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Lübeck Doro brachte einen Hauch Wacken nach Lübeck
Lokales Lübeck Doro brachte einen Hauch Wacken nach Lübeck
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12:40 20.11.2019
„All for Metal“: Doro wurde von 1300 Fans in der Kulturwerft Gollan in Lübeck bejubelt. Quelle: Olaf Malzahn
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Lübeck

Die ersten Fans warteten bereits morgens auf dem Werftgelände, weil sie wussten, dass Doro und ihre Crew in der Stadt sind. Für einen Stadtbummel durch Lübeck hatte die Frontfrau des deutschen Heavy Metal allerdings keine Zeit – seit Montag lief der Soundcheck – die Show hat für Doro Pesch immer oberste Priorität. Um 18 Uhr hatte sich bereits eine lange Schlange vor der Tür gebildet – knapp 1300 Fans strömten in die ausverkaufte Halle – viele in Fanshirts, in Kutte oder mit Wacken-Branding und wie Doro bereits im eher gesetzten Metal-Alter.

Gut zwei Stunden Show mit voller Energie

Die Vorband King Creature legte dann mit recht hartem Sound vor. Die vielversprechende Band aus Cornwell tourte zuvor unter anderem schon mit Motörhead und Megadeth – beides bekanntlich absolute Lieblingsbands von Doro. Um kurz nach 21 Uhr übergaben die britischen Rocker dann an die Queen of Metal. Schon das Intro feierten die Fans ab, die bis aus Kiel und Hamburg kamen. Bei Songs wie „Earhtshaker Rock“, „1 Rule to Ruins“, „Burning the Witches“, „Fight for Rock“, „Night oft he Warlock“ und „All for Metal“ sangen viele Fans mit, die Haare flogen und immer wieder wurden die Hände zum Wackengruß, der „Pommesgabel“, in die Höhe gehalten. Doro erzählte zwischen den Songs Episoden aus ihren inzwischen 35-jährigen Tourleben. Die Energie und Power der Frontfrau übertrug sich aufs Publikum. Die Rockröhre bewies mit ihrer rauchigen Stimme, dass sie von der Stadionhymne bis zur Ballade, vom krachenden, super harten Power Metal bis hin zu lyrischen Songs etliche musikalische Facetten zu bieten hat. Gut zwei Stunden wirbelte die zierliche 1,54 Meter große Sängerin über die Bühne und schenkte den Fans, ihrer „Doro Family“, nach großem lauten Jubel vier Zugaben.

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„Ich mach das bis zum letzten Tag“

Kein Wunder, dass die 55-Jährige so fit ist. Sie trinkt keinen Alkohol, hat nie Drogen genommen und das Rauchen aufgegeben. Dank Kampfsport hält sie sich topfit und denkt nicht ans Aufhören. Metal sei keine Frage des Alters, sagt sie, „Metal hat man im Herzen“. Sie werde erst aufhören, „wenn der liebe Gott es will. Ich mach das bis zum letzten Tag.“

Lübeck war eine ihrer Lieblingslocations

Es ist nicht ausgeschlossen, dass Doro Pesch mit ihrer Band wieder in Lübeck zu hören sein wird. Für sie war die Kulturwerft Gollan eine der besten Locations ihrer Tour. „Es war wie nach Hause kommen“, sagte sie zu Inhaber Thilo Gollan, der auf dem ehemaligen Werftgelände ein Recyclingunternehmen betreibt. Eine Erinnerung an die Kindheit von Doro – sie ist in Düsseldorf in einem Fuhrunternehmen aufgewachsen und für ihr Leben gerne Lkw gefahren. So dürfen ihre Fans auf ein Wiederhören in Lübeck hoffen.

Zunächst ist Doro aber weiter unterwegs im Land: morgen in Coesfeld, am Sonnabend in Bonn, am Sonntag im niederländischen Arnheim. Und dann darf sich die Powerfrau erst mal ausruhen – Ende Februar 2020 geht’s weiter.

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