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Lübeck Drehbrücke ab September wieder frei – auf einer Spur
Lokales Lübeck Drehbrücke ab September wieder frei – auf einer Spur
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11:50 17.08.2018
Noch ist es eine Baustelle: Der Drehbrücke ist ab September wieder auf einer Spur zu befahren. Der Platz wird erst 2019 neu gestaltet.
Lübeck

Fix, flott – und demnächst fertig? Der Umbau der Untertrave zum Altstadt-Boulevard legt kräftig an Tempo zu. Die Autos könnten schon Mitte oder Ende September über die neue Straße rollen, wenn alles klappt und das Wetter mitspielt. Allerdings: Wann die Wagen wieder in beide Richtungen über die Untertrave rollen können, entscheidet sich erst Anfang September. „Derzeit gehen wir noch von November aus“, sagt Matthias Drever, stellvertretender Bereichsleiter Verkehr, vorsichtig.

Es geht schneller: Die Frischzellenkur der Untertrave kommt rascher voran als gedacht. Die Drehbrücke ist ab 1. September wieder frei – zumindest auf einer Spur. Die Untertrave wird bis Mitte September asphaltiert. Ob die Autos dann schon darüber rollen können, steht noch nicht fest.

Fakt ist aber: Ab 1. September ist die Drehbrücke zumindest auf einer Spur in Richtung Hubbrücke wieder befahrbar. Dadurch gibt es ein Nadelöhr weniger in der Stadt. So war es auch geplant. Die Drehbrücke ist seit dem 9. Juli komplett gesperrt. Dort rollen sonst täglich 13000 Wagen drüber, davon 540 Laster und Busse sowie 840 Radler.

Indes: Die Neugestaltung der Untertrave dauert bereits schon viel länger. Seit einem Jahr wird die Straße umgebaut. Seither geht es nur auf einer Spur in Richtung Hubbrücke über die Untertrave.

Betroffen davon sind täglich 17 000 Autos, davon 260 Laster und Busse, sowie 610 Radfahrer. Warum es jetzt plötzlich schneller vorangeht? Die Gründe sind die Wassertreppe und der Drehbrückenplatz.

Denn der Bau der Treppe und der des Platzes sind auf 2019 verschoben. Dieser Teil des Projektes ist aufwendiger als gedacht. Der Drehbrückenplatz soll der zentrale Aufenthaltsort des neuen Altstadt-Boulevards werden – mit einer breiten Treppe zum Wasser, Anlegesteg für kleine Boote und einem Kiosk samt Toilette. „Durch das Verschieben der Wassertreppe sind Kapazitäten frei geworden“, sagt Drever. Die Baufirma hat ihre Arbeiten umgeschichtet und startet bereits jetzt mit der Asphaltierung der Straße An der Untertrave.

Aktuell wird der Bereich vor der Drehbrücke in drei Schichten asphaltiert. Am 24. August soll alles fertig sein. Anschließend werden bis zum 31. August die Fahrbahnen markiert und Restarbeiten erledigt. Die Straße An der Untertrave erhält ebenfalls frischen Asphalt. Zwischen Alsheide und Große Altefähre wird ab jetzt bis zum 24. August gearbeitet. Auf dem Abschnitt Engelsgrube bis Alsheide sind die Arbeiten allerdings aufwendiger. Sie dauern von jetzt bis zum 31. August. Bitter für die Anwohner: Die Zufahrten zur Engelsgrube und zur Alsheide werden in dieser Zeit voll gesperrt.

Der Umbau Untertrave schlägt mit 8,53 Millionen Euro zu Buche – statt wie ursprünglich geplant mit 7,58 Millionen Euro. Davon zahlen den größten Batzen Bund und Land mit 6,6 Millionen Euro. Die Stadt muss 1,93 Millionen Euro übernehmen. Das ist fast doppelt so viel wie geplant. Bisher hatte die Stadt mit Kosten von nur 980 000 Euro gerechnet. Durch die aufwendiger gewordenen Arbeiten an der Wassertreppe sind weitere 950000 Euro dazugekommen. Der Bauausschuss hat die extra Kosten bereits abgesegnet. Die Bürgerschaft muss sie Ende August endgültig beschließen.

Interessantes Detail: Für die betroffenen Anwohner ist die Neugestaltung der Untertrave kostenlos. Sie müssen keine Straßenausbaubeiträge bezahlen, denn es handelt sich um ein nationales Förderprojekt und teils Sanierungsgebiet. Ursprünglich sollte die komplette Untertrave erneuert werden. Doch ein Bürgerentscheid hat das verhindert. Die Bürger wollen die alten Winterlinden erhalten.

Dieser Abschnitt wird jetzt nicht umgestaltet. In diesem Bereich hätten die Anwohner Straßenausbaubeiträge bezahlen müssen.

Von Josephine von Zastrow