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Lübeck Raus aus dem Tabu: Sterben gehört zum Leben dazu
Lokales Lübeck Raus aus dem Tabu: Sterben gehört zum Leben dazu
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19:13 10.10.2019
Die Geschäftsführerin des MTB-Marktes Klio Paarmann-Sülberg (rechts) übergibt das gespendete E-Bike an Alexandra Pohl vom Projekt "Gemeinsam gehen" des Sprungtuch Vereins in Lübeck. Quelle: Julia Bittner
St. Jürgen

Die Diagnose einer unheilbaren Krankheit, das Verlieren eines geliebten Menschen, oder die Gewissheit, nur noch wenige Monate zu leben: Obwohl der Tod zum Leben dazugehört, ist der Umgang mit dem Ende des Lebens in der Gesellschaft noch immer mit Unbehagen verbunden.

Mit eben diesem Thema beschäftigt sich der Hospizdienst „Gemeinsam gehen“. Das Angebot des Sprungtuch Vereins in Lübeck bietet Beratung und Unterstützung für Sterbende und deren Angehörige an.

Jeder ist willkommen – unabhängig von Religion, Kultur, Sprache

Der im Frühjahr diesen Jahres gegründete Hospizdienst ist kein gewöhnlicher ambulanter Hospizdienst. Die Koordinatorin Alexandra Pohl hat sich für das Projekt das Prädikat „kultursensibel“ auf die Fahnen geschrieben. Unabhängig von Religion, Kultur oder sexuellem Hintergrund werden hier Menschen auf ihren letzten Schritten betreut und begleitet. Auch die Ehrenamtler beim Sprungtuch sind unterschiedlichster Herkunft und sprechen viele verschiedene Sprachen.„Die Situation in der sich die Betroffenen befinden, ist schwer genug. Da sollte bei der Sterbebetreuung nicht auch noch eine Sprachbarriere oder mangelnde Kenntnis über die Kultur eine Rolle spielen,“ sagt Pohl.

Vielmehr solle eine vertrauensvolle Basis geschaffen werden. Nichts gehe über die Vernetzung mit den hier ansässigen Einrichtungen, betont sie. Ein Anlaufpunkt für das Projekt ist das Haus der Kulturen. Es sei wichtig, mit den Einrichtungen zu kommunizieren, wo sich Menschen aus unterschiedlichen Kulturen zusammenfinden, so die Koordinatorin.

MTB-Markt unterstützt Hospizdienst „Gemeinsam Gehen“

Unterstützung findet das Pilotprojekt unter anderem beim MTB-Markt in der Welsbachstraße, der ein E-Bike an den Verein spendete. Die Geschäftsführerin Klio Paarmann-Sülberg ist von dem Angebot des Vereins begeistert: „Ich habe privat Erfahrungen mit dem Thema gemacht und hätte mir damals Unterstützung, wie sie das Sprungtuch bietet, gewünscht.“

Für die Wege zu den Betroffenen würden viele Mitarbeiter des Vereins das Fahrrad nutzen. Klio Paarmann-Sülberg bietet in ihrem Geschäft eine kostenlose Fahrrad-Inspektion für Ehrenamtler an und hofft auf weitere Unterstützer für das Projekt.

Buntes Programm bei Hospiz- und Palliativwoche in Lübeck

Hospiz- und Palliativwoche im Überblick

Auftakt feiert die sechste Auflage der Lübecker Hospiz- und Palliativwoche mit dem Welthospiztag am Sonnabend, 12. Oktober, um 16 Uhr mit einem Gottesdienst in St. Marien, Marienkirchhof 1. Pastor Frank Gottschalk, Hospizseelsorger im Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg, gestaltet gemeinsam mit Pastor Christian Asmussen von St. Marien und Haupt- und Ehrenamtlichen der Lübecker Hospiz- und Palliativeinrichtungen diesen besonderen Gottesdienst. Der Gottesdienst lädt alle, unabhängig vom Glauben, zu einem inspirierenden, einfühlsamen Gottesdienst ein, der sich auch mit dem Ende des Lebens auseinandersetzt.

Des Weiteren gibt es verschiedene Kunstprojekte, Lesungen, Führungen, Vorträge und Gespräche rund um das Thema Hospiz und Palliativversorgung. Zusammen mit anderen Besuchern können Sie über letzte Wünsche, Loslassen und Abschiednehmen, Ängste und Rituale sprechen. Das Thema Tod soll zum Gesprächsthema werden und für weniger Unbehagen sorgen.

Weitere Informationen zu der Veranstaltungsreihe finden Sie auf der Website der Hospiz- und Palliativwoche.

Mitte November werden sich die Lübecker Nachrichten dem Thema auch in einem „Hansetalk“ widmen.

Weitere solcher Dienste präsentieren sich in der sechsten Hospiz- und Palliativwoche in Lübeck. Vom 12. bis 25. Oktober erwartet Interessierte ein vielfältiges Programm zu den Themen Leben, Tod und Sterben. Unterschiedliche Einrichtungen wie Kinder auf Schmetterlingsflügeln oder das Palliativnetz Travebogen laden zu verschiedenen Veranstaltungen in der Hansestadt ein. Der traditionelle Empfang findet am 16. Oktober um 18 Uhr im Audienzsaal des Rathauses statt. Klicken Sie hier für weitere Informationen

Von Julia Bittner

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