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Lübeck Nachfolger für einzigartiges Druckmuseum in Lübeck gesucht
Lokales Lübeck Nachfolger für einzigartiges Druckmuseum in Lübeck gesucht
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15:00 30.05.2019
Das Druckmuseum von Horst Gassmann (76): Der Sammler steht an einer seiner Druckmaschinen, einem Offenbacher Trettiegel von 1899. Quelle: Cosima Künzel
Kücknitz

Vor 40 Jahren hat Horst Gassmann (76) sein erstes Ausstellungsstück erworben: einen Offenbacher Trettiegel von 1899. Was für den Laien rätselhaft klingt, ist für den gelernten Schriftsetzer und späteren Chef-Layouter der Lübecker Nachrichten der Beginn einer jahrzehntelangen Sammelleidenschaft. Jetzt sucht er einen Nachfolger für sein Druckmuseum.

Im Druckmuseum „Petit“ von Horst Gassmann gab es Besichtigungen nach Vereinbarung. Quelle: Cosima Künzel

„Ich gehe davon aus, dass ich eine der am besten sortierten Druckstock-Sammlungen Deutschlands habe“, sagt er lächelnd mit Blick in den 35 Quadratmeter großen Raum. Entlang der Wände stehen über hundert Jahre alte Setzregale. Die flachen Schubladen sind gefüllt mit rund 3000 Druckstöcken aus Kupfer, Zink, Blei oder Holz.

Zu dem Fundus gehören auch Motive aus Lübeck. Stadtsilhouetten, Straßen, Adler. Hier: das Holstentor. Quelle: Cosima Künzel

Sammlung als kulturhistorischer Schatz

Die seitenverkehrten Bildelemente wurden früher für den Hochdruck (Buchdruck) verwendet. Unter den Motiven wie Autos, Tiere, Weihnachtsbäume, Werbebildchen für Seife und Zigarren, Firmenlogos und unzählige Bilder mehr sind auch viele mit Lübecker Thema: Bauwerke, Stadtsilhouetten, das Holstentor oder Straßenzüge. Die Sammlung im Keller seines Hauses ist nicht nur ein kulturhistorischer Schatz, sondern auch für die Geschichte der Hansestadt von Bedeutung, sagt er.

Buchdruckmaschine von 1899

Gegenüber der Setzregale stehen die historischen Druckmaschinen, wie der Offenbacher Trettiegel. Die Buchdruckmaschine hat er aus der ehemaligen Druckerei Busch in der Dr.-Julius-Leber-Straße. „Die Maschine wird per Hand betrieben und läuft so gut wie eh und je“, sagt Gassmann und zeigt, wo die Druckstöcke eingespannt werden und so ein Motiv auf Papier gebracht wird. „Auf diesem Weg entstanden Farbdrucke für Einladungen, Postkarten oder Buchillustrationen.“ Jahrelang hat Gassmann solche Arbeiten aus seinem Museum auch beim legendären Weihnachtsmarkt im Heiligen-Geist-Hospital verkauft. Auch Schulklassen hatte er im Museum zu Gast, hat mit den Kindern Papier geschöpft und bedruckt.

Schubladen voller kleiner Buchstaben, aus denen die Bleischrift auch für den Zeitungsdruck gesetzt wurde. Quelle: Cosima Künzel

Buchstaben für den Zeitungsdruck

Ergänzt wird sein Fundus durch Schubladen voller kleiner Buchstaben, aus denen die Bleischrift auch für den Zeitungsdruck gesetzt wurde. „Als Schriftsetzer konnten wir das ohne hinzusehen und rasend schnell“, sagt Gassmann, der 1980 als Cheflayouter zu den LN kam. Zuvor hatte er bei der Zeitschrift Bella im Bauer Verlag Hamburg eine Stelle als Chef vom Dienst und war für die LN auch über zehn Jahre als Journalist tätig.

Sammler aus Leidenschaft

Die Leidenschaft für seinen Beruf nahm er mit in die Freizeit. Er sammelte seine Druckstöcke und Maschinen in ganz Deutschland und auch im Ausland. Flohmärkte und Druckereien waren seine „Fundgruben“. „Immer wenn ich mit meiner Familie im Urlaub war, habe ich Ausschau nach neuen Stücken gehalten.“ So entdeckte er in Schweden auch die bis zu 13 Zentimeter (29 Cicero) großen Holzbuchstaben, die für das Drucken von Plakaten benutzt wurden.

Eine komplett eingerichtete Druckerei und Setzerei

Aus solchen großen und kleinen Buchstaben macht er sich nun Bilder als Erinnerung. Denn der Lübecker muss mit seiner Familie umziehen, und wird sein Museum nicht mitnehmen können. „Jedes Teil habe ich mit Herzblut gesammelt,“ sagt er, „natürlich schmerzt es mich, das alles aufzugeben.“

Nachfolger für Museum gesucht

Daher hofft er, einen Nachfolger für sein Museum zu finden. „Ich fände es toll, wenn es einen Schriftsetzer oder Drucker gäbe, der die historischen Maschinen und die Druckstock-Sammlung übernimmt und Freude hat, damit zu arbeiten“, sagt Gassmann. „Und vielleicht auch jungen Leuten oder Schülern die alte Technik vermitteln mag.“

Interessenten für das Druckmuseum können sich melden per E-Mail an horst.gassmann@yahoo.de

Cosima Künzel

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