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Lübeck Wohin mit dem Auto? – Die LN testen Lübecks Parkplätze
Lokales Lübeck Wohin mit dem Auto? – Die LN testen Lübecks Parkplätze
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12:22 25.02.2020
LN-Autorin Rabea Osol testet das Parkhaus am Holstentor. Quelle: Lutz Roeßler
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Lübeck

Zugeparkte Gehwege, enge Straßen, volle Parkhäuser – das erwartet Autofahrer schon jetzt oft, wenn sie auf der Suche nach einem Parkplatz in der Innenstadt sind. Wie wird es erst, wenn ab Ende Februar das Parkhaus am Holstentor und ab April auch das in der Hüxstraße geschlossen wird? 845 Parkplätze fallen dann weg. Zusätzlich will die Stadt die Stellflächen für Autos bis 2030 um 30 Prozent reduzieren. Aber wohin mit den Autos? Wo gibt es noch Parkplätze? Ich habe mich samt Auto in der Lübecker Innenstadt umgeschaut.

Alles voll in der Mühlenstraße

Meine Suche beginnt um 14 Uhr in der Mühlenstraße. Hier reihen sich die Autos bereits dicht an dicht am Straßenrand, ich zähle zwei freie Flächen. Dass sich diese am Nachmittag schnell füllen werden, ist abzusehen. Auch auf der Straße sieht es nicht besser aus: Eng hintereinander fahren Autos, Busse, Radfahrer – alle Richtung Zentrum.

Nun steuere ich das Haerder-Center-Parkhaus an. Ob ich hier wohl mehr Glück habe? Auf der ersten Ebene sieht es nicht danach aus – alles ist voll. Auch die Frauen- und Behindertenparkplätze in der Nähe des Eingangs und der Kassen sind fast alle belegt. Ich fahre runter in die zweite Parkebene und atme auf, hier ist nicht einmal die Hälfte belegt. Es lohnt sich also, auch mal eine Etage weiter zu fahren, wenn man auf der ersten nicht gleich einen Platz findet.

Anwohnerausweis „reicht hinten und vorne nicht“

Dass es im Zentrum besonders für Anwohner schwierig wird, das Auto abzustellen, weiß Kirstin Arndt. Die Osteopathin wohnt in der Mühlenstraße und berichtet: „Es ist eine Katastrophe. Nach 20 Minuten gebe ich meistens auf und parke weiter draußen.“ Und das trotz ihres Anwohnerparkausweises. „Der reicht vorne und hinten nicht“, bestätigt Katharina Peters, die zwölf Jahre lang in der Innenstadt wohnte. Die Pläne der Stadt, die Parkplätze zu reduzieren, begrüße sie dennoch. „Die Autos müssen raus aus der Stadt. Die Übergangsphase wird aber eine Herausforderung.“

Anwohner Paul Brandenburg rät, einen festen Stellplatz zu mieten. Er wohnt in der Alfstraße, sein Auto steht im Parkhaus St. Marien. Der 36-Jährige fährt täglich nach Bad Segeberg zur Arbeit. „Weil ich pendeln muss, ist es mir sehr wichtig, dass nicht auch noch Zeit für die Parkplatzsuche hinzukommt.“ Er habe mehrere Parkhäuser abtelefoniert, bis er einen Platz fand. „Die meisten sind schon auf Jahre hin ausgebucht.“

Viele Pendler parken am Stadtrand

Mittlerweile ist es etwa 14.30 Uhr und ich begebe mich in die Wallstraße. Am Ufer des Mühlenteichs stehen zahlreiche Parkplätze zur Verfügung – nur leider nicht für mich, denn alle sind belegt. Erst auf dem Mühlendamm erwartet mich eine freie Reihe am Straßenrand. Als ich wenig später noch einmal daran vorbeifahre, haben sich dort schon drei Parker breitgemacht, ein vierter ist im Anrollen.

Ich frage mich, wieso gerade um diese Uhrzeit schon so viele Pkw am Rand der Innenstadt parken. Anwohner Rolf Westphal erzählt mir, dass viele Leute, die in der Innenstadt arbeiten, tagsüber ihr Auto in den Randgebieten abstellen. So auch in der Schillerstraße in St. Jürgen, wo er selbst wohnt. „Hier fahren teilweise ganze Autokolonnen mit fremden Kennzeichen lang.“ Ihr Ziel sei es, Parkgebühren zu sparen. Westphal fordert: „Man müsste in der Stadt kostenfreien Parkraum schaffen.“

Klicken Sie sich hier durch die Bilder vom Parktest in Lübeck.

Kein freier Platz an der Ober- und Untertrave

Ich fahre weiter zur Musik- und Kongresshalle (MuK), wo nur vereinzelt Autos stehen. Im Parkhaus am Holstentor sieht es anders aus: Weder auf der ersten, noch auf der zweiten Etage finde ich Platz. Erst auf dem Deck direkt unter dem Dach und ganz oben stehen weniger Autos. Auch am gegenüberliegenden Traveufer ist es bereits eng. An der Ober- und Untertrave wird dicht an dicht geparkt, im Vorbeifahren entdecke ich keinen einzigen freien Platz. Ebenso zwecklos ist in den Seitenstraßen, wie in der Dauerbaustelle Mengstraße oder der Engelsgrube – abgesehen davon, dass man dort ohnehin nur als Anlieger hineindarf.

Meinen letzten Parkversuch unternehme ich gegen 14.45 Uhr in der Kanalstraße, wo ich mehrfach fündig werde. Im Parkhaus am Burgtor entdecke ich nur etwa 15 parkende Autos. Ebenso leer sind die Flächen P1, P2 und P3. Je weiter es in die Nähe der Hüxstraße geht, desto voller werden die Parkplätze. So zeigt der Platz P5 bereits das rote Schild „besetzt“ an.

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Kein Durchkommen am Wakenitzufer

Anschließend fahre ich noch ins Wohngebiet zwischen der Falkenstraße und dem Wakenitzufer. Beim Einfahren in die engen Gassen werde ich unruhig – passt mein Wagen überhaupt da durch? Straßen und Gehwege sind zugeparkt. Sobald mir ein anderes Fahrzeug entgegenkommt, heißt es anhalten und Stück für Stück aneinander vorbeirangieren.

Ich setze meinen Weg zu Fuß fort und treffe auf die Anwohnerin Katja Mentz. Die 53-jährige Mutter wohnt schon lange dort und erinnert sich: „Früher habe ich mich oft geärgert, weil ich mit dem Kinderwagen auf dem Fußweg nicht durchkam.“ Ähnlich eng ist es auch im Stadtteil St. Lorenz Nord, wo die 23-jährige Sarah Keirat wohnt. Sie weiß aus Erfahrung: „Ab 16, 17 Uhr wird es hier voll.“ Sie selbst besitze kein Auto, sondern nehme den Bus oder gehe zu Fuß. „So ist man fast immer am schnellsten.“

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Weiter weg parken lohnt sich

Mein Parktest zeigt, dass die Straßen in der Innenstadt und in den angrenzenden Wohngebieten schon am Tag auffällig voll sind. Autofahrer versuchen, ihren Wagen möglichst nah am Zielort abzustellen. Dabei lohnt es sich, auch mal etwas abseits zu parken, wie zum Beispiel am Ende der Kanalstraße oder im Bereich der MuK. Auch kleinere Parkhäuser, wie etwa am Pferdemarkt oder in der Falkenstraße, haben häufig noch freie Kapazitäten.

Nach Angabe von Lübecks Sprecher Hansjörg Wittern soll das Parken in der Innenstadt künftig auf Parkhäuser und große Parkplätze am Stadtrand konzentriert werden. „Die damit einhergehende deutliche Reduzierung des Parksuchverkehrs kommt allen zugute, entlastet die Stadtstraßen und leistet einen wesentlichen Beitrag für die Sicherheit und den Lärmschutz“, so Wittern. Wegen des vorübergehenden Wegfalls der 845 Parkplätze in den Parkhäusern mache er sich indes keine Sorgen: „Stellplätze sind grundsätzlich ausreichend vorhanden.“

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Von Rabea Osol

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