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Lübeck Die neue Statistik der Stadt: Mehr Einwohner, weniger Müll
Lokales Lübeck Die neue Statistik der Stadt: Mehr Einwohner, weniger Müll
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01:00 01.09.2011
Lübeck

Wie viele Autos fahren in Lübeck? Wie viele Lehrer unterrichten wie viele Schüler? Wie groß ist der Wasserverbrauch? Wo leben die meisten Ausländer? Es gibt kaum eine Frage, die das Statistische Jahrbuch der Hansestadt für 2010 nicht beantworten kann (siehe rechts). Politik und Verwaltung brauchen die Datenflut, um Entwicklungen rechtzeitig zu erkennen. „Wir müssen Wohnungsbau betreiben, neues Bauland ausweisen und die Arbeitslosigkeit weiter senken“, fasst Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) das Werk zusammen.

Die gute Nachricht lautet: Nach Jahren des Abwärtstrends hat die Einwohnerzahl im vergangenen Jahr ganz leicht zugelegt – 400 mehr als noch 2009. Die städtischen Statistiker schätzen, dass Lübeck in 15 Jahren 203 633 Einwohner zählen wird. Der Schwund geht also weiter, fällt aber bei weitem nicht so dramatisch aus, wie von anderen Instituten prognostiziert.

Gleichwohl geht die Überalterung der Stadt ungebremst weiter. Die Geburten liegen seit Jahren unter 2000. Die Zahl der Grundschüler sinkt seit fünf Jahren kontinuierlich. Die Zahl der Senioren ab 75 Jahre steigt deutlich an. Der Einwohnerschwund trifft die Stadtteile unterschiedlich stark. In Travemünde boomt die Nachfrage nach Wohnungen. Sorgen bereiten Moisling und Kücknitz, wo die Einwohnerzahlen rapide sinken. „Kücknitz ist im freien Fall“, sagt Statistiker Gerhard Bender. Die großen Wohnungsgesellschaften antworten mit Modernisierung und Neubau. Noch wächst der gesamte Wohnungsbestand in Lübeck. Die Prognose der Statistiker sieht aber düster aus. Beim öffentlich geförderten Wohnungsbau wird es in den nächsten Jahren einen dramatischen Rückgang geben.

Als „erfreulich“ wertet Saxe, dass die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze in den vergangenen fünf Jahren um 8000 auf 83 266 zugelegt hat. Zugleich sinkt die Erwerbslosenquote seit 2005 kontinuierlich. Elf Prozent der Hansestädter sind aktuell ohne Job. Saxe: „Wir werden in absehbarer Zeit unter zehn Prozent kommen.“ Auf einem erklecklichen Teil der hiesigen Arbeitsplätze arbeiten Menschen aus dem Umland. Exakt 37 907 Einpendler zählte die Stadt Ende 2010 – fast 5000 mehr als vor fünf Jahren. Umgekehrt verlassen täglich 18 314 Lübecker die Stadt, um ihre Brötchen woanders zu verdienen – vor allem in Hamburg. Saxe: „Wir haben mit 45 Prozent eine der höchsten Einpendlerquoten bundesweit.“

Schwarz auf weiß dokumentiert das Jahrbuch, wie es um wichtige Branchen steht. Der Hafen war 2010 (26,5 Millionen Tonnen Umschlag) noch weit weg von den Tonnagerekorden aus dem Jahr 2007 (32,3 Millionen). Mit 1,18 Millionen Übernachtungen feierte das Tourismusgewerbe 2010 ein Rekordjahr.

Bei Energie und Abfall werden die Lübecker immer sparsamer. 45 763 Tonnen Hausmüll wurden entsorgt – 6000 weniger als 2005. Der Verbrauch von Gas und Wasser sinkt seit Jahren.

Und was war mit dem Wetter? 28 Sommertage über 25 Grad – das war mäßig. 112 Frosttagen unter null Grad – mehr gab es zuletzt 1996. Für die letzten vier Jahre stellt Statistiker Bender fest: „Wir haben keinen richtigen Frühling mehr in Lübeck.“

Kai Dordowsky

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