirche, der Verein Sonntagsdialoge, das Theater Fundus, außerdem gibt es zwei Chöre. Das Theater veranstaltet drei Aufführungen pro Monat, in der Gedenkstätte finden Ausstellungen, Vorträge statt. Die Sonntagsdialoge haben fünf Kurse pro Woche im Programm und ein Fest pro Jahr. Was fehlt: ein großer Saal.

Altstadt: Proberäume fehlen

In der Innenstadt leben 14 000 Lübecker. Das kulturelle Angebot ist dort am größten: Theater, Museen, Musikkneipen, Chöre. Großveranstaltungen werden organisiert – von der Theaternacht über den Orgelsommer bis hin zu den Nordischen Filmtagen. Was fehlt: Angebote unter freiem Himmel und ein Kindertheater, das dauerhaft Programm bietet. Zudem: Ausstellungs- und Proberäume für Künstler und Musiker.

Travemünde: Kaum Angebote für junge Leute

Im lübschen Seebad wohnen 13 500 Lübecker. Angesiedelt sind: Stadtteilbibliothek, Ostseestation, Museumsschiff „Passat“, Seebadmuseum. Vorhanden sind: der Gemeinnützige Verein Travemünde, Verein Kunst und Kultur, der Heimatverein sowie Chöre, private Musikschulen und bildende Künstler. Es gibt etliche Feste, Aufführungen, Ausstellungen, Lesungen, Vorträge und Führungen. Was fehlt: Angebote für junge Leute – und ein großer Saal.

Buntekuh: Graffiti-Wand gesucht

In Buntekuh leben 11 200 Einwohner. Vorhanden sind Bauspielplatz, Jugendtreff, Jugendarbeit. Es gibt den Kulturladen und den Musikclub Rider’s Café. Der Verein „Grüner Kreis Lübeck“ hat einen eigenen Lehr- und Kulturgarten und bietet Workshops und Vorträge an. Es gibt den Wunsch nach einem mobilen Kino, einem Kunst-Café – und einen Ort zum legalen Graffiti-Sprühen.

Moisling: Fehlendes Publikum

In Moisling sind knapp 11 000 Lübecker zuhause. Es gibt eine Stadteilbibliothek sowie die Volkshochschule. Ebenfalls ansässig sind: Theaterschule „Euro Kidz“, Karnevalsgesellschaft „Die Nordlichter“, Stadtorchester, Spielmannszug Rot-Weiß. In Moisling werden 24 Feste pro Jahr gefeiert. Die Kirche veranstaltet zehn Konzerte im Jahr. Die VHS gibt an: Was fehlt für die Kulturarbeit, ist das Publikum.

Schlutup: Heimatmuseum vermisst

Im Schlutup leben knapp 5900 Einwohner. Das kulturelle Programm wird veranstaltet durch Gemeinnützigen Verein, St.-Andreas-Gemeinde, Grenzmuseum, Awo. Zudem gibt es Shantychor, Atelierhaus und eine Künstlergemeinschaft in der ehemaligen Munitionsfabrik. In Schlutup werden mehrere Feste und Konzerte im Jahr organisiert. Was fehlt: ein großer Veranstaltungsraum und ein Heimatmuseum.

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