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Lübeck Ehemalige Mitarbeiter der Priwall-Krankenhauses treffen sich
Lokales Lübeck Ehemalige Mitarbeiter der Priwall-Krankenhauses treffen sich
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15:22 04.11.2019
Wiedersehen nach 14 Jahren: Mehr als 100 ehemalige Mitarbeiter des Priwall-Krankenhauses trafen sich in Travemünde. Quelle: Thomas Krohn
Travemünde

Großes Hallo, Händeschütteln, Schulterklopfen und Umarmungen: Beim Treffen ehemaliger Mitarbeiter des Priwall-Krankenhauses herrschten eine fast familiäre Atmosphäre und beste Stimmung. Mehr als 100 Ex-Bedienstete trafen sich 14 Jahre nach der Schließung der kleinen Klinik im Travemünder Restaurant „Luzifer“. Viele von ihnen sahen sich zum ersten Mal nach 2005 wieder. Logisch, dass es reichlich Gesprächsstoff gab unter den Krankenschwestern, Pflegern, Ärzten, Verwaltungsmitarbeitern, Physiotherapeuten und anderen ehemaligen Angestellten des Krankenhauses.

Das ehemalige Priwall-Krankenhaus

Das Krankenhaus Priwall wurde von 1930 bis 1935 gebaut und zunächst vom Militär genutzt. 1948 ging die Einrichtung in die Trägerschaft der Hansestadt Lübeck über. Anfangs bestand die Klinik aus dem Krankenhaus, einem Alters- und einem Kinderheim mit jeweils 240 Betten sowie einem Mütter- und Säuglingsheim mit 80 Betten.

Im Laufe der Jahre wurde die Bettenzahl ständig reduziert. 1981 trat ein Kooperationsvertrag mit der Medizinischen Universität zu Lübeck in Kraft. Bis zu seiner Schließung hielt das Krankenhaus 124 Betten vor, versorgte jährlich 3000 stationäre und bis zu 2000 ambulante Patienten. 2002 übernahm der Münchener Sana-Konzern die Einrichtung, eröffnete im Herbst 2005 die Praxisklinik in Travemünde und schloss das Priwall-Krankenhaus.

Erstes Treffen der ehemaligen Krankenhaus-Mitarbeiter

Edeltraud Kujath, langjährige Krankenschwester in der Chirurgie, hatte die Veranstaltung gemeinsam mit der früheren OP-Kraft Helga Ostrowski und der ehemaligen Chefarztsekretärin Doris Noack organisiert. „Die Sana-Klinik, die das Krankenhaus damals übernahm, lädt seit vielen Jahren zu einem Seniorentreffen ein. Irgendwann kam dabei die Idee auf, einmal alle Ehemaligen vom Priwall zusammenzuholen“, sagte sie. Ein nicht ganz einfaches Unterfangen, das aber über ein Schneeballsystem gut funktionierte. Mehrere Ex-Kollegen wurden gebeten, andere ehemalige Mitarbeiter ausfindig zu machen, denn etliche befinden sich bereits im Ruhestand oder sind in anderen Krankenhäusern tätig.

Älteste Ehemalige ist über 90

Die Organisatorinnen freuten sich besonders über den Besuch von Edith Czienskowski. Die Rentnerin will am 14. November ihren 94. Geburtstag feiern und war die älteste Teilnehmerin des Treffens. In Minge im Memelland geboren flüchtete sie mit ihrer Familie in den Wirren des Zweiten Weltkriegs zunächst nach Dänemark und landete später in Travemünde. Bis zu ihrem 65. Lebensjahr war die gelernte Schneidern in der Wäschekammer des Priwall-Krankenhauses tätig, kleidete das Personal ein, nähte die Schwestern- und Ärztekittel und half auch in der Personalkantine bei der Essensausgabe. „Mir hat das alles großen Spaß gemacht, ich bin jeden Tag gern zur Arbeit gegangen“, blickte die rüstige Rentnerin auf ein erfülltes Arbeitsleben zurück.

In einem der früheren Krankenhausgebäude sind jetzt Teile des Stadtmagazins untergebracht. Quelle: Thomas Krohn

Erinnerungen der ehemaligen Mitarbeiter

Organisatorin Edeltraud Kujath erinnerte in ihrer Begrüßungsrede an die eine oder andere Begebenheit während ihrer aktiven Zeit, etwa die umständlichen Transporte der Verstorbenen über die Treppe in den Keller. Auch die Enge der Patientenzimmer und die sanitären Anlagen seien oft eine Herausforderung gewesen. Der Zahn der Zeit habe an den alten Gebäuden genagt und es für die Mitarbeiter nicht immer leicht gemacht. Trotz allem hätten das gute Miteinander, gepaart mit gegenseitiger Achtung und Freude an der Arbeit, auch die Patienten gespürt und sich stets wohlgefühlt. Und an die Ex-Kolleginnen und Kollegen gerichtet: „Wenn ich mich so umschaue, war es nicht nur die gute Seeluft, sondern auch das Klima in unserem Haus, das dazu beigetragen hat, dass ihr kaum älter geworden seid.“

Auf einer Stelltafel „verewigten“ sich die Teilnehmer mit ihren Namen. Quelle: Thomas Krohn

Spendensammlung für das McDonald Haus

Auf einer Stelltafel durften sich die Teilnehmer des Ehemaligen-Treffens mit ihren Namen „verewigen“. In einer Spendenbox wurde Geld für das Ronald McDonald Haus Lübeck gesammelt. Die Stiftung setzt sich seit 1987 für die Gesundheit und das Wohlergehen von Kindern in Deutschland ein. Sie bietet mit ihren Häusern Familien schwerkranker Kinder direkt neben der Sana-Klinik Lübeck ein Zuhause auf Zeit und ist Teil einer internationalen Organisation, die weltweit nach gleichen Prinzipien arbeitet.

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Von Thomas Krohn

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