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Lübeck Eltern-Protest gegen Bürgerbüro-Pläne
Lokales Lübeck Eltern-Protest gegen Bürgerbüro-Pläne
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19:57 23.11.2018
Schulleiter Michael Cordes (M.) nimmt die Sorgen der Elternvertreter Dr. Stefanie Clausen-Kestermann und Dr. Kristoff Balzer sehr ernst. Im Hintergrund ist der gemeinsame Eingangsflur von Kurbetrieb und Schule zu sehen. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Travemünde

Dass die Überlegung im Raum gestanden habe, bejahen Dr. Stefanie Clausen-Kestermann und Dr. Kristoff Balzer. Dass der Plan allerdings in der nächsten Woche bereits in den Hauptausschuss und dann in die Bürgerschaft gelange, habe sie aufgerüttelt. Es geht um das Konzept des Senats zur Wiedereröffnung der Stadtteilbüros und damit um die Umsetzung des Vorhabens, in Travemünde eine Bürgerservice-Außenstelle im Gebäude der Stadtschule einzurichten (die LN berichteten).

„Das lehnen wir grundweg ab und werden dies auch offensiv vertreten“, stellen die Elternvertreter unmissverständlich klar. Sie wissen dabei die komplette Elternschaft der 201 Schüler hinter sich, betonen sie. Das Hauptproblem sieht der Elternbeirat darin, dass sich zukünftiges Stadtteilbüro und Schule einen gemeinsamen Eingangsbereich werden teilen müssen.

„Ich habe ein massives Problem mit fremden Leuten in einer Grundschule“, sagt die Ärztin. Gerade heutzutage werde so viel Wert darauf gelegt, Kinder zu schützen, „und dann kommt die Politik auf so eine absurde Idee, schätzungsweise 100 bis 150 Ratsuchenden pro Woche problemlos Zugang zu einer Schule verschaffen zu wollen.“

Betreuter Ganztag im Eingangsflur

Schon jetzt nutzt der Kurbetrieb (KB) Räumlichkeiten im vorderen Teil des Schulgebäudes und damit den gemeinsamen Eingangsflur. Das Konzept von Innensenator Ludger Hinsen (CDU) sieht nun vor, dass hier auch noch der Bürgerservice miteinziehen soll. „Die bisherige Lösung war ein Gentlemen Agreement“, sagt Schulleiter Michael Cordes. Und da nur fünf bis zehn Besucher pro Monat den KB aufsuchten, sei dies auch kein größeres Problem.

„Es wird geklingelt und der- beziehungsweise diejenige wird dann ins Büro gebracht“, so Cordes. Konfliktfrei ist diese Nachbarschaft allerdings nicht. „Dass sich Kinder mal lauter verhalten, passiert, wird aber nicht von allen Mitarbeitern des Kurbetriebs so gesehen“, berichtet der Schulleiter.

Erschwerend hinzu kommt die Tatsache, dass in dem gemeinsamen Eingangsbereich täglich ab 11.30 Uhr zum Teil bis zu 100 Kinder im offenen Ganztag betreut werden müssen. „Denn uns stehen nur anderthalb Räume zur Verfügung; die Betreuung findet also größtenteils auch auf dem Flur statt“, erzählt Michael Cordes.

Über diesen Eingang zur Stadtschule soll es zukünftig auch zum Stadtteilbüro Travemünde gehen. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Allerdings hält er einen Kompromiss für möglich. „Mit Aufsicht und Zugangskontrolle, reduziert auf den Nachmittag, ist für mich die räumliche Lösung hier im Gebäude vorstellbar“, sagt er, „aber dann brauchen wir auch eine klare Zeitvorgabe, dass dies maximal für ein Jahr erfolgen soll.“

Denn eigentlich braucht die Stadtschule selbst dringend eigene Räumlichkeiten. Seit vier Jahren steigen die Schülerzahlen. Seit zwei Jahren müssen Kinder abgewiesen werden, weil die Kapazität erschöpft ist und die Schule nicht dreizügig werden darf. Dazu werde die Nachfrage aufgrund der geplanten Neubaugebiete weiter steigen. Die Raumfrage sei also existenziell und keine Komfortproblematik, so Cordes.

Unfallrisiko durch Parkplätze auf Schulhof

„Fünf Jahre ging es in Travemünde ohne Stadtteilbüro. Warum wird nicht in Ruhe nach einer sinnvollen Dauerlösung gesucht?“, fragt Elternvertreter Kristoff Balzer. Und wie solle die Parkplatzsituation überhaupt ausgestaltet werden? „Parkplätze auf dem Schulhof mit Zuwegung über den Hirtengang – da sind doch Unfälle mit unseren Kindern programmiert“, stellt er fest.

Angesprochen auf den Elternprotest, sagt Bürgermeister Jan Lindenau (SPD): „Der Zugang wird auch in Zukunft nur mit Klingel erfolgen, sodass Kunden durch städtisches Personal direkt empfangen werden.“ Und Schulsenatorin Kathrin Weiher führt aus: „Konsens ist mit Bürgermeister und Senator Hinsen, dass weiterhin eine andere Lösung für den Kurbetrieb gesucht werden soll und das Stadtteilbüro dann gegebenenfalls mit umziehen wird. Mehr war derzeit nicht zu erreichen.“

Michael Hollinde

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