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Lübeck Ein Hund allein im Bus
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22:18 28.09.2016
Wem gehört dieser Hund? Er stieg gestern in der Innenstadt in einen Bus des Stadtverkehrs und fuhr bis zur Haltestelle "Wesloer Brücke". Quelle: Polizei
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St. Gertrud

Die ganze Nacht hat Shoerlin (21) nach ihrem Hund „Brian“ gesucht. Aber von ihm fehlte jede Spur. Jetzt weiß sie, warum: „Brian“ war am Dienstagabend allein mit dem Bus vom Koberg zur Wesloer Brücke gefahren. Ganz friedlich habe er sich im hinteren Teil des Busses abgelegt, sagte der Busfahrer der Polizei.

 

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Wieder vereint: Shoerlin (21) und ihr Hund „Brian“ an der Beckergrube. Quelle: kab

Shoerlin und ihr Freund Mirko (43) kommen aus Hannover. Sie haben keinen festen Wohnsitz und ziehen mit „Brian“ und der Hündin „Terra“ kreuz und quer durch Deutschland. Sie schlafen bei Bekannten oder unter einer Brücke, wie es sich ergibt. Seit einem Monat machen die Beiden in Lübeck Station. „Brian“ ist seit seiner Geburt vor vier Jahren dabei. „Er ist unser Wachhund“, sagt Mirko. „Der passt nachts auf uns auf.“

Doch in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch konnten Shoerlin und Mirko nicht schlafen. Später reimten sie sich zusammen, was passiert war: „Brian“ war von einem lauten Knall – vielleicht einem Böller – so erschreckt worden, dass er in einen Bus der Linie 11 sprang, der gerade am Koberg hielt.

„Die Ungewissheit, wo der Hund gelandet ist, hat uns fertig gemacht“, sagt Mirko. „Wir haben schon damit gerechnet, dass den jemand mitgenommen hat.“ Schließlich gingen sie zur Polizei. Dort wurden sie endlich von ihrem Bangen erlöst. Die Polizisten hatten „Brian“ ins Tierheim in Kücknitz gebracht. Gegen Mittag kamen Shoerlin und Mirko dorthin. Shoerlin erzählt: „Der ist rumgehüpft und hat laut gefiept vor Freude.“ „Brian“

liegt mit dem Kopf auf ihrem Schoß. Als müsste er sich ausruhen von den Strapazen.

 kab

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