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Lübeck Ein „Traumhaus“ für alle
Lokales Lübeck Ein „Traumhaus“ für alle
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20:10 08.11.2014
Traumhaus, so nennt die Firma „Okay“ ihre himmelblauen Toilettenkabinen liebevoll. Eins dieser Häuschen steht herrenlos im Brügmanngarten — denn von einer Baustelle ist nichts zu sehen. Quelle: Olaf Malzahn
Travemünde

Ein Häuschen in Travemünde, blau mit weißem Dach, ganz allein auf einer grünen Wiese — und das gleich unweit der Strandpromenade. Doch es ist keine Villa, kein Feriendomizil für gestresste Großstädter, an dem die Travemünder derzeit im Brügmanngarten vorbeispazieren. Ausgerechnet ein mobiles Toilettenhäuschen hat sich auf die Rasenfläche gegenüber des luxuriösen Arosa-Hotels verirrt. Die zwei Quadratmeter Sanitärfläche stehen dort seit Tagen herum. Aber es gibt keine Baustelle weit und breit. Handelt es sich vielleicht um eine kostengünstige Erweiterung der öffentlichen Sanitäranlagen? Kurdirektor Uwe Kirchhoff ist ratlos. Ihm gehört die Toilette jedenfalls nicht. „Uns reicht der vorhandene Bestand an der Uferpromenade, auf Plastik- Toiletten würden wir ohnehin nur im äußersten Notfall zurückgreifen.“

Da bleibt nur die Nachfrage bei „Okay — Mobile Sanitärsysteme“, dem Vermieter der himmelblauen Plastikkabine. Die Lübecker Firma hat etwa 1500 Toilettenhäuschen in ihrem Bestand, neben Baustellen stehen die Kabinen auch auf Großveranstaltungen, etwa beim Lübecker Marathon. Auch das mobile WC am Brügmanngarten wurde von „Okay“ vermietet. Und zwar an eine Baufirma, die an der Außenallee vor der Rasenfläche den Gehweg erneuert hat.„Die sind am Brügmanngarten fertig und haben ihre Arbeiten zwei Straßen weiter verlegt“, erklärt eine Okay-Mitarbeiterin gegenüber den LN. „Die Kabine haben sie offenbar dort stehengelassen.“ Vielleicht gar keine so schlechte Idee, denn der Transport kann bei gefülltem WC-Tank schließlich äußerst unangenehm werden — da nehmen die Bauarbeiter doch lieber einen kleinen Fußmarsch auf sich.

Aber die mobile Toilette in Travemünde ist nicht die einzige, die zumindest auf den ersten Blick an einem seltsamen Ort steht. Es passiere immer wieder, dass „Häuschen-Liebhaber“ die blauen „Traumhäuser“ — so nennt Okay die Kabinen — verschleppen: „Wir haben schon alles erlebt. Einmal hat ein Mieter eine unserer Kabinen einfach verkauft — zusammen mit seinem Schrebergarten. Ein anderes Mal trieb ein WC in der Trave. Oder wir fanden eins an einem abgelegenen Platz am Wakenitzufer — neun Monate nachdem es verschwunden war “, so die Mitarbeiterin. Dabei ist so ein Toilettenhäuschen eigentlich keine leichte Fracht: 100 Kilo wiegt eine Kabine.

Die einsame Toilette im Brügmanngarten ist übrigens nicht abgeschlossen und für jeden Passanten zugänglich. Für Uwe Kirchhoff eine sehr wohlwollende Geste der Baufirma. Schmunzelnd sagt der Kurdirektor: „Vielleicht könnten wir ja bei der nächsten Travemünder Woche diesen großartigen Service noch einmal in Anspruch nehmen.“

„Den Service könnten wir bei der Travemünder Woche wieder in Anspruch nehmen.“
Uwe Kirchhoff, Kurdirektor Travemünde

Katrin Diederichs

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