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Lübeck Drehbrücke in Lübeck wird neun Monate gesperrt
Lokales Lübeck Drehbrücke in Lübeck wird neun Monate gesperrt
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01:00 14.08.2011
Die Lübecker Drehbrücke. Quelle: Wolfgang Maxwitat
Lübeck

Die Drehbrücke ist fast 120 Jahre alt – und richtig marode. Deshalb wird die viel befahrene Querung demnächst für 1,5 Millionen Euro saniert. „Unser Ziel ist, dass wir im Januar 2012 beginnen“, erklärt Stefan Klotz, Bereichsleiter Verkehr der Stadtverwaltung. Denn das Bauwerk von 1892 hat es dringend nötig. Schon im Brückenbericht der Stadt vom September 2008 wird die Drehbrücke als dringendes Sanierungsprojekt nach der Bahnhofsbrücke genannt. Ihr Zustand sei „ungenügend“, und die Fachleute drängen auf eine „umgehende Instandsetzung“. Vor allem wären Bauteile aus Holz und die Widerlager beschädigt. Ihr theoretisch erreichbares Alter hat die Brücke bereits überschritten: um zehn Jahre. Bislang ist die Sanierung an Geld, Zeit und Personal gescheitert.

Doch das ist nicht die einzige Krux: Für die Frischzellenkur muss die Drehbrücke komplett ausgebaut werden. Für sieben bis neun Monate geht dann nichts mehr. Die Autofahrer auf der Altstadt-Insel müssen sich dann auf einen Dauerstau einstellen – denn es wird aus finanziellen Gründen keine Ersatzbrücke geben. Auch nicht für Fußgänger und Radfahrer, die dann die Brücke an der Musik- und Kongresshalle (MuK) passieren müssen. Täglich rollen 17 700 Autos über die Drehbrücke, die dann über die Holstenbrücke oder die Hubbrücke ausweichen müssen. Eigentlich sollte die 111 Jahre alte Hubbrücke – die Verbindung zwischen Altstadt und Neuer Hafenstraße – zur selben Zeit saniert werden. Allerdings nicht von der Stadt, sondern vom Wasser- und Schifffahrtsamt. Doch da gibt es Entwarnung. „Nächstes Jahr werden wir die Hubbrücke noch nicht neu bauen“, heißt es von der Bundesbehörde, da die Finanzierung noch nicht geklärt ist. Die Sanierung der Hubbrücke kostet 13,2 Millionen Euro. Sie soll vollkommen neu gebaut werden – im Retro-Look. Sie sieht dann zwar alt aus, ist aber neu.

Die Drehbrücke hingegen bleibt erhalten und wird klassisch saniert. Der Plan ist, sie mit einem Schwimmkran aus ihren Angeln zu heben – und sie an Land zu sanieren. Die Stahlkonstruktion mit den geschwungenen und genieteten Bögen soll gesandstrahlt werden. Auch der Fahrbahnbelag wird vollständig erneuert. Während die Brücke eine Rundumerneuerung erhält, wird auch im Wasser zwischen Holsten- und Hansahafen gearbeitet. Denn die beiden maroden Widerlager – die die mehr als 500 Tonnen schwere Brückenkonstruktion tragen – werden komplett abgerissen und ausgetauscht. Dazu werden Spundwände um jedes Widerlager herum und in das Erdreich unter Wasser gerammt oder gepresst. Welche der beiden Techniken angewandt wird, steht noch nicht genau fest. Das Wasser in dem Becken, das dadurch entsteht, wird abgepumpt – und so können sich die Arbeiter die Widerlager vornehmen. Wenn die neuen Brückenpfeiler dann im Wasser stecken, wird die auf Vordermann gebrachte Brücke per Schwimmkran wieder eingesetzt.

Doch das ist nicht alles – auch die Technik der Querung bekommt eine Generalüberholung. Anders als die Hubbrücke – deren Technik von 1899 nur noch teilweise funktioniert – versieht die Drehbrücke relativ störungsfrei immer noch ihren Dienst. 1967 wurde sie generalüberholt. Doch die kleinen technischen Neuerungen, die dort eingebaut wurden, haben sich nicht bewährt, deshalb soll die alte Technik wieder erneuert werden. Die Drehbrücke wird immer noch per Hand gefahren – und allein mit Wasserdruck um zehn Zentimeter angehoben und um knapp 40 Grad gedreht. Klotz verspricht: „Wir wollen den Charme des Alten erhalten.“ Und das muss die Stadt auch: Die Drehbrücke steht seit 1989 unter Denkmalschutz.

Die Stadt bemüht sich, Geld von Stiftungen für die Sanierung des historischen Bauwerks zu bekommen. 20 wurden bereits angeschrieben, noch gibt es allerdings kein Ergebnis. Deshalb hofft Klotz auf den Haushalt 2012. Dort müssten 700 000 Euro bereitgestellt werden, in diesem Jahr sind bereits 815 000 Euro reserviert für die Sanierung der Drehbrücke. Klotz macht klar: „Wir müssen jetzt an die Querung ran.“

Josephine von Zastrow

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