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Lübeck Ein Gebäude für alle Patienten
Lokales Lübeck Ein Gebäude für alle Patienten
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21:10 30.09.2014
Eine neue, großzügige Eingangshalle soll die Besucher, Mitarbeiter und Patienten ab 2021 empfangen.
Eine neue, großzügige Eingangshalle soll die Besucher, Mitarbeiter und Patienten ab 2021 empfangen. Quelle: UKSH
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Lübeck

Es ist das bislang größte Bauprojekt auf dem Klinikcampus: Die Frischzellenkur des Uniklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) kostet satte 520 Millionen Euro, die Hälfte des Geldes wird in Lübeck verbaut. Insgesamt werden 255 301 Quadratmeter neu gestaltet, ebenfalls die Hälfte davon in Lübeck. Das private Baukonsortium Vamed/BAM hat den Zuschlag erhalten und wird die Neubauten errichten sowie die maroden Gebäude sanieren — in Zusammenarbeit mit dem UKSH. Im Frühjahr 2015 will UKSH-Chef Professor Jens Scholz den Bauantrag einreichen — er hofft auf eine zügige Baugenehmigung. Fünf bis sechs Jahre wird dann auf dem Campus gebaut. 2021 soll alles fertig sein.

In Lübeck wird es dann nur noch ein großes Zentralklinikum geben. „Alle Patienten werden in einem Gebäude untergebracht“, sagt Scholz.

Der Zugang zum Klinikum wird verlegt — und verschiebt sich weiter ein Stück stadtauswärts. Von der Ratzeburger Allee aus können die Besucher dann direkt in ein neues Parkhaus fahren (die LN berichteten). Von dort geht es zum Neubau mit einem neuen, großen Haupteingang und Foyer. Das Gebäude wird direkt an das jetzige Zentralklinikum angebaut, und zwar im Osten, dort, wo jetzt ein Parkplatz ist.

Der Neubau wird sechs Stockwerke nach oben ragen. Der alte Teil des Zentralklinikums von 1988 wird saniert, behält aber wie jetzt zwei bis drei Stockwerke. Auf das Dach des Neubaus wird auch der Hubschrauber-Landeplatz gebaut. Derzeit ist er direkt neben der Kinderklinik.

Außerdem fallen die beiden sogenannten Hamburger Häuser weg, die rechts vor dem jetzigen Haupteingang des Zentralklinikums liegen. Auch die alten Baracken auf dem Gelände werden abgerissen. Am UKSH wird es nach dem Umbau nur noch Ein- und Zweibettzimmer geben. Geplant sind 40-Betten-Stationen. Erstmals werden auch Stationen nur für Privatpatienten auf dem Lübecker Klinikcampus eingerichtet. Die Idee sind große Stationen, in denen fachübergreifend gearbeitet wird. So wird es eine zentrale Aufnahme geben, einen großen Zentral-OP sowie eine interdisziplinäre Intensiv-Station und eine interdisziplinäre Pflege-Station.

Das neue Zentralgebäude bleibt im Besitz des Landes. Eine Projektgesellschaft des privaten Baukonsortiums Vamed/BAM wird den Betrieb und die Instandhaltung übernehmen — für die nächsten 30 Jahre bis 2044. Ab 1. Juli übernimmt sie die Geschäfte. 75 UKSH-Mitarbeiter werden in die neue Gesellschaft wechseln. Sie haben sich bislang um die Gebäude gekümmert. Insgesamt werden 120 bis 130 Mitarbeiter in der neuen Gesellschaft arbeiten.

450 Jobs fallen weg
Das UKSH wird durch die Neubauten moderner und effizienter. Gleichzeitig fallen dadurch von 7300 Stellen 450 weg — an beiden Standorten.

257Stellen werden bei den Krankenschwestern und Pflegern gestrichen, 131 im Service wie Küche oder Wäscherei, 25 im ärztlichen Bereich sowie 37 weitere Stellen.


Das Kontrollgremium der Ministerien soll das Projekt begleiten und vor allem die Belastung der Mitarbeiter im Blick behalten.

Josephine von Zastrow