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21:10 27.03.2018
Autor Gustav Querfurth liebt „seinen“ Dom. Jetzt hat er sich auf die Suche nach Mariendarstellungen begeben, und das Ergebnis seiner Recherche hat er in einem Buch zusammengefasst.
Autor Gustav Querfurth liebt „seinen“ Dom. Jetzt hat er sich auf die Suche nach Mariendarstellungen begeben, und das Ergebnis seiner Recherche hat er in einem Buch zusammengefasst. Quelle: Foto: Ines Langhorst
Innenstadt

Am häufigsten ist Maria als Mater dolorosa, als „schmerzensreiche Mutter“ dargestellt. Unübersehbar ist die Maria zur Rechten Jesu am Triumphkreuz von Bernt Notke.

„Mich berührt das sehr“, so Gustav Querfurth. Auf der anderen Seite Jesu stehe der Jünger Johannes. Beiden weist er einander als Mutter und Sohn zu, kurz bevor er stirbt, so heißt es im Johannesevangelium der Bibel.

Auch die älteste Marien-Darstellung im Dom zeigt die Maria als Mutter unter dem Kreuz. Es ist eine einfache Wandmalerei aus dem Jahr 1342 und sie versteckt sich in der Gruft des Bischofs Bocholt.

Ganz klein ist eine Darstellung der Szene unter dem Kreuz auf der Seitenwand eines alten Oblatenkästchens. Eine der ältesten zugänglichen Darstellungen ist der kleine Altar der Stecknitzfahrer, auf der Maria mit dem Jesuskind abgebildet ist. Neben dem Marienaltar gibt es im Dom zwei große Madonnen, Bilder, geschnitzte Seitenwangen alter Kirchenbänke und Andachtsbilder.

Gustav Querfurth ist bereits seit 30 Jahren ehrenamtlich in der Lübecker Domgemeinde aktiv. Seit einigen Jahren führt er Gruppen durch die Kirche. Er hat ein besonderes Faible für christliche Symbole und Ikonografie. Mit dem neuen Buch über die Mariendarstellungen hat er bereits sein viertes Buch geschrieben. Und obwohl er den Dom kennt wie kaum ein anderer, entdeckt er immer wieder etwas Neues.

Oder wird darauf aufmerksam gemacht. „Das sind für mich immer kleine Wunder“, sagt Querfurth, etwa als während einer Domführung eine Teilnehmerin in der Marientidenkapelle im Ostchor an den Kapitälen eine Mariendarstellung entdeckte. „Die hatte ich vorher noch nie gesehen.“ Nun hat er die Kapitäle fotografiert und in sein Buch aufgenommen.

Doch das Buch ist nicht nur eine reine Abbildung von Figürlichem im Dom. Querfurth bezieht die biblische Maria immer wieder mit ein. Vor allem Meditationen zu Predigten von Pastor Wolfgang Grusnick zur Maria setzt er in Bezug zu den Mariendarstellungen und mit ihr verbundenen Symbolen. „Mich fasziniert die biblische Maria als Mutter von Jesus“, so Querfurth. Zwar habe mit der Reformation die Darstellung der Maria im Dom geendet. Aber der Weg Marias an Jesu Seite bis zur Himmelfahrt sorge auch in den Kirchenführungen immer wieder für regen Austausch. Angeregt durch die Abbildungen und Darstellungen, ganz gleich ob winzig klein oder riesengroß.

Gustav Querfurth, „Maria im Dom zu Lübeck“, 28 Seiten, DIN A4, 15,95 Euro. Bezug über den Autor per E-Mail an gustavquerfurth@web.de

LN