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Lübeck 293 Elektroautos sind in Lübeck zugelassen
Lokales Lübeck 293 Elektroautos sind in Lübeck zugelassen
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15:12 29.10.2019
Über 30 Ladesäulen stehen den E-Auto-Fahrern in Lübeck und Umgebung zur Verfügung. Aber auch in Lübeck ist das elektrische Auto noch ein Nischenprodukt. Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck

Mehr als 97 000 Personenkraftwagen sind in der Hansestadt zugelassen. Gerade einmal 293 fahren voll elektrisch. Das ist der aktuelle Stand an Zulassungen für E-Autos in Lübeck. Gegenüber 2018 hat sich die Zahl mehr als verdoppelt. Hohe prozentuale Wachstumsraten – damit liegt die Hansestadt im bundesweiten Trend. In absoluten Zahlen bilden E-Autos immer noch eine verschwindend kleine Minderheit.

Das sagen Experten

Das werde sich bald ändern, ist Marc Kudling überzeugt. Der Fachmann für E-Mobilität bei den Stadtwerken Lübeck: „2020 könnte das Jahr der E-Mobilität werden.“ Der Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) wolle private Ladestationen mit einer Milliarde Euro fördern, sagt Kudling. Außerdem kämen 2020 zahlreiche elektrische Kleinwagen diverser Hersteller für unter 30 000 Euro auf den Markt.

Ladevorgang und Reichweiten-Debatte sind Hemmschwellen

Auch Hinrich Kählert, Vorstand von Stattauto, erwartet bis 2025 einen „deutlichen Schub für das E-Auto“. Stattauto hat 30 Elektroautos für sein Carsharing-Unternehmen angeschafft. Kählert weiß, warum Lübecker bei E-Autos noch zögern: „Der andere Tankvorgang und die Tatsache, dass E-Autos Automatikfahrzeuge sind, sind Hemmschwellen.“ Die Debatte über Reichweiten und problematische Rohstoffe bei der Batterieherstellung hätten viele Bürger verunsichert, sagt der Stattauto-Vorstand.

Das Kfz-Gewerbe in Schleswig-Holstein rechnet ebenfalls mit stark steigenden Verkaufszahlen. Verbandsgeschäftsführer Jan-Nikolas Sontag: „Die Zahlen werden sich in den nächsten Jahren gewaltig verändern.“ Deutsche, europäische und asiatische Autohersteller würden 2020 in die Offensive gehen. Lübeck liege mit seinen 293 Elektroautos schon heute über dem Bundesdurchschnitt, sagt Sontag.

Das Ladesäulen-Netz, das laut Internetportalen über 30 Stromtankstellen für Lübeck und Umgebung umfasst, sei dagegen kein Hindernis, sind sich die Experten einig. „Für den momentanen Bedarf reicht das Netz, auch wenn es nicht super komfortabel ist“, erklärt Hinrich Kählert. Die Stadtwerke haben den Ausbau 2018 gestoppt. Sie betreiben zehn Ladesäulen und mehr sind erst einmal nicht geplant. Der Versorger sieht die Zukunft in einem Ladenetz, das andere aufbauen – beispielsweise die Wohnungswirtschaft.

Bauverein zählt nur wenige externe Nutzer

Der Lübecker Bauverein rüstet seine neuen Wohnanlagen systematisch mit Ladesäulen aus. Für die Anlage in der Luisenstraße hat Vorstand Detlef Aue Zahlen parat: „Wir hatten seit Inbetriebnahme 330 Ladevorgänge, aber nur 29 von externen Nutzern.“ Der Rest ging auf das Konto der Stattauto-Nutzer. Das Carsharing-Unternehmen hat einen Renault Zoe auf dem Parkplatz der Wohnanlage in der Luisenstraße stationiert.

Zulassungszahlen von E-Autos

293 E-Autossind aktuell in der Hansestadt zugelassen. Am 1. Januar 2018 waren es 128, ein Jahr zuvor 97 und am 1. Januar 2014 gerade einmal zehn. 97 136 Pkw insgesamt waren 2018 in Lübeck zugelassen, 66 011 Benziner und 29 824 Diesel.

Landesweitwuchs die Zahl der zugelassenen Elektro-Pkw von 2017 auf 2018 um 68 Prozent. 1806 E-Autos waren am 1. Januar 2018 in Schleswig-Holstein zugelassen. Bundesweit stieg der Bestand an Elektro-Pkw von 53  861 auf 83 175 (Stand 1. Januar 2019) an.

Dass das zarte Pflänzchen E-Mobilität auch in Lübeck wächst, hat Jan-Dirk Verwey bemerkt: „Seit Mitte 2019 spürt man in Lübeck die Zunahme der E-Fahrzeuge, die öffentlichen Ladepunkte sind oft belegt.“

Elektromobilist spricht von Organisationsaufwand

Seit fünf Jahren ist der Chef der Entsorgungsbetriebe Lübeck mit einem Fahrzeug unterwegs, das den Elektroantrieb mit einem Kraftstoffantrieb kombiniert. Damals sei die Auswahl an reinen E-Autos noch begrenzt gewesen, sagt Verwey: „Ich würde heute auch privat ohne Einschränkungen ein reines Elektrofahrzeug fahren.“

Dienstlich sind Verwey und seine Mitarbeiter häufig mit reinen E-Autos unterwegs. Auch nach Hamburg. Das Aufladen unterwegs sei in der Regel kein Problem. Es gebe eben „etwas Organisationsaufwand“, sagt der EBL-Chef und meint damit, dass er eine App und mehrere verschiedene Ladekarten benötigt.

E-Autos nutzen Priwallfähren für den halben Preis

Als Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ihr ambitioniertes und inzwischen wieder eingesammeltes Ziel von einer Million E-Autos auf deutschen Straßen verkündete, rechnete die Bauverwaltung aus, was das für Lübeck bedeuten würde: 2500 rein elektrische Pkw. Im Februar 2017 gab der SPD-Ortsverein Holstentor-Süd sogar die kühne Parole aus, dass in naher Zukunft 9000 E-Autos in Lübeck zugelassen sein sollten.

Um das Ziel zu erreichen, schlugen die Genossen diverse Sonderregelungen für E-Autos vor – von der Mitbenutzung der Busspuren über gebührenfreie Zulassung bis zum kostenlosen Parken. Nichts davon wurde bislang umgesetzt. Nur die Priwallfähren können E-Autos für die Hälfte des Fahrpreises nutzen.

Sonderregelungen für E-Fahrzeuge sind umstritten. „Die Mitbenutzung von Busspuren in der engen Innenstadt halte ich nicht für sinnvoll“, sagt Marc Kudling von den Stadtwerken. Kleine Vorzüge wie beispielsweise längere Lieferzeiten für Zulieferer, die in die Altstadt wollen und E-Fahrzeuge fahren, seien eine Überlegung wert. Auch Hinrich Kählert von Stattauto kann sich Regelungen vorstellen, dass nur emissionfreie Fahrzeuge die Altstadt zu bestimmten Zeiten befahren dürfen. Kählert: „Da könnte die Kommunalpolitik Vorgaben machen.“ In Kiel dürften E-Autos zwei Stunden frei parken.

Von Kai Dordowsky

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