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Lübeck Geduldsprobe Moislinger Allee - was sich bis jetzt getan hat
Lokales Lübeck Geduldsprobe Moislinger Allee - was sich bis jetzt getan hat
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18:51 15.01.2020
So sah es Anfang Januar in der Baustelle Moislinger Allee aus: Die tiefe Grube zwischen den Fahrstreifen ist verschwunden, der Mittelstreifen und die künftigen Fahrspuren nehmen immer mehr Gestalt an. Quelle: Holger Kröger
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Autos und Radfahrer rumpeln, vor allem vom Lindenteller stadtauswärts, über unebenen Asphalt, der gelb gekennzeichnete Zebrastreifen auf Höhe eines Wettbüros ist zwar gut sichtbar. Wer und ob jemand ihn passiert, ist jedoch wegen der hohen Absperrzäune eher schlecht zu erkennen. Und auch wer in den Lindenteller einfahren möchte, muss sich wegen der Sperrzäune weit vortasten, um zu erkennen, ob sich im Kreisel ein vorfahrtberechtigter Radfahrer oder Pkw nähert. Zu vermehrten Unfällen im Bereich der Baustelle sei es jedoch nicht gekommen, sagt Polizeisprecher Stefan Muhtz, alle Verkehrsteilnehmer verhielten sich offenbar umsichtig.

Von der Grube zu erkennbaren Fahrstreifen

Wochen, wenn nicht gar monatelang, klaffte eine riesige Grube zwischen den beiden schmalen Fahrspuren. Inzwischen ist die Grube fast aufgefüllt mit Baumaterial, vier Bordsteinkanten sind auf voller Länge gesetzt. Jetzt lässt sich auch in etwa erkennen, wie die Moislinger Allee künftig aussehen soll: Aller Voraussicht nach ab 2021 hat sie in dem 390 Meter langen Bereich vom Lindenteller bis zur Lachswehrallee deutlich breitere Geh- und Radwege, nur eine Fahrspur von 3,25 Metern Breite je Fahrtrichtung, dafür einen Mehrzweckstreifen in der Mitte, der als Querungshilfe für Fußgänger und zum Linksabbiegen dient.

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So soll die Moislinger Allee ab 2021 aussehen: In der Mitte hat sie einen Mehrzweckstreifen, rechts und links davon befindet sich eine Fahrspur je Richtung. Daneben gruppieren sich Parkstreifen, Radweg und Gehweg. Quelle: Stadt Lübeck

Kostenexplosion im vergangenen Sommer

Die Kosten für die Maßnahme sollten ursprünglich 3,7 Millionen Euro betragen – im Sommer vergangenen Jahres wurde bekannt, dass der Umbau der Straße mit 6,35 Millionen Euro zu Buche schlagen würde. Bausenatorin Joanna Hagen begründete das mit dem Bau-Boom und dadurch stets steigenden Kosten. Ob noch einmal etwas auf die Rechnung draufkommt? „Nach dem derzeitigen Kenntnisstand liegen keine Hinweise vor, dass die an die Firma Grothe Bau beauftragten Bauleistungen kostenmäßig überschritten werden“, sagt Stadtsprecher Hansjörg Wittern.

Baumaßnahme liegt im Zeitplan

Eine gute Nachricht: Laut Wittern liegt die Baumaßnahme im Zeitplan. Aktuell setzen die Mitarbeiter der Firma Grothe Bau die Bordsteinanlage, anschließend soll der Mehrzweckstreifen gepflastert werden. Allerdings, so Wittern, könne es wie bei allen Baumaßnahmen mit mehreren Akteuren und Gewerken in einzelnen Phasen der Abwicklung zu Abweichungen vom Terminplan kommen. „Zum gegenwärtigen Zeitpunkt lässt sich sagen, dass die Abstimmung zwischen der Hansestadt Lübeck, der Netz Lübeck und den Entsorgungsbetrieben sowie den beteiligten Firmen sehr professionell ist.“

Erst die Bordsteine, dann der Mehrzweckstreifen

Nach dem Setzen der Bordsteinanlage soll der Mehrzweckstreifen in der Fahrbahnmitte gepflastert werden. Bis Ende März werde dann der Asphalt zur Herstellung der Fahrbahn eingebaut, der Verkehr werde auf die neu hergestellten Flächen umgeschwenkt. Die Netz Lübeck GmbH wird von April bis Juli tätig: Sie verlegt in den Seitenbereichen diverse Leitungen neu. Und ab August werden die Oberflächen der Gehwege, Radwege und Parkstreifen hergestellt.

Fertigstellung im nächsten Jahr

Die auf 390 Metern Länge runderneuerte Moislinger Allee soll 2021 fertig sein und mehr Sicherheit sowie einen besseren Verkehrsfluss der täglich rund 17 000 Fahrzeuge gewährleisten. Auf ein Quartal oder gar einen Monat im nächsten Jahr legt sich die Stadt allerdings nicht fest.

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Von Sabine Risch