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Lübeck „Eis-Klaus“ geht in die Verlängerung
Lokales Lübeck „Eis-Klaus“ geht in die Verlängerung
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16:40 20.11.2019
Freude über das Angebot der LPA: Klaus Oldenburg will auf jeden Fall mindestens ein weiteres Jahr an der Kohlenhofspitze bleiben. Quelle: Thomas Krohn
Travemünde

Vor einem Jahr stand der Kiosk auf der Kohlenhofspitze fast vor dem Aus. Rostige Kühlschränke, Mängel hinsichtlich der Hygiene, unerlaubter Ausschank – die Liste der Beanstandungen war lang. Im März dieses Jahres verfügte die Lebensmittelüberwachung der Hansestadt Lübeck die Schließung des Verkaufswagens von Klaus Oldenburg. Zudem schwebt ein Damoklesschwert über dem Areal: Auf dem Priwall wird befürchtet, dass Waterfront-Investor Sven Hollesen auf dem Kohlenhof ein Hotel und Wohnungen bauen will. Dann müsste der Gastronom weichen. Doch jetzt ereilte „Eis-Klaus“, wie Klaus Oldenburg genannt wird, eine frohe Kunde: Lübeck Port Authority (LPA), Betreiber der Hafenwirtschaft und zuständig für das Areal, hat ihm eine Verlängerung des Pachtvertrags angeboten – bis Ende 2020.

Beliebter Treff für Bewohner und Ausflügler

„Eis-Klaus“ ist eine Institution auf dem Priwall. Seit 20 Jahren verkauft der mittlerweile 79-jährige Gastronom auf der Halbinsel Eis, Getränke, Würstchen, Kuchen und Snacks. Zuerst in einer Holzbude am Dünenweg, später am Passathafen und seit drei Jahren an der Kohlenhofspitze. Bester Blick auf die Trave und die Ostsee – die Bude ist vor allem für Priwallbewohner, aber auch für Ausflügler, die einen Spaziergang oder eine Radtour entlang der Wasserseite unternehmen, zu einer beliebten Anlaufstation geworden.

Für Klaus Oldenburg, den gelernten Tankwart, war es nicht immer leicht. 2014 musste er seinen angestammten Platz neben dem Badehaus wegen der bevorstehenden Baumaßnahmen für Waterfront räumen. Neben dem Restaurant „Seglermesse“ durfte er auch nicht lange stehen. Dann erhielt er die Erlaubnis, seinen Verkaufswagen an der Kohlenhofspitze aufzustellen. Einen Prozess wegen angeblichen Stromdiebstahls ging zu seinen Gunsten aus, und selbst ein Buttersäure-Anschlag und Zerstörungen des Verkaufswagens hielten „Eis-Klaus“ nicht davon ab, seinen Betrieb weiterzuführen.

Geschlossen: Im März musste der Betrieb des Verkaufswagens von „Eis-Klaus“ für kurze Zeit eingestellt werden. Quelle: Thomas Krohn

„Eis-Klaus“ darf seinen Betrieb weiterführen

Den Auflagen der Lebensmittelüberwachung ist der Kult-Gastronom längst nachgekommen, seinen Betrieb konnte er nach der vorläufigen Schließung weiterführen, allerdings unter eingeschränkten Bedingungen: Er darf nur noch verpackte Ware verkaufen. Das funktioniert offenbar. Bier und andere Getränke werden nur noch in Flaschen oder Dosen ausgegeben, Eis gibt es verpackt mit oder ohne Stiel, den Kaffee bringen die Stammgäste selbst mit. Und Klaus Oldenburg will sich auf die kalte Jahreszeit vorbereiten: „Im Winter will ich Glühwein in kleinen Flaschen ausgeben, die werden in einem Wasserbad erhitzt.“

Das Angebot der LPA über eine Vertragsverlängerung wird „Eis-Klaus“ auf jeden Fall annehmen: „Ich freue mich sehr darüber.“ Und: „Mir macht es weiterhin großen Spaß, an der Kohlenhofspitze zu stehen und den Kontakt vor allem zu den Priwallbewohnern zu haben.“ Es kämen aber auch etliche Urlauber, die sich freuten, dass es mit diesem tollen Blick auf Trave und Ostsee eine Möglichkeit gebe, mal eine Pause einzulegen und ein Getränk zu sich zu nehmen.

Weitere Investitionen nicht ausgeschlossen

Wenn es einen längerfristigen Pachtvertrag gebe, wäre Klaus Oldenburg auch bereit, in sein Unternehmen zu investieren. „Ich würde auf eigene Kosten eine Frischwasserleitung legen lassen und hätte damit für meine Gäste noch weitere gastronomische Angebote.“

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Von Thomas Krohn

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